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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Rosenkötter: Wir brauchen eine Bildungsoffensive in der Pflege

Gesundheitsdeputation berät Imagekampagne für Pflegeberufe und Bericht über die Pflegeausbildung im Land Bremen

15.04.2010

Die Zukunftsprognosen sind eindeutig: Der Bedarf an Pflegekräften wird steigen und das Interesse an Pflegeberufen lässt deutlich nach. „Wir wollen hier eine Trendumkehr erreichen“, so Gesundheits- und Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter über einen Bericht über die Pflegeausbildung im Land Bremen, der heute (15. April) in der Deputation für Arbeit und Gesundheit vorgelegt wurde.

Die Empfehlung, die in diesem Bericht zusammengefasst werden, sind eindeutig: „Wir brauchen in der Pflege abgestufte Qualifikationen und Tätigkeitsprofile. Da muss es eine gute Ausbildung für den Hauptschüler geben, die zu einer Tätigkeit im Assistenzbereich befähigt. Und es muss auf der anderen Seite qualifizierende Abschlüsse mit Bachelor- und Master-Niveau geben. Wichtig ist die Durchlässigkeit. Wer eine Ausbildung im Helferbereich gemacht hat und dabei neue Stärken und Kompetenzen entdeckt, muss die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg haben“, so Rosenkötter. In Bremen seien bereits erste Bausteine in der Planung, die die Pflegeausbildung in der genannten Richtung weiterentwickeln. Dazu gehören konzeptionelle Überlegung für eine Helfer/innen-Ausbildung sowie die Entwicklung eines Bachelor-Studienganges, der im Wintersemester 2011 starten soll.

„Genauso wichtig ist es, dass wir endlich zu einer Generalisierung der Pflegeausbildung kommen. Alle Modellprojekte haben gezeigt, dass die Aufteilung in Alten- und Krankenpflege schon lange keinen Sinn mehr macht. Wir brauchen eine Ausbildung mit unterschiedlicher Schwerpunktbildung“, sagte Rosenkötter. Hier sei allerdings der Bund gefordert, denn bei der Pflegeausbildung handelt es sich in Deutschland um eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung. „Wir arbeiten in diversen Bundesgremien aktiv mit, um dieses Thema voranzubringen. Ich erwarte von Minister Rösler, dass die Neugestaltung der Pflegeausbildung ganz oben auf die politische Agenda gesetzt wird“, so Rosenkötter weiter.

Neben der dringend notwendigen inhaltlichen Neugestaltung der Pflegeausbildung hat die Pflege aber auch ein Imageproblem. Auch hier will die Gesundheitssenatorin aktiv werden. Der Deputation wurde heute vorgestellt, welche Kernpunkte eine derzeit in Planung stehende Imagekampagne berücksichtigen sollte. So sollen Mädchen und Jungs mit unterschiedlichen Materialen angesprochen werden. Zielgruppe der Kampagne sollen zudem die Eltern sein. Die Werbematerialen sollen die positiven Sozialaspekte, die Krisensicherheit und die Zukunftschancen der Berufe deutlich machen. Die Vielseitigkeit des Berufs und die Selbständigkeit in der Tätigkeiten sollten realistisch dargestellt werden.