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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter: Köhlers „Pflegezeit“ ist nicht ausreichend

27.01.2010

„Wir brauchen praktikable Modelle für Menschen, die sich um die Pflege ihrer Angehörigen kümmern. Pflege darf nicht noch mehr von den privaten Möglichkeiten abhängen. Hier müssen die Sozialversicherung, die Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusammen wirken“, mit diesen Worten nahm Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter zu einem Vorschlag der neuen Bundesfamilienministerin Kristina Köhler Stellung, wonach Teilzeitregelungen zur Pflege von Angehörigen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag verabredet werden sollen. Danach sollen Pflegende beispielsweise nur zu 50% arbeiten, aber weiterhin ein Einkommen von 70% bekommen. Die Differenz von 20% soll dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgearbeitet werden.


Der Kern der Idee von Familienministerin Köhler sei durchaus interessant, der Vorschlag aber bei weitem nicht ausreichend, so Rosenkötter weiter. „Wir brauchen endlich Pflegetage – vergleichbar mit den Tagen zur Betreuung eines kranken Kindes. Außerdem können es sich nur gut verdienende Arbeitnehmer/innen leisten, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Hier müssen auch unbedingt die Pflegekassen mit ins Boot, damit ein solches Modell allen Menschen was bringt. Im übrigen darf die Belastung durch Pflege nicht noch mehr auf dem Rücken von Frauen ausgetragen werden.“