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Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz

Forschungsprojekt zur Behandlung von Alkoholsucht startet: Bremen Modellregion

Achtung Redaktionen: Auftaktveranstaltung am 27. November 2017 mit Senatorin Quante-Brandt

22.11.2017

In Bremen geht ein wissenschaftliches Projekt zur Behandlung von Alkoholsucht an den Start. Dabei geht es darum, zu erforschen, wie Leitlinien in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Alkoholproblemen besser genutzt werden können.

Leitlinien sind ein wichtiges Steuerungselement in der medizinischen Versorgung, deren Nutzen aber von der Akzeptanz und Umsetzung abhängig ist. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht) wurde eine Leitlinie zu Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen erstellt. Sie hat das Ziel, die Versorgung in den medizinischen und psychosozialen Bereichen zu verbessern und eine angemessene, professionelle Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Alkoholproblemen sicherzustellen. Studien zeigen, dass die alleinige Entwicklung und Veröffentlichung einer Leitlinie oftmals nicht ausreichend ist und ein Bedarf an effektiven Umsetzungsstrategien besteht, um Leitlinienempfehlungen in der Regelversorgung nachhaltig zu verankern.

Ziel des nun startenden Forschungsprojektes „Implementierung und Evaluation der S3-Leitlinie zu Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ (IMPELA) ist es, geeignete Umsetzungsstrategien zu entwickeln und deren Implementierung in der Modellegion Bremen zu evaluieren.

Die wissenschaftliche Projektgruppe unter Leitung des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) (Prof. Dr. Jens Reimer/Dr. Uwe Verthein) besteht aus Forschungseinrichtungen aus Dresden, Hamburg, Heidelberg, Mannheim und München.

Prof. Reimer leitet zugleich das Zentrum für Psychosoziale Medizin im Klinikverbund Gesundheit Nord. Die Teilprojekte werden in enger Kooperation mit lokalen Trägern (Gesundheit Nord, Therapiehilfe e.V.), Krankenkassen (AOK Bremen, hkk Bremen), der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen sowie der Ärztekammer Bremen umgesetzt. Das Projekt wird zudem von Bremens Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz , Prof. Dr. Eva Quante-Brandt unterstützt.

Problematischer Alkoholkonsum ist in Deutschland weit verbreitet. Etwa 7,6 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskantem Ausmaß. Davon erfüllen 1,6 Millionen Menschen die Kriterien für einen missbräuchlichen Alkoholkonsum und 1,7 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. Neben individuellen Folgen, wie dem erhöhten Risiko für die Entwicklung von körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen, steht problematischer Alkoholkonsum in direktem Zusammenhang mit Verletzungen infolge von Gewalt und Unfällen. Die alkoholbezogenen Gesamtfolgekosten für Deutschland werden auf mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Das dreijährige Vorhaben wird mit 400.000 Euro vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Die Auftaktveranstaltung findet am Montag, 27. November 2017 um 9:30 Uhr im Haus der Wissenschaft in Bremen statt.

Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich willkommen.