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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Start für autonomes Fahren in Bremen

Senator Lohse überreicht Universität Bremen Ausnahmegenehmigung

19.05.2017

Seit heute (Freitag, 19. Mai 2017) können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen ihr eigenes Forschungsfahrzeug für die Erprobung von autonomen beziehungsweise hoch-automatisierten Fahrmanövern in Betrieb nehmen. Verkehrssenator Joachim Lohse überreichte die dafür notwendige Ausnahmegenehmigung an den Projektleiter Professor Dr. Christof Büskens.

Verkehrssenator Joachim Lohse (rechts im Bild) überreicht im Beisein von Wirtschaftsstaatsrat Ekkehart Siering (links im Bild) die Ausnahmegenehmigung an Projektleiter Prof. Christof Büskens, jpg, 130.7 KB
Verkehrssenator Joachim Lohse (rechts im Bild) überreicht im Beisein von Wirtschaftsstaatsrat Ekkehart Siering (links im Bild) die Ausnahmegenehmigung an Projektleiter Prof. Christof Büskens

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und DLR Raumfahrtmanagement geförderten Projektes „AO-Car - Autonome, optimale Fahrzeugnavigation und -steuerung im Fahrzeug-Fahrgast-Nahbereich für den städtischen Bereich“ werden unter Leitung der Arbeitsgruppe „Optimierung und Optimale Steuerung“ des Zentrums für Technomathematik (Professor Christof Büskens) sowie den Arbeitsgruppen "Kognitive Neuroinformatik" (Professorin Kerstin Schill) und „Computergraphik und virtuelle Realität“ (Professor Gabriel Zachmann) neue Fahrerassistenzsysteme entwickelt und die hierfür grundlegenden mathematischen und informatischen Fragestellungen erforscht und gelöst.

„Ich freue mich sehr, dass nun der Grundstein für die weitere praktische Forschung im Bereich autonomes Fahren gelegt wurde und die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bremen mit ihrem ganzheitlichen Ansatz in diesem heißumkämpften Markt neue Lösungswege beschreiten werden“, so Senator Lohse.

Prof. Büskens erklärte hierzu: „Wir freuen uns sehr über die schnelle und unkomplizierte Unterstützung des Landes Bremen ab dem ersten Tag der Bekanntmachung unseres Vorhabens. Das Projekt, das die zentralen Stärken des Landes Bremen Luft- und Raumfahrt sowie Automobil verbindet, trägt dazu bei, universitäres Wissen in die Stadt zu tragen und so sichtbar zu machen.“

Ziel des Forschungsprojektes ist es insbesondere existierende Algorithmen und Methoden aus der Luft- und Raumfahrt auf automobile Anwendungen zu übertragen. Die Projektpartner arbeiten bereits seit mehreren Jahren gemeinsam an hoch-automatisierten Raumfahrtsystemen und möchten die dabei entwickelten Methoden auf das Forschungsfahrzeug und damit in den Bremer Straßenverkehr bringen.

Die für den Einsatz des mit zusätzlicher Sensorik ausgerüsteten Forschungsfahrzeuges notwendige Ausnahmegenehmigung wurde von Senator Lohse heute mit den besten Wünschen überreicht. Er gab damit den Start frei für die eigenständige Forschung und Erprobung des autonomen Fahrens in Bremen und im Umland. Die Ausnahmegenehmigung umfasst ausgewiesene Straßen in Bremen und Niedersachsen auf denen die Erprobung von hoch-automatisierten Fahrmanövern in Zukunft realisiert wird. Die genehmigte „Teststrecke“ zeichnet sich durch typische Verkehrssituationen aus, wie z. B. Shared Space, Kreuzungen, Landstraßen, Autobahn, urbane Verkehrsadern, Parkplätze und weiteres.

Der Staatsrat aus dem Wirtschaftsressort, Ekkehart Siering, stellte ergänzend die Bedeutung des Themas autonomes Fahren für die Smart-City-Strategie Bremens heraus: „Es handelt sich um eines der wichtigsten Zukunftsthemen, deshalb hat der Senat hierzu eine Projektgruppe der Staatsräte aus den beteiligten Ressorts eingesetzt. Die Entwicklung der Projekte im Bereich des autonomen Fahrens sollen hier unter der Überschrift „SMART – DIGITAL – MOBIL“ mit weiteren Projekten zu Themen wie E-Mobility, Smart Industry und intelligenten Verkehrskonzepten verknüpft werden. Dabei soll ein Augenmerk auch auf der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die Unterstützung von Start-ups in diesem Segment liegen.“

Foto: Pressereferat, Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr