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Sonstige

poetry on the road - 13. Internationales Literaturfestival Bremen

30. Mai bis 4. Juni 2012

27.04.2012

Stimme, Sprache und Sound sind die Werkzeuge, mit denen sie ihre Dichtung formen. Bei „poetry on the road“, dem 13. Internationalen Literaturfestival Bremen, präsentieren 25 Dichter aus 16 Ländern und aus allen Generationen den Formen- und Medienreichtum zeitgenössischer Poesie. Ihre unterschiedlichen dichterischen Arbeitsweisen bieten eine faszinierende Werkschau der poetischen Weltaneignung. Mit dabei sind diesmal u.a. die Sängerin und Schauspielerin Erika Pluhar (Österreich), der Soundpoet Jaap Blonk (Niederlande), die Musikerin und Sängerin Chiwoniso Maraira (Zimbabwe), der Sprachvirtuose Ferdinand Schmatz, der international viel diskutierte Liao Yiwu (China) und der hierzulande beliebteste Dichter aus unserem Nachbarland Cees Nooteboom (Niederlande). .

Festival der Kulturen
Bereits zum dreizehnten Mal präsentiert "poetry on the road", das Internationale Literaturfestival Bremen, den Formen- und Medienreichtum zeitgenössischer internationaler Poesie und zeigt Lyrik in der Verbindung mit anderen Künsten, als visuelle Poesie, experimentelle Lautpoesie, in der Performance und als Rap.

Poesie ist wieder gefragt: Bei Internetnutzern steht Lyrik hoch im Kurs und rangiert, was die Anfragen angeht, an achter Stelle, noch vor dem Sport. Das Gedicht scheint das Medium der Stunde zu sein, in ihm erkennt sich der moderne Mensch des Medienzeitalters. In New York, Tokio und London, in Montréal, Berlin und Melbourne findet die Lyrik Zugang zu gänzlich neuen Publikumskreisen. Gelesen wird auf öffentlichen Plätzen, in Theatern, Kinos, Museen und Schulen.

Diese Poesie will gehört und ernst genommen werden als das Gegengewicht zum Alltagswortmüll unserer Zeit. Ein Interesse an Lyrik, dem sich die Macher von "poetry on the road" seit nunmehr zwölf Jahren verpflichtet fühlen.

25 Dichter aus 16 Ländern
Zum 13. Internationalen Literaturfestival Bremen reisen 25 Dichter aus 16 Ländern an. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit überraschenden Neuentdeckungen -- rhythmische Klänge aus Israel treffen auf osteuropäische Melancholie, traditionelle schwedische Dichtkunst trifft auf Wortakrobatik aus den Niederlanden, finnische Poesie auf chinesische Dichtung: Stimmkünstler, Poeten und Wortakrobaten präsentieren ihre Kunst - Sprache wird zu einem multilingualen Konzert -- das ist ein Schwerpunkt von "poetry on the road" in diesem Jahr.

Im Rahmen des Festivals geht die Internationale Schreibwerkstatt mit dem US-Autor und Poesie-Professor Thomas Lux für Studenten der Hochschule und der Universität Bremen erneut an den Start; auch ein Poetry Slam Workshop für Schüler und Studenten ist Teil des Festivalprogramms.

Friedrich Schiller mochte der Weser keine sonderlich poetischen Qualitäten zubilligen, als er sie sprechen ließ: "Leider von mir ist gar nichts zu sagen; auch zu dem kleinsten / Epigramme, bedenkt, geb' ich der Muse nicht Stoff". Auch in unseren Tagen dürfte Bremen, die Metropole am Fluss, die andere spöttisch "das Dorf mit Straßenbahn" nennen, eher mit Fußball, Bier in grünen Flaschen und Raumfahrt assoziiert werden, als ausgerechnet mit höherer Dichtkunst. Gäbe es da nicht, mittlerweile seit dem Jahr 2000, alljährlich eine höchst spektakuläre Zusammenkunft bemerkenswertester Poeten und Performer aus aller Damen und Herren Länder.

Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 laden Hochschule Bremen und Radio Bremen zum 13. Internationalen Literaturfestival "poetry on the road": Im Bremer Schauspielhaus, im Concordia, im flussnahen Weserhaus des neuen Funkhauskomplexes von Radio Bremen und an zahlreichen weiteren Spielstätten zwischen der frühromanischen Krypta des Bremer Doms und dem Museum der Moderne bringen 25 Lyriker aus 16 Nationen erneut die Weltsprache Poesie in die Hansestadt. Ein Festival, das inzwischen aus Bremens Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken ist und den Veranstaltern regelmäßig ausverkaufte Häuser beschert. "poetry on the road" ist eines der renommiertesten Literaturfestivals Deutschlands und setzt auch in diesem Jahr wieder auf eine Mischung aus traditioneller und experimenteller Dichtkunst, auf die klassische Lesung, Performance und das Zusammenspiel von Poesie, Musik, Kunst, Video und Film.

Unter den Autoren sind in diesem Jahr Klassiker der zeitgenössischen deutschsprachigen Gegenwartslyrik wie Ulla Hahn und Matthias Politycki, neben Liao Yiwu aus China, Jaap Blonk und Erik Lindner aus den Niederlanden, Bengt Berg aus Schweden, Ronny Someck aus Israel, Esther Kinsky und Kathrin Schmidt aus Deutschland, Raphael Urweider aus der Schweiz, Erika Pluhar und Ferdinand Schmatz aus Österreich, Pat Boran aus Irland, Thomas Lux aus den USA und viele andere Poeten.

Poetry-Filme im City 46, diverse Ausstellungen, Radiosendungen, Übersetzungsworkshops, Schreibwerkstätten, Poetry Slams und Schulprojekte sind ebenso Bestandteile des Festivals wie eine gemeinsame Flussfahrt aller Autoren auf der MS Senator mit anschließender Lesung an Bord des in Vegesack liegenden Segelschulschiffes Deutschland.

Als die Hochschule Bremen und Radio Bremen vor zehn Jahren die Idee entwickelten, das Poesiefestival "poetry on the road" in Bremen zu etablieren, stießen sie damit zunächst auf unverhohlene Skepsis. Sollte es in Bremen tatsächlich ein Publikum für Lyrik geben? Zahlreiche Förderer und Mäzene in Bremen ließen sich auf das Experiment ein und machten es möglich, dass schon im allerersten Jahr die Rechnung aufging.

Internationale Größen der Poesieszene, wie die Nobelpreisträgerin Herta Müller, Lars Gustafsson, Cees Nooteboom, Hans Magnus Enzensberger, Breyten Breytenbach, Les Murray, Oskar Pastior, Durs Grünbein, Christoph Meckel, Thomas Kling, Raoul Schrott, Adrian Mitchell, Ko Un, Inger Christensen, Günter Kunert, Anne Waldman, Bei Dao, Reiner Kunze, Adam Zagajewski, Eugen Gomringer, Christoph Hein, Ernesto Cardenal und Juan Gelman -- um nur einige der rund 300 Gastautoren der folgenden Festivals zu erwähnen -- haben inzwischen weltweit die Kunde verbreitet, dass in der Heimat der Stadtmusikanten auch Dichterstimmen mit einer außerordentlichen Publikumsresonanz rechnen können. Wenn zum Beispiel alljährlich zehn der Festivalpoeten im Rahmen einer Matinee vor Schülern eines Bremer Gymnasiums aus ihren Werken vortragen, dann sind nicht nur die 500 Jugendlichen davon begeistert, sondern auch die internationalen Autoren.

Über die Jahre ist das Festival kontinuierlich gewachsen, lockt immer mehr Publikum, füllt neue Säle. Möglich war das nur, weil die Förderer und Freunde von "poetry on the road" nie locker ließen, auch unter den üblichen Sparzwängen nicht und nicht einmal im Zeichen der Weltwirtschaftskrise.

www.poetry-on-the-road.com

Ansprechpartneinr für die Medien:
Regina Dyck, Hochschule Bremen, Festival Director, POETRY ON THE ROAD - Internationales Literaturfestival Bremen, Telefon: 0421-5905-6023, Mail: regina.dyck@hs-bremen.de.