Sie sind hier:
  • "Sie war für uns eine große Kollegin"

Senatskanzlei

"Sie war für uns eine große Kollegin"

Erste Biografie von Annemarie Mevissen im Bremer Rathaus vorgestellt

29.06.2011

"Kämpferisch, durchsetzungsfähig, sehr (!) hartnäckig und ungeheuer diszipliniert" – mit diesen Worten beschreibt die Bremer Historikerin Prof. Dr. Renate Meyer-Braun Bremens erste Bürgermeisterin Annemarie Mevissen. Mit der heute (29. Juni 2011) im Bremer Rathaus vorgestellten Biografie "Frau Bürgermeister Annemarie Mevissen" will die Autorin eine Lücke in der Darstellung der jüngeren bremischen Geschichte füllen. Mevissen war 23 Jahre lang - von 1952 bis 1975 - die einzige Frau im Bremer Senat. Sie wird in vielen Büchern nur sehr am Rande erwähnt. Und so freute sich Bürgermeister a.D. Hans Koschnick sehr über die erste Biografie über Annemarie Mevissen. Zudem konnte er sowohl Weggefährten als auch viele Anhängerinnen und Anhänger von Bremens ehemaliger Jugendsenatorin zur Lesung im Kaminsaal begrüßen.

Bürgermeister a.D. Hans Koschnick begrüßt die Gäste der Lesung im Kaminsaal., jpg, 145.3 KB
Bürgermeister a.D. Hans Koschnick begrüßt die Gäste der Lesung im Kaminsaal.

In seiner Ansprache skizzierte Koschnick den Werdegang von Annemarie Mevissen, die ihm bereits als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft aufgefallen war. Er berichtete auch von den Schwierigkeiten, mit denen sie besonders zu Beginn ihrer politischen Karriere zu kämpfen hatte und würdigte sie als "kompetente und sehr engagierte Senatorin", die sich einen angesehenen Ruf im Senat und über die Grenzen von Bremen hinaus erarbeitet hat. Für den früheren Bürgermeister ist das Buch ein Werk, das den Lebensweg von Annemarie Mevissen eindrucksvoll darstellt und auch die Fragen der damaligen Politik mit einbezieht.

Renate Meyer-Braun lernte Annemarie Mevissen Ende der 70er Jahre im Rahmen eines Interviews persönlich kennen. Sie war beeindruckt, wie unvoreingenommen und herzlich die Grande Dame der Nachkriegspolitik sie empfing, obwohl die beiden sich parteipolitisch nicht sehr nahe standen. In ihrer Publikation zeichnet die Wissenschaftlerin ein umfassendes Bild der Politikerin, Ehefrau und Mutter zweier Kinder, basierend auf vielen Interviews mit Familie, Freunden und Weggefährten sowie der Auswertung zahlreicher Quellen.
Meyer-Braun hat bereits ein neues Projekt, um die Verdienste der Ehrenbürgerin zu würdigen: Sie möchte, dass eine Straße in Bremen nach Mevissen benannt wird. Bürgermeister Jens Böhrnsen: "Das finde ich eine ausgezeichnete Idee! Ich werde dieses Anliegen gerne an die Beiräte weitergeben."

Die Biografie ist im Bremer Verlag H.M. Hauschild GmbH erschienen.
326 Seiten, 24 Euro.