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Sonstige

Einladung zum „Bremer Tagebuch“ im Haus der Wissenschaft

SecureSystem - Weltweite Containersicherheit aus Bremen
Vortrag von Dr. Wolfgang Busch, Astrium GmbH

09.11.2011
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Am Mittwoch, 16. November 2011, 20.00 Uhr, setzt die bekannte Film- und Vortragsreihe „Bremer Tagebuch“ ihr Winterprogramm 2011/2012 im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5 im Zentrum Bremens fort. Eingeladen ist Wolfgang Busch, Dipl.-Kfm. und Dr.-Ing. der Luft- und Raumfahrt. Als Programmleiter wird Dr. Busch das satellitengestützte Sicherheitssystems SecureSystem, das für See- und Landcontainer von Astrium in Bremen entwickelt wurde, vorstellen und am Beispiel einer Live-Demonstration aus dem Internet zeigen, wie es funktioniert. Selbstverständlich ist Dr. Busch gern bereit, Fragen zur Technik und zum Einsatz dieses weltweit einzigartigen satellitengestützten Sicherheitssystems für Container zu beantworten.

SecureSystem wurde entwickelt, weil die USA ab 2015 aus Sicherheitsgründen nur noch Container auf dem Seeweg in ihr Land lassen wollen, die im letzten Hafen vor der Einreise in die USA vollständig durchleuchtet wurden. Das Scannen von Containern ist nicht nur aufwändig und kostspielig sondern setzt auch große Freiflächen voraus, die in den meisten europäischen Containerhäfen nicht vorhanden sind. Insbesondere würde die US-amerikanische Vorschrift den Containerterminal Bremerhaven treffen, weil von hier aus jährlich ca. 600.000 Container in die USA verschifft werden.

Bremerhaven ist Marktführer für europäische Containertransporte in die USA. Deshalb hat der Bremer Senat frühzeitig die Suche nach Alternativen zum Container-Scanning unterstützt. Vor diesem Hintergrund hat Astrium von 2006 bis 2010 ein neues Verfahren zum Aufdecken von möglichen terroristischen Bedrohungen im internationalen Containerverkehr auf der Basis moderner Satelliten – und Navigationstechnik entwickelt. Das System ist seit Januar 2010 im kommerziellen Einsatz und hat sich bewährt.
„Wir wollen bei steigendem Handelsvolumen das Management der Logistikprozesse effizienter und transparenter gestalten, um somit die Kosten zu senken und die Sicherheit zu erhöhen“, sagt Dr. Busch. Nach Angaben der EU verlieren Unternehmen jährlich mehr als 8,2 Milliarden Euro durch Diebstahl hochwertiger Produkte und Güter auf dem Transportweg und ein Großteil der verderblichen Waren erreicht das Ziel nur in ungenügendem Zustand, sodass dadurch weitere hohe Verluste entstehen.
„Vollständige Transparenz über Transporte und Waren ist eine wichtige Voraussetzung für eine moderne und effiziente Steuerung der Warenzuläufe. Das Wissen über den aktuellen Ort und Zustand der Waren auf See schafft Sicherheit und Verfügbarkeit auf einem noch nicht gekannten Niveau und bildet damit die Grundlage für Prozessoptimierungen und Kostensenkungen in der Supply Chain“, erläutert Dr. Busch.

Bisher ist es so, dass ein Container vom Versender gepackt und der Inhalt ordnungsgemäß von ihm deklariert wird. In der weiteren Handhabung durch Spediteure, Reeder oder Verladebetriebe gibt es weltweit keine Einrichtungen, die feststellen können, wer den Container gepackt, geöffnet oder transportiert hat. Deshalb spielt die Unversehrtheit des Verschlusszustandes für die Containersicherheit eine sehr große Rolle. Etwa 24 Stunden vor der Verladung eines Containers führt der Zoll eine verlässliche Sicherheitskontrolle durch und versiegelt den Container. Wenn aber ein Container Öffnungsspuren aufweist, bleibt er so lange stehen, bis die Unbedenklichkeit des Verschlusszustandes erneut geprüft und bescheinigt wird.

