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Der Senator für Inneres

Bevölkerungsentwicklung in Bremen bis 2035: Wachstum durch Zuwanderung

02.05.2017

Das Statistische Landesamt hat eine neue Bevölkerungsvorausberechnung für das Land Bremen und die Städte Bremen und Bremerhaven vorgelegt. Eine Aktualisierung der Bevölkerungsvorausberechnung findet regelmäßig statt und bezieht die aktuellen demografischen Entwicklungen wie die Flüchtlingszuwanderung mit ein. Die neue Berechnung zeigt die Bevölkerungsentwicklung bis in das Jahr 2035.

Demnach wird die Bevölkerung im Land Bremen von 671.489 am 31.12.2015 voraussichtlich auf gut 705.000 wachsen (+5 Prozent). In der Stadt Bremen fällt das Wachstum mit knapp 5 Prozent geringfügig moderater aus, die Bevölkerungszahl steigt von 557.464 auf etwa 583.000. In der Stadt Bremerhaven wird dagegen mit einem Anstieg um 7 Prozent gerechnet, von 114.025 bis auf gut 122.000.

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Höhere Geburtenrate, steigende Lebenserwartung
Verschiedene Bevölkerungskomponenten wirken sich auf die Bevölkerungszahl und -struktur aus. Die Geburtenrate ist in den letzten Jahren angestiegen. Die zusammengefasste Geburtenrate, sie entspricht in etwa der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau, betrug 1,5 im Jahr 2016 in der Stadt Bremen und 1,9 in der Stadt Bremerhaven. Für die Vorausschätzung wurde das Niveau von 2016 fortgeschrieben. Die Zahl der Geburten steigt entsprechend an.

Auch die Lebenserwartung steigt aller Voraussicht nach weiterhin an. Es wird davon ausgegangen, dass die Lebenserwartung im Land Bremen um 3,6 Jahre bei Männern und um 3,3 Jahre bei Frauen steigt. Die Lebenserwartung ist bei Frauen höher als bei Männern und in der Stadt Bremen höher als in Bremerhaven.

Wie in der Vergangenheit wird es auch zukünftig wahrscheinlich mehr Sterbefälle als Geburten geben. Bei einer anhaltend hohen Geburtenrate wird die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen allerdings kleiner sein.

Erhöhte Zuwanderung aus dem Ausland bis 2022, mehr Weg- als Zuzüge aus dem Bundesgebiet
Bei den Zu- und Wegzügen sind kurz- und langfristige Entwicklungen zu berücksichtigen. Als langfristiger Trend wird erwartet, dass der Wanderungsaustausch mit dem Bundesgebiet und dem Ausland dem Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 entspricht. Entsprechend dieser Annahmen ist der Wanderungssaldo mit dem Bundesgebiet, das heißt Zuzüge abzüglich Wegzüge, weiterhin negativ. Der Wanderungssaldo mit dem Ausland ist positiv. Es wird erwartet, dass mehr Zu- als Abwanderung stattfindet. Zusätzlich wird insbesondere in den Jahren bis 2022 mit erhöhter Flüchtlingszuwanderung (Zuzug von Geflüchteten, Familiennachzug und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) gerechnet. In der Regel finden Zu- und Wegzüge in den jungen Erwachsenenjahren statt.

In der Summe ziehen mehr Personen nach Bremen als Personen wegziehen. Dieser positive Wanderungssaldo gleicht auch das negative natürliche Bevölkerungswachstum aus und erklärt das erwartete Bevölkerungswachstum.

Änderungen in der Altersstruktur
Die höhere Geburtenrate und Zuwanderung führen dazu, dass die Alterung der Bevölkerung gebremst wird: das Durchschnittsalter geht bis 2021 leicht zurück, mit Abebben der starken Zuwanderung steigt das Durchschnittsalter in den Folgejahren wieder leicht an. Die Zahl der Kinder steigt wieder an. Ebenso wächst die ältere Bevölkerung (65 Jahre und älter), die Babyboomer der geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1969 erreichen das Renteneintrittsalter. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter geht zurück.

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Belastbarkeit der Ergebnisse
Die Bevölkerungsvorausberechnung ist eine Wenn-Dann-Berechnung, bei der sich die Bevölkerungsgröße im prognostizierten Umfang entwickelt, wenn die getroffenen Annahmen eintreffen. Diese spiegeln die derzeit realistische Bevölkerungsentwicklung wider. Insbesondere die Höhe der Zu- und Wegzüge ist jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet. Alle Bevölkerungsbewegungen werden regelmäßig überprüft und fließen in eine aktualisierte Bevölkerungsvorausberechnung ein. Die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung hat beispielsweise das erhöhte Geburtenniveau und eine detaillierte Betrachtung der fluchtbedingten Migration einbezogen.

Hintergrund: Daten
Die Bevölkerungsvorausberechnung basiert auf dem Bevölkerungsstand zum 31.12.2015. Wegen bundesweiter Verfahrensumstellungen in der amtlichen Bevölkerungsstatistik werden Zahlen aus der Bevölkerungsfortschreibung zum Stichtag 31.12.2016 sowie die Jahresergebnisse zu den Bevölkerungsbewegungen voraussichtlich erst Ende des ersten Quartals 2018 veröffentlicht. Für das Jahr 2016 wurden deshalb Daten aus den Einwohnermelderegistern hilfsweise herangezogen, um Trends abzuleiten.

Der Vorausberechnung liegt ein Kohorten-Komponenten-Modell zu Grunde, mit dem die Alterskohorten jedes Jahr fortgeschrieben werden. Die Neugeborenen und Zuzüge kommen zur Bevölkerung hinzu, Sterbefälle und Wegzüge verringern den Bevölkerungsbestand.

Ausführliches Datenmaterial finden Sie unter www.statistik.bremen.de in der Datenbank "Bremen Infosystem". Diese steht unter dem Menüpunkt "Datenangebote" bzw. hier: Bremen Infosystem > Bevölkerung > Bevölkerungsvorausschätzung.

Weitere Auskünfte erteilt:
Markus Habig, Telefon: (0421) 361 2463
E-Mail: markus.habig@statistik.bremen.de