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Senatskanzlei

Bürgermeister Jens Böhrnsen: „Es war nicht immer eine leichte Zeit“

Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Generation im Rathaus empfangen

05.10.2011

„Es war nicht immer eine leichte Zeit für die Menschen, die vor fünf Jahrzehnten zu uns gekommen sind. Ich drücke meinen Respekt ihnen gegenüber aus.“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Jens Böhrnsen heute (5.10.2011) türkische Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Generation, die er ins Bremer Rathaus eingeladen hatte. Sie waren seinerzeit u.a. in Bremer Großbetrieben beschäftigt. Die Männer und Frauen waren nach Bremen gekommen, nachdem im Oktober 1961 das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet worden war. Den Empfang mit Kaffeetafel im schönen Kaminsaal des Rathauses wertete der Bürgermeister als Würdigung und Dankeschön stellvertretend für alle, die mitgeholfen haben, in Deutschland den Wohlstand zu vermehren.

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Das vor nunmehr 50 Jahren geschlossene Anwerbeabkommen markiere den Beginn einer großen gesellschaftlichen Veränderung, betonte Jens Böhrnsen. Es sei ein geeigneter Zeitpunkt zurückzublicken und sich klarzumachen, dass noch viel zu tun sei, damit Integration auf allen Ebenen gelänge. Er erinnerte auch daran, dass sich bei den beiden Bremer Großunternehmen Klöckner und AG Weser türkische Arbeiter schon früh gewerkschaftlich engagiert hätten und auch im Betriebsrat vertreten gewesen seien. „Ich danke ihnen allen für ihre Lebensleistung“. Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände im Lande Bremen machte deutlich, wie groß das Interesse der Wirtschaft damals an ausländischen Arbeitskräften gewesen sein:“ Sie sollten mithelfen, das Wirtschaftswunder weiter zu befeuern.“ Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass die Angeworbenen auch Zeiten am Arbeitsmarkt erlebt hätten, die nicht so rosig gewesen seien. Zudem unterstrich er, dass die Integration in den bremischen Betrieben gut gelungen sei.

Karlheinz Heidemeyer von der Bremer Handelskammer zeigte sich erfreut darüber, dass das Thema Anwerbung wieder diskutiert werde. „Es ist gut, innezuhalten und sich klarzuwerden, wie sehr sich Deutschland und die Türkei in den letzten 50 Jahren verändert haben“. Auch der türkische Generalkonsul Tunca Özkuhadar nahm an dem Empfang teil und dankte für die Wertschätzung. Er betonte, wie vorbildlich Bremen in seinem Entgegenkommen gegenüber den türkischen Mitbürgern sei. Gleichwohl habe die Gesellschaft insgesamt viel Zeit für ein gelingendes Miteinander verloren.

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Im Anschluss an den Empfang führte der Bürgermeister seine Gäste durch das Rathaus

Im Gespräch mit den Einwanderern aus den ersten Jahren wurde deutlich, wie hart die Bedingungen für die Arbeitskräfte seinerzeit gewesen sind. Viele betonten, wie gern sie jedoch inzwischen hier mit ihren Kindern und Enkeln leben würden.

Halime Cengiz, Vorsitzende des Rats für Integration warb in der Runde für die große Feier anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Anwerbeabkommen“ am Sonnabend, dem 8. Oktober von 12-23 Uhr auf dem Bremer Marktplatz. Geboten wird ein bunter Mix aus Unterhaltung, Gesprächen, Diskussionen, Livemusik und kulinarischen Genüssen. Alle Bremerinnen und Bremer sind hierzu herzlich willkommen.

Fotos: Senatspressestelle