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Senatskanzlei

Neues Buch beleuchtet Beziehungen zwischen Südafrika und Deutschland

19.04.2010

„Meiner Ansicht nach besitzen alle in der Bundesrepublik lebenden Menschen aufgrund einer langen, mit vielen Höhen und Tiefen ausgestatteten Tradition eine besondere Verantwortung für diesen Staat“. Gemeint ist Südafrika – und diese Worte stammen von Heinz Gustafsson, der mit seinem neusten, soeben erschienenen Buch „Südafrika und Deutschland“ dieser Verantwortung in besonderer Weise nachgekommen ist. Das 700-seitige, reich bebilderte Werk wurde heute im Bremer Rathaus vorgestellt, es ist eine akribische, reichhaltig belegte Suche nach gemeinsamen Spuren, die bis ins Jahr 2009 reichen.

Autor Heinz Gustafsson (Mitte) mit Klaus Wedemeier (ehem. Bremer Bürgermeister, links) und Gunther Hilliges, jpg, 78.7 KB
Autor Heinz Gustafsson (Mitte) mit Klaus Wedemeier (ehem. Bremer Bürgermeister, links) und Gunther Hilliges

In insgesamt 27 Kapiteln führt der Autor seine Leser im wesentlichen durch die Geschichte Südafrikas, von der Kolonialisierung bis zur Befreiung, bis zum Ende des rassistischen Apartheid-Systems und den ersten freien Wahlen im Jahr 1994, bei denen Nelson Mandela zum Präsidenten gewählt wurde. 342 Jahre bestimmten Fremdherrschaft, blutige Auseinandersetzungen, Unterdrückung und Rassenprobleme das Leben am Kap der Guten Hoffnung.

In vielfacher Weise sind auch die Beziehungen Bremens zu Südafrika dokumentiert. Bremens ehemaliger Bürgermeister Klaus Wedemeier würdigt in seinem Vorwort, wie eng Bremen mit dem Freiheitskampf in Südafrika verbunden war. „Heute ist Südafrikas und Namibias Weg Vorbild für Demokratie, Frieden und Versöhnung durch Überwindung von Gewalt und Rassismus“, schreibt Wedemeier. „Bremen hat diese historische Anstrengung der Völker des südlichen Afrika seit dreißig Jahren unterstützt und bewundert die Leistungen seiner Freunde vor allem in Südafrika und Namibia.“

Während der Buchvorstellung erinnerte er auch daran, dass Bremen mit zweifelhaften Methoden Kolonien erschlossen und auch später eine unrühmliche Rolle gespielt habe, als konservative Kräfte zwischen den beiden Weltkriegen sich für den Rückerhalt von Kolonien stark machten. In den 70er Jahren jedoch gab es von Bremen aus Kontakte zu den Befreiungsbewegungen ANC und SWAPO, ein Umdenken habe eingesetzt, was insbesondere der evangelischen Frauenhilfe zuzurechnen sei. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der Hansestadt, unterstützt von der Bremer Politik, engagierten sich gegen die Apartheid.
Ausführlich dokumentiert ist in dem Band u.a. auch die Verleihung des Bremer Solidaritätspreises an Nelson und Winnie Mandela im Jahr 1988.

Der Band „Südafrika und Deutschland, Auf der Suche nach gemeinsamen Spuren“ ist im Isensee Verlag erschienen und kostet 78. Euro

Foto: Senatspressestelle