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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Senatorin Stahmann eröffnet ersten Mehrgenerationenspielplatz in Bremen

Ein Spielplatz für alle – vom Kinde bis zum Greis oder zur Greisin

28.04.2012

Das ist in Bremen einmalig: Ein Spielplatz für „Kinder“ von 9 bis 99 Jahren. Sozialsenatorin Anja Stahmann hat heute (Sonnabend, 28. April 2012) den Mehrgenerationenspielplatz in der Schwachhauser Biermannstraße vor großem Publikum eingeweiht. Spiel, Freude an der Bewegung und Gesundheitstraining werden hier für alle Generationen möglich.

„Schwachhausen ist ein Stadtteil im Umbruch“, sagte Anja Stahmann. „Einerseits lebt dort ein hoher Anteil älterer Menschen, andererseits ziehen immer mehr junge Familien mit Kindern nach Schwachhausen.“ Es gibt aber kaum Raum, wo die Generationen miteinander Freizeit verbringen und auf positive Art und Weise in Kontakt kommen. Und „Kinder und Jugendliche machen leider oft die Erfahrung, dass sie von Plätzen vertrieben werden“. Im Zuge der Erhebungen zur Spielleitplanung in Schwachhausen ist daher im Jahr 2010 der Plan entstanden, einen Mehrgenerationenplatz einzurichten.

„Kinder brauchen das Spiel für ihre Persönlichkeitsentwicklung, Heranwachsende und Senioren finden im Spiel Freude und Entspannung“, sagte die Senatorin. „Je attraktiver die Spielangebote, desto größer der Anreiz, sich damit auseinanderzusetzen.“ Das wirke Bewegungsarmut, sozialer Isolierung und reduzierter Sinneserfahrung entgegen – mit Folgen für Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander im Stadtteil.

Der Spielplatz Biermannstraße eignet sich, weil er in der Nähe von Senioreneinrichtungen (AWO ambulant, Haus Sparer Dank, DLZ des Paritätischen Verbandes) und des Sportvereins 1860 liegt. Zudem hatten sich Kinder bei den Befragungen zur Spielleitplanung nachdrücklich für einen Ausbau des Platzes ausgesprochen.
An den Planungen waren beteiligt: das Amt für Soziale Dienste, die Universität Bremen (Sportwissenschaft), die Nachbarschaftsinitiative Rita Bardenheuer Straße, der Beirat Schwachhausen, das Jugendfreizeitheim Parkallee und der Umweltbetrieb Bremen. Besonderen Einfluss hatte der Psychologe Rainer Nathow, der viele Jahre in China gelebt hat und in der Arbeitsgruppe die Fitnessgeräte vorgestellt hat, die in dortigen Parks in großer Zahl aufgestellt sind. „In China gibt es schon seit über 20 Jahren Outdoor-Fitnessparks, in denen Erwachsene ihre Körper schonend im Sinne der Thai-Chi Philosophie dehnen und kräftigen“, sagte Tamara Duffner-Hüls vom Amt für Soziale Dienste. Vor allem ältere Menschen hätten schnell Gefallen an den unterschiedlich einsetzbaren Geräten gefunden, „zumal Sportmöglichkeiten für Senioren ansonsten eher begrenzt waren“. Nach und nach gesellten sich auch jüngere Generationen immer häufiger dazu. „Die Ausstattung des Mehrgenerationenparks in der Biermannstraße mit wurde lebhaft diskutiert“, sagte Tamara Duffner-Hüls. Schließlich wurde hat Frau Prof. Dr. Dr. Fikus aus dem Sportbereich der Universität Bremen mehrere Geräte aufgebaut und Testpersonen um ihr Urteil gebeten. Einige Geräte gab es zu kaufen, andere waren Prototypen, mit einfachen Mitteln nach einer guten Idee zusammengebaut.

„Die Probanden bevorzugten deutlich solche Geräte, die das Gleichgewicht fördern oder zum Spielen und kommunizieren anregen“, sagte Tamara Duffner-Hüls, „reine Fitnessgeräte wurden weniger gewünscht.“ Mit großer Beteiligung aller Generationen im Stadtteil sind am Ende folgende Einrichtungen ausgewählt worden:

  1. ein von Hochbeeten und berankten Pfosten umgebener Platz für Thai Chi
  2. ein in Bremen einmaliger Kletterparcours mit Schwebebahn, Hoch- und Niedrigseilelementen. Die Niedrigseilelemente wurden mit Handläufen und Seilen zum Abstützen besonders für ältere Menschen gestaltet
  3. eine Tischbank-Kombination und mehrere Bänke
  4. eine überhohe Doppelschaukel
  5. eine Taillenwippe (die aber erst noch aufgestellt werden muss)

Die Kosten von 80.000 Euro wurden aus mehreren Töpfen finanziert, dazu gehören unter anderem Impulsmittel, investive Mittel des Amts für Soziale Dienste, Beiratsmittel, Spenden der Sparkasse sowie von Grünen Bürgerschaftsabgeordneten und früheren Beiratssprecher Schwachhausen, Ralph Saxe.

Eingeweiht wurde der Platz heute, Samstag, 28. April 2012 von 11.00 bis 15.00 Uhr. Zu den Gästen zählen unter anderem Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Tamara Duffner-Hüls, Amt für Soziale Dienste, Dr. Karin Mathes, Leiterin des Ortsamtes Schwachhausen / Vahr, Prof. Dr. Dr. Monika Fikus, Universität Bremen, Sportwissenschaften sowie Peter Scheuer, Präsident des Sportverein Bremen 1860. Durch das Programm führt als Moderator Ernst-D. Klatte, Ritas Nachbarn, Nachbarschaftsinitiative der Rita-Bardenheuer-Straße. Das Programm am Eröffnungstag umfasste:

  • Parcours am Klettergerüst für Kinder sowie für Erwachsene mit Gewinnspiel
  • „Schaukelstaffel“ an der Hochschaukel mit Gewinnspiel
  • Tanz und Gymnastik auf dem Tai Chi / Chi Gong – Platz
  • Gemeinsames Singen mit Kindern und Erwachsenen
  • Pflanzung von Blumen im Hochbeet vom Verein für Blinde
  • Kinder-Tennisschule vom BTC 1912 auf dem Bolzplatz
  • Spiele auf dem Bolzplatz
  • JAKKOLO Geschicklichkeitsspiel für Kinder und Erwachsene
  • Die Ballwippe