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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Patienten sind mit Gesundheit Nord-Krankenhäusern zufrieden

Neue Patientenbefragung zeigt erfreuliche Ergebnisse/ Sanierung bleibt wichtiges Ziel

17.12.2010

Die Gesundheit Nord wird aller Voraussicht nach auch das Jahr 2010 mit schwarzen Zahlen beenden – allerdings deutlich knapper als in den beiden Jahren zuvor. Dieses Fazit zogen die Aufsichtsratsvorsitzende der Gesundheit Nord, Senatorin Ingelore Rosenkötter, und der Geschäftsführer Dr. Diethelm Hansen anlässlich der heutigen Aufsichtsratssitzung (17.12.2010) des Unternehmens. Gleichzeitig präsentierte die Geschäftsführung die Ergebnisse der neu eingeführten Befragung zur Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten und gab einen Ausblick auf die wichtigsten Vorhaben für das nächste Jahr.

„Unser wichtigstes Ziel bleibt nach wie vor die wirtschaftliche Sanierung der kommunalen Krankenhäuser. Wir befinden uns hier auf einem guten Weg. Im nächsten Jahr stehen mit dem Spatenstich am Klinikum Bremen Mitte und den Investitionsvorhaben in den anderen Häusern wichtige Meilensteine an“, so Ingelore Rosenkötter. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gesundheit Nord bedankte sich außerdem für das hohe Engagement der Geschäftsführung und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Krankenhäuser.
„Das zurückliegende Jahr war deutlich schwieriger als erwartet“, sagte Dr. Diethelm Hansen, Geschäftsführer Klinikmanagement und Sprecher der Geschäftsführung der Gesundheit Nord. Vor allem durch den wochenlangen Ärztestreik im Mai und Juni konnten die Fallzahlen nicht wie erwartet weiter gesteigert werden, sondern blieben deutlich hinter den Planungen zurück. Viele geplante Operationen mussten in dieser Zeit deshalb verschoben werden. Zwischenzeitlich drohte eine Ergebnislücke von bis zu zehn Millionen. In den vergangenen Monaten konnte ein großer Teil davon doch noch geschlossen werden. Schwierig bleibt die Lage aber dennoch, vor allem im Klinikum Bremen-Mitte, das am stärksten vom Streik betroffen war. Das größte Klinikum der Gesundheit Nord wird in diesem Jahr – nach einem erfolgreichen Jahr 2009 – rote Zahlen schreiben. Auch das Klinikum Bremen-Nord bleibt Sorgenkind, während die Standorte Bremen-Ost und Links der Weser das Jahr mit deutlich positiven Ergebnissen beenden.

„Unsere ganze Anstrengung muss auch im kommenden Jahr der wirtschaftlichen Sanierung des Unternehmens gelten“, so Hansen. Um die vier kommunalen Krankenhäuser weiter zukunftsfähig aufzustellen, sind auch im Jahr 2011 wichtige Investitionen geplant. Am Klinikum Bremen-Mitte geht der Neubau weiterhin mit großen Schritten voran. Noch zu Beginn des Jahres soll der Modulbau bezogen werden, der in den vergangenen Monaten errichtet wurde und vorübergehend eine Intensivstation, die Dialyseabteilung sowie einen Teil der Inneren Medizin beherbergen wird. Im Frühjahr sollen die Abrisse der Gebäude beginnen, die sich im Baufeld befinden, so dass voraussichtlich im Sommer 2011 der erste Spatenstich für den Neubau erfolgen kann. Im Klinikum Links der Weser wird der geplante OP-Neubau beginnen. Auch hier wird zunächst eine Interimslösung geschaffen, so dass der OP-Betrieb auch während der Baumaßnahmen weitergehen kann. Im Klinikum Bremen-Nord wird 2011 eine Komfortstation gebaut, im Klinikum Bremen-Ost beginnen die konkreten Planungen für das Zentrum für Minimalinvasive Chirurgie. Zudem soll dort ein Ärztehaus entstehen. Der Aufsichtsrat begrüßte diese Planungen.

In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Gesundheit Nord zudem einige strategische Entscheidungen für die medizinische Ausrichtung des Konzerns getroffen. So wird die Gesundheit Nord die am Klinikum Bremen-Mitte ansässige Praxis für Strahlentherapie erwerben und diese Leistung künftig wieder selbst anbieten. Nachdem das Klinikum schon seit dem vergangenen Herbst wieder eine eigene Nuklearmedizin betreibt, konnten damit nun zwei wichtige Kernbereiche wieder in den Klinikverbund geholt werden. „Damit können wir nicht nur unseren onkologischen Patienten alle für sie wichtigen Therapien aus einer Hand anbieten, wir sind auch als Arbeitgeber für junge Fachärzte attraktiver geworden“, so Dr. Hansen. 2011 sollen auch die geplanten Spezialambulanzen nach Paragraph 116b den Betrieb aufnehmen. Hier hatte es im Vorfeld lange Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen gegeben. „Ich freue mich sehr, dass wir nun einen Konsens gefunden haben“, sagte Dr. Hansen und betonte: „Es geht uns hier vor allem um eine Verlagerung aus den Tageskliniken in eine andere Struktur. Keinesfalls wollen wir damit eine Konkurrenz zu den niedergelassenen Ärzten aufbauen.“

Eine weitere strategische Entscheidung traf der Aufsichtsrat hinsichtlich der Ambulanten Reha GmbH, einem Tochterunternehmen, das die Gesundheit Nord zusammen mit der Bremer Heimstiftung gründen wird. Auf diese Weise sollen Patientinnen und Patienten künftig nach dem Krankenhausaufenthalt in ihren eigenen vier Wänden hervorragend weiterversorgt werden können.

Gute Nachrichten gab es für den Aufsichtsrat auch im Hinblick auf die Qualität in den vier kommunalen Krankenhäusern: Die 2010 neu eingeführte kontinuierliche Patientenbefragung zeigt, dass deutlich mehr als 90 Prozent der Patientinnen und Patienten so zufrieden sind, dass sie das Krankenhaus weiterempfehlen würden. Im Klinikum Bremen-Mitte sind es 90 Prozent, im Klinikum Bremen-Ost 91 Prozent, im Klinikum Bremen-Ost sogar 94 Prozent. Am zufriedensten sind die Patienten des Klinikums Links der Weser: Hier würden 95 Prozent der Patienten das Haus weiterempfehlen. Zugleich konnte die Zahl der Behandlungsfehler 2010 auf einen neuen Tiefstand gesenkt werden: Noch nie wurden so wenig Behandlungsfehler reklamiert bzw. bestätigt wie 2010. „Das zeigt, dass wir trotz des Sanierungskurses unsere Qualität verbessern konnten“, so Dr. Hansen. Das Thema Qualität wird in den Häusern der Gesundheit Nord auch 2011 eine große Rolle spielen: Die Gesundheit Nord stellt sich nicht nur im Bremer Krankenhausspiegel dem Vergleich mit anderen Kliniken, sondern ist seit einigen Monaten auch Mitglied im bundesweiten Gesundheitsportal www.Qualitaetskliniken.de. Hier stellen vor allem große private Konzerne ihre Qualitätsdaten dar. „Wir sind in vielen Fachdisziplinen in Bremen der einzige Anbieter“, begründete Dr. Hansen diesen Schritt. „Deshalb wollen wir uns auch einem bundesweiten Vergleich stellen.“