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Senatskanzlei

Festakt zum 3. Oktober mit besonderer Note

24.09.2010

Gerade einmal eine Stunde brauchte Dimitri Schostakowitsch – dann war die festliche Ouvertüre op 96 fertig. Sie sollte zum 37. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution erklingen. Sein Freund, der Musikwissenschaftler Lebedinsky, erinnert sich: „Die Geschwindigkeit, mit der er schrieb, war wirklich erstaunlich…. Er lachte und kicherte, derweil ging die Arbeit weiter und die Musik wurde notiert“. Und es entstand ein Meisterwerk, das bei seiner Premiere am 6. Oktober 1954 begeistert aufgenommen wurde. Die Faszination dieses temperamentvollen Stückes, das den Freiheitsgedanken und die Hoffnung auf eine neue Zeit wahrlich mitreißend aufgenommen hat, ist bis heute ungebrochen. Beim Festakt am 3. Oktober 2010 in Bremen werden die Bremer Philharmoniker mit diesem brillanten Werk die zahlreichen Gäste auf den Tag der Deutschen Einheit einstimmen.

Die Freiheitsoper schlechthin ist Ludwig van Beethovens Fidelio. Diese Musik mit ihrer starken Wirkung passt wunderbar in eine Feierstunde, in der die Wiedervereinigung eines geteilten Landes gewürdigt wird. Anlässlich des Staatsaktes zum Gesamtjubiläum Friedliche Revolution am 9. Oktober 2009 in Leipzig dirigierte Kurt Masur die Ouvertüre zu Fidelio in Erinnerung an die bedeutende Rolle der Oper für den gewaltfreien Aufstand in der DDR. Generalmusikdirektor Markus Poschner hat das Finale des 2. Aktes aus Fidelio op.72 „Heil sei dem Tag, Heil sei der Stunde“ ausgewählt. Ein hochemotionales Stück, das die Bremer Philharmoniker in großer Besetzung spielen.

Unterstützt werden sie vom Bremer Rathschor (Einstudierung: Wolfgang Helbich), dem Chor des Theater Bremen (Einstudierung: Daniel Mayr). Als Solisten sind dabei: Patricia Andress (Sopran), Nadine Lehner (Sopran), Pavol Breslik (Tenor), Luis Olivares Sandoval (Tenor), George Stevens (Bariton), Victor von Halem (Bass).

Im Zentrum des Festaktes zum Tag der deutschen Einheit stehen natürlich die Reden von Bürgermeister Jens Böhrnsen als amtierender Bundesratspräsident und von Bundespräsident Christian Wulff. Die besondere Note freilich bekommt diese jährlich wiederkehrende Veranstaltung durch die Inszenierung der festlichen Stunde. Dazu gehört die Auswahl der Musik ebenso wie die künstlerischen Elemente.

„Alle in einem Boot“ - Das Blaumeier-Atelier auf der Bühne
Und hier kommt das Bremer Blaumeier-Atelier ins Spiel. Die Akteure dieses außergewöhnlichen und integrativen Künstlerensembles aus sogenannten behinderten und nicht-behinderten Menschen bringen eine maritime Szenerie auf die Bühne: Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, begegnen sich auf einer Hafenpromenade und gehen als Reisende an Bord. Ganz leicht, ohne erhobenen Zeigefinger, wollen die Blaumeiers sagen: Sehr her, wir alle sind verschieden, aber es geht, miteinander klarzukommen. Das Schiff sticht unter der hinreißend gerappten Hymne "Freude schöner Götterfunken" in See - alle in einem Boot. Gerade aus der Vielfalt entsteht die künstlerische Qualität, der besondere Charme und die unterhaltsame Leichtigkeit der Blaumeier-Kunst.

Generation Einheit auf Reisen
Fast schon zur Tradition gehört zur zentralen Einheitsfeier eine kleine Filmsequenz zum Thema deutsche Einheit. Für die Bremer Feier hat die Bremedia Production GmbH sich Überraschendes einfallen lassen. In rasanter Fahrt geht es in dem eindrucksvollen Roadmovie mit dem Bremen-Bus durch alle 16 Landeshauptstädte, 16 Jugendliche aus der „Generation der Einheit“ werden aufgespürt und nach ihrer ganz persönlichen „Deutschen Einheit“ befragt. Zum Schluss sind sie alle auf der Bühne präsent, als Botschafter eines vereinten Deutschlands.

Die Freie Hansestadt Bremen dankt den Unterstützern des Bürgerfestes:

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