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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Bremen ist Spitze bei ambulanter Pflege

Überangebot an Heimplätzen für Ältere / Trotz steigender Zahl an pflegebedürftigen Menschen weniger vollstationäre Pflege in Bremen

12.07.2011

Bremerinnen und Bremer bleiben auch bei Pflegebedürftigkeit überdurchschnittlich häufig in ihren eigenen vier Wänden. Dieser Befund lässt sich aus der neuen Pflegestatistik ablesen. Stichtag der neuen Pflegestatistik ist der 31.12.2009. Während bundesweit fast ein Drittel alle pflegebedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen lebt, ist es in Bremen nur ein Viertel. Damit ist trotz eines Anstiegs der pflegebedürftigen Personen in Bremen, die Zahl der Menschen in vollstationärer Dauerpflege von 2007 bis 2009 um 5% auf 5.255 Personen gesunken (Anstieg bundesweit: + 5%).

Das hat wiederum Auswirkungen auf die Belegungsrate in den Bremer und Bremerhavener Einrichtungen. Die Anzahl der freien Plätze ist im Land in den letzten zwei Jahren von 522 auf 984 gestiegen. Die Belegungsrate liegt damit nur bei 84%, in Bremerhaven sogar nur bei 76%.

„Wir haben in Bremen fast 1.000 stationäre Plätze in Pflegeheimen zuviel. Das Überangebot kann auch negative Auswirkungen für die pflegebedürftigen Menschen haben, denn ein Heim, das zu einem großen Teil leer steht, ist unwirtschaftlich. Einsparungen – auch mit Folgen für die Qualität in der Pflege – sind dann meist unvermeidbar“, so Sozialsenatorin Anja Stahmann. „Wir können – sofern die gesetzlichen Standards eingehalten werden - niemand verbieten, ein Pflegeheim in Bremen zu betreiben. Wir weisen aber alle neuen Interessanten deutlich auf das schon bestehende Überangebot hin“, so Stahmann.

Stahmann kündigte an, den Ausbau der ambulanten Pflege weiterhin zu unterstützen. Dazu gehöre, dass Wohnungen möglichst barrierefrei sind und unterstützende Angebote für die älteren Menschen zur Verfügung stehen. „Wir wollen auch den Bereich der aufsuchenden Altenarbeit weiter forcieren und so sicherstellen, dass die Menschen die bestehenden sozialen Angebote kennenlernen und wahrnehmen können. Einsamkeit und soziale Isolation im Alter kann so vermieden werden“, so die Sozialsenatorin weiter.

Die Übersicht der Pflegeleistungen in Bremen von 2001 bis 2011 finden Sie hier (pdf, 17.6 KB)