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Sonstige

Start frei für den Klimafonds ’umwelt unternehmen mensch natur’

’partnerschaft umwelt unternehmen’ verbindet Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement

25.11.2010

Was wäre, wenn die Kindergruppe von nebenan neue, energiesparende Fenster bekäme? Die Kulturwerkstatt im Stadtteil eine Anlage zur Eigenstromversorgung hätte? Und es finanzielle Mittel gäbe, um die Moore der Region zu renaturieren? Dann wäre Klimaschutz in Bremen und Umgebung ein großes Stück weiter gekommen. Was sich angesichts knapper Kassen nach Zukunftsmusik anhört, rückt ab heute in greifbare Nähe: Mit Gründung des Klimafonds ’umwelt unternehmen mensch natur’ wird die im Umwelt-Wirtschafts-Netzwerk ’partnerschaft umwelt unternehmen’ (’puu’) entstandene Idee nun in die Praxis umgesetzt. Die Initiative von ’puu’-Mitgliedern, der Klimaschutzagentur energiekonsens, dem Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa sowie der ’puu’-Koordinierungsstelle kommt künftig Einrichtungen und Projekten zugute, die selbst nicht über ausreichende Mittel zur Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen verfügen.

Was sich hinter diesem Treuhandfonds verbirgt, ist einfach zu erklären: In ihn können Unternehmen und Institutionen, die wie die Mitglieder der Bremer Umweltpartnerschaft bereits erfolgreich Klimaschutz praktizieren, einen finanziellen Beitrag für ihren noch nicht vermiedenen CO2-Ausstoß – sei es durch die Produktion von Druckerzeugnissen, den Stromverbrauch von Computern oder die Nutzung von Firmenfahrzeugen – einzahlen. Zusammen gekommen ist dabei zum Auftakt ein Betrag von 13.575 Euro. Dr. Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau Verkehr und Europa: „Der Klimafonds ’umwelt unternehmen mensch natur’ verbindet Klimaschutz vorbildlich mit gesellschaftlichem Engagement. Firmen und Institutionen helfen auf diese Weise anderen dabei, ihre CO2-Emissionen zu senken und tragen so aktiv zum Erreichen der Klimaschutzziele bei.“

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Senator Loske (4.v.l.) mit den Akteuren des Klimafonds

Um die Gelder können sich gemeinnützige kulturelle und soziale Einrichtungen bewerben und diese zur Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen einsetzen.
„Das können beispielsweise Investitionen für die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik oder für eine optimierte Heizungsanlage sein. Wichtig ist, dass sie eine spürbare Senkung des Energieverbrauchs und dadurch der Energiekosten erreichen“, erläutert Michael Pelzl, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur energiekonsens. „Das eingesparte Geld steht den Einrichtungen dann für die Ausweitung oder Sicherstellung ihrer originären Aufgaben und Angebote zur Verfügung. Mehr Geld in diesem Bereich bedeutet ein Plus an Lebensqualität für uns alle“, ergänzt Andreas Lieberum, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Koordinierungsstelle ’partnerschaft umwelt unternehmen’. Die Einrichtungen werden von den Experten der energiekonsens fachlich und kostenlos beraten. Deren Energieanalyse trägt am Ende zur Entscheidung bei, welche Einrichtung, welcher Verein oder Verband mit Sitz im Land Bremen bei seinen Klimaschutzvorhaben mit finanziellen Mitteln unterstützt wird. Die Entscheidung fällt eine unabhängige Jury.

…für Mensch, Natur und Klima in der Region
Ein Teil der Gelder aus dem Klimafonds fließt direkt in die Wiedervernässung von Mooren, für die sich der BUND Landesverband Bremen e.V. im Nordwesten stark macht. Lebende Moore binden weltweit mehr Kohlenstoff, als alle Wälder der Welt zusammen; zerstörte Moore hingegen setzen Klimagase frei. Eine Renaturierung von Torfgebieten reduziert diesen Ausstoß und bewirkt eine nachhaltige Bindung von bis zu zehn Tonnen CO2 allein durch einen Hektar wiedervernässter Moorlandschaft. „Dieser Einsatz für ein gutes Klima zahlt sich letztlich für alle hier in der Region aus“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND in Bremen. Er hofft deshalb, dass möglichst viele umweltaktive Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft einen Beitrag zum Klimafonds leisten.

Wie hoch dieser ausfällt, entscheiden interessierte Unternehmen und Institutionen selbst. Sie geben an, welche Aktivitäten in welchen Geschäftsbereichen, zum Beispiel Mobilität, IT, Elektrizität, Wärme und Heizung, für eine Berechnung der noch verbliebenen CO2-Emissionen in Frage kommen. Grundidee des Klimafonds ist, den daraus ermittelten Wert als finanziellen Beitrag von 25 Euro pro Tonne CO2 für Klimaschutz an anderer Stelle nutzbar zu machen. Alternativ können Einzahlende einen pauschalen Anteil ihres Energieverbrauches oder ihres gesamten Strom- beziehungsweise Wärmebedarfs am Standort errechnen lassen. Auf diese Art ist es auch kleinen Betrieben möglich, mit wenigen Mitteln soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen.

Dabei sein ist alles…
Insgesamt acht ’puu’-Mitglieder legten den Grundstein für den Klimafonds ’umwelt unternehmen mensch natur’. Dabei zu sein, ist für die Betriebe Backen mit Leidenschaft GmbH, ted GmbH, REETEC GmbH, saturn petfood gmbh, Holzhandlung Hermann Ehlers GmbH & Co. KG, cambio Bremen, Franz Gottwald GmbH & Co. und b.r.m. business resource management selbstverständlich.
Einige von ihnen haben ihre Unterstützung bereits für mehrere Jahre zugesichert, um sich so mit ihren Klimaschutzbemühungen ganz konkret und mit sichtbarem Ergebnis für den Standort stark zu machen. Zur Startergruppe zählen darüber hinaus als erste Institution der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa sowie die erecon AG als erstes Unternehmen außerhalb der ’puu’. Nach dem erfolgreichen Auftakt mit einer Startsumme von insgesamt
13.575 Euro sind nun Unternehmen und Institutionen im gesamten Land Bremen gefragt, es den ersten Einzahlenden gleich zu tun. Darüber hinaus sind soziale und kulturelle Einrichtungen aufgerufen, sich um die ersten Gelder zu bewerben.

Infos zum Klimafonds: www.umwelt-unternehmen.bremen.de
Kontakt: Koordinierungsstelle ’puu’ 0471/3083131 oder info@uu-bremen.de

Foto: Senatspressestelle