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Sonstige

Blaumeiers Süße Frauen als „Bräute“ in Südafrika

27.09.2011

Zu einer Reise ganz besonderer Art sind der vergangenen Woche 11 Schauspielerinnen der integrativen Blaumeier-Gruppe nach Durban, Bremens Partnerstadt, aufgebrochen, wo sie an den „Heritagedays Celebrate Durban“ teilnahmen.
Zu Beginn ihres Aufenthaltes wurden sie gemeinsam mit weiteren 50 Delegationen aus aller Welt von Durbans Bürgermeister James Nxumalo empfangen.

Anschließend standen die ersten Proben auf dem Programm. Genau vier Tage später sollten die erarbeiteten Straßentheaterszenen, die gemeinsam mit 19 behinderten und nicht-behinderten Menschen aus einem Township von Durban, konzipiert wurden, bereits aufgeführt werden. Zusammen entwickelten die Schauspieler in dieser Zeit mit viel Herzblut und Spontanität theatrale Szenen "rund ums Heiraten", wie Blaumeier-Atelier-Geschäftsführerin Hellena Harttung berichtet.

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Viel Spass hatten die Blaumeiers aus Bremen bei den gemeinsamen Proben mit den afrikanischen Gastgebern

Traditionelle Zulu-Gesänge und Tänze wurden kurzfristig mit in die Darbietungen aufgenommen. Diese waren gleichzeitig "Brücken", die sprachlichen Barrieren zwischen den Schauspielern untereinander sowie dem Publikum zu überwinden, denn Kunst stellt nicht selten Verbindungen zwischen Menschen her.

Vor Ort war viel Organisation von Nöten – Kostüme für die Bräute und Zylinder für die Herren mussten herbei geschafft werden. Wie gut, dass der "Buten-Bremer" Dieter Zettler, der sich in Durban um den kulturellen Austausch der beiden Städte verdient macht, hier unterstützen konnte, so Hellena Harttung.

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Der Samstag und Sonntag stand ausschließlich im Zeichen der offiziellen Aufführungen. Stolze Brautpaare und flirtende Bräute mischten sich unter das Publikum von "Celebrate Durban" und boten einen grandiosen Auftritt. Weißgekleidete Bräute griffen in ihren afrikanischen Inszenierungen nach Schrubber und Eimer, um den Weg zum Bräutigam sauber nehmen zu können. Es wurde gejubelt und gefeiert, so dass Blaumeiers "Süße Bräute" den Afrikanern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Am Montag nach der fulminanten Darbietung fand ein Kongress im Gesundheitsministerium statt, dessen zentrales Thema die Einflussnahme der inklusiven künstlerischen Arbeit auf die Politik ist – am Bespiel von Blaumeier. Die Auseinandersetzung mit der Thematik Integration und Inklusion zeige, dass das Thema in Südafrika relevanter wird und von politischer Seite Beachtung findet. Momentan ist dort die psychiatrische Versorgung noch wenig auf den psychosozialen Aspekt ausgelegt - und das Interesse an künstlerischer Arbeit mit den von psychischer Krankheit betroffenen Menschen ist groß.

Seitens des Gesundheitsministeriums, der Stadt Durban, der am Workshop teilnehmenden Institutionen sowie insbesondere des Blaumeier Ateliers, so Hellena Harttung, besteht ein großes Interesse, die fruchtbare Zusammenarbeit, die für beide Seiten eine große Bereicherung darstellt, weiter fortzusetzen.