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Die Senatorin für Finanzen

Senat beschließt Personalbericht 2010

Bis 2020 erreichen 45 Prozent der Beschäftigten die Altersgrenze / Gesundheitsvorsorge wichtiger denn je / Erstmals Fehlzeitenstatistik erstellt

21.09.2010

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung (21.09.2010) den neuen Personalbericht 2010 verabschiedet. In dem Bericht wird die Entwicklung der Personalstruktur und der Personalausgaben für das Jahr 2009 detailliert dargestellt. Der öffentliche Dienst ist der größte Arbeitgeber Bremens. Insgesamt arbeiten in den Einrichtungen des bremischen öffentlichen Dienstes knapp 48.000 Beschäftigte. Hiervon sind im vergangenen Jahr 39 Prozent in der „klassischen“ Kernverwaltung beschäftigt, 42 Prozent arbeiten in den bremischen Gesellschaften, sieben Prozent in Eigenbetrieben und Stiftungen (z.B. Kindertagesstätten, Stadtbibliothek), neun Prozent in so genannten Sonderhaushalten (z. B. Hochschulen) und knapp drei Prozent in Anstalten öffentlichen Rechts.

Die Personalausgaben (inkl. Versorgung, ohne Beteiligungen) betrugen 2009 insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Kostensteigerungen durch Tariferhöhungen und eine zunehmende Anzahl von Versorgungsempfängern wurden durch eine Verringerung der Beschäftigtenzahlen teilweise kompensiert.

Von 1993 bis 2009 ist das Durchschnittsalter in der Kernverwaltung von 44,8 Jahren auf 47,8 Jahre gestiegen. Verstärkt durch die Einsparzwänge der vergangenen Jahre im Personalbereich bilden Beschäftigte über 55 Jahre den größten Anteil (rd. 30 Prozent) am Personalbestand. Insgesamt werden in den kommenden zehn Jahren rund 45 Prozent der Beschäftigten den öffentlichen Dienst verlassen. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten insgesamt ist weiter angewachsen und liegt im Jahr 2009 bei circa 39 Prozent, der Anteil der weiblichen Beschäftigten liegt in der Kernverwaltung bei 53 Prozent (2009) gegenüber 48 Prozent im Jahr 1993.

Erstmalig im Personalbericht: Die Fehlzeitenstatistik

„Durch das steigende Durchschnittalter ist das Thema Gesundheitsvorsorge wichtiger denn je,“ betont Bürgermeisterin Karoline Linnert. „Die Beschäftigten sind unsere wichtigste Ressource. In ihrem und im Interesse einer leistungsfähigen Verwaltung befassen wir uns systematisch mit dem Thema präventive Gesundheitsförderung.“ Mit der erstmals erstellten und neu im Personalbericht aufgenommenen Fehlzeitenstatistik wurde die Analysegrundlage für eine umfassende Gesundheitsberichterstattung im bremischen öffentlichen Dienst geschaffen.

Danach ergibt sich für den Gesamtbestand im Jahr 2009 eine krankheitsbedingte Fehlzeitenquote von 5,4 Prozent, was 19,85 Fehltagen entspricht. Weibliche Beschäftigte weisen durchschnittlich mehr Fehltage (21,5 Tage) als die männlichen Beschäftigten auf (17 Tage). Die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage der Beschäftigten steigt mit ansteigendem Alter, wobei die Beschäftigten zwischen 50 und 59 Jahren den größten Anteil an Krankentagen aufweisen. Bei den Beschäftigten des einfachen und mittleren Dienstes ist die Fehlzeitenquote am höchsten, bei den Beschäftigten des höheren Dienstes am niedrigsten. „Den Ressorts und ihren zugeordneten Dienststellen werden ihre jeweiligen Fehlzeitenquoten zur Verfügung gestellt, damit vor Ort zielgerichtete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung entwickelt werden können,“ erläutert Karoline Linnert. „Wir wollen die Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten erhalten und erhöhen. Es wird darauf ankommen, die speziellen Arbeitsbedingungen in den einzelnen Dienststellen gemeinsam mit den Beschäftigten zu untersuchen und Maßnahmen zur Gesundheitsprävention zu ergreifen.“

Öffentlicher Dienst braucht weiter qualifizierten Nachwuchs

Abschließend erklärt Karoline Linnert, dass der öffentliche Dienst trotz des beschlossenen Personalabbaus (950 Stellen bis 2014) auch in den kommenden Jahren kontinuierlich ausbilden werde: „Wir brauchen qualifizierten und motivierten Nachwuchs. Darum werden wir aktiv werben - mit attraktiven Arbeitsplätzen und familienfreundlichen Rahmenbedingungen.“ Durch den anstehenden großen Personalaustausch werde eine ausgeglichenere Altersstruktur bei den Beschäftigten erreichbar. "Auch das wird helfen, die Gesundheitssituation zu verbessern."

Der Personalbericht für 2010 steht im Internet unter www.finanzen.bremen.de/info/personalcontrollingberichte zur Verfügung.