SecureSystem ist ein satellitengestütztes Containerüberwachungssystem, das weltweit eingesetzt werden kann und nicht kopierbar ist. Das patentierte System besteht aus einer Telematikbox mit Überwachungstechnik, die an der Innenseite der Tür des Containers befestigt wird, und über eine konventionelle 12 Volt Batterie mit Strom versorgt wird. Die Bedienung erfolgt entweder mit einem Handheld über Bluetooth oder manuell über ein Tastenfeld.

Mit Hilfe von Sensoren wird der Verschlusszustand des Containers permanent überwacht. Nur autorisierte Personen dürfen einen Container auf seiner Reise durch Eingabe eines vorher generierten digitalen Schlüssels öffnen oder schließen, wobei der elektronische Schlüssel immer nur einmal benutzt werden kann. Aber auch Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Innern des Containers können mit Sensoren gemessen werden. Das ist besonders für verderbliche Waren vorteilhaft.

SecureSystem - Weltweite Containerüberwachung  aus Bremen  -  Systembild © Astrium 2011, jpg, 172.8 KB
SecureSystem - Weltweite Containerüberwachung aus Bremen - Systembild © Astrium 2011

Die Messdaten werden über Satellitenfunk und/oder GMS-Mobilfunk an das Kontrollzentrum in Bremen übermittelt. Dabei wird das IRIDIUM Kommunikationssystem mit zurzeit 77 aktiven Satelliten auf sechs Umlaufbahnen benutzt. Die Kommunikation mit IRIDIUM ist von jedem Standort auf der Erdoberfläche jederzeit möglich. Übrigens ist IRIDIUM bis heute das einzige Satellitentelefonnetz, das Kommunikation mit speziellen IRIDIUM-Mobiltelefonen an beiden Polkappen garantiert.

Die Sensordaten werden also ohne zusätzliche Bodenanlagen und ohne aufwändige Servernetze über vorhandene Satelliten weltweit, rund um die Uhr und in Echtzeit nach Bremen weitergeleitet und hier ausgewertet. Auf Wunsch hat der Nutzer des SecureSystems die Möglichkeit, sich die übermittelten Daten auf seinem PC in einem von ihm gewählten Zeitraster anzeigen zu lassen.

Unregelmäßigkeiten werden am Container sofort entdeckt und an Kunden/Versender oder Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Zum Beispiel kann jedes Eindringen in den Container-Innenraum in Realzeit erfasst werden und in dem umfangreichen Dienstleistungsangebot des SeCureSystems ist sogar der Schockfall eines Containers enthalten.

Nach einer Entwicklungs- und Erprobungszeit von sechs Jahren wird das System seit Januar 2010 weltweit verkauft und von zahlreichen Logistikunternehmen im Regelverkehr genutzt. Das System (http://www.securesystem.net) erfüllt die hohen Sicherheitsanforderungen der europäischen AEO und der amerikanischen C-TPAT und ist auch für Kühl-, Tank-, Pritschen- und Spezialcontainer verwendbar.

In Zusammenarbeit mit dem Bremer Raumfahrtunternehmen Astrium (http://www.astrium.eads.net), der Wittheit zu Bremen (http://www.wittheit.de) und der Bremer Kieserling Stiftung (http://www.kieserling-stiftung.de) veranstaltet das „Bremer Tagebuch“ einen sehr innovativen Film- und Vortragsabend über Weltweite Containerüberwachung aus Bremen.

Programmfolge:

  • Luft- und Raumfahrt im „Bremer Tagebuch“
  • Begrüßung und Einführung von Heiko Gertzen
  • SecureSystem, 6min, Film
  • Weltweite Containersicherheit – Eine innovative Lösung aus Bremen

Präsentation von Dr. Wolfgang Busch, Astrium GmbH Bremen

Interessierte Gäste sind herzlich willkommen - insbesondere Reeder, Spediteure, Logistiker und junge Leute aus den Bremer Schulen, Hochschulen und Universitäten, die sich für Hafenwirtschaft, Logistik und Raumfahrt interessieren.

Das Programm dauert ca. 80 Minuten. Der Eintritt ist dank der Kieserling Stiftung frei.

Weitere Informationen erteilt Heiko Gertzen, ehrenamtlicher Projektleiter „Bremer Tagebuch“, Tel. 01725439941 Bremen, den 8.November 2011