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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Erster„Klimaschutzbetrieb 2009“ ist die Bock Bio Science GmbH aus Bremen

07.05.2009

Umweltsenator Dr. Reinhard Loske gratulierte

Sie ist eine Anerkennung für Unternehmen, die in Sachen Energieeffizienz mehr tun, als gesetzlich vorgeschrieben: die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20“. In diesem Jahr geht der seit 2008 von der ’initiative umwelt unternehmen’ vergebene Titel als erstes an die Bremer Bock Bio Science GmbH. Das Unternehmen der grünen Biotechnologie hat in nur fünf Jahren geschafft, was die Europäische Union bis 2020 als Zielvorgabe setzt: es reduzierte den Ausstoß an CO2-Emissionen am eigenen Standort um mehr als 20 Prozent – das entspricht rund 700 Tonnen pro Jahr. Zu dieser Leistung gratulierte Umweltsenator Dr. Reinhard Loske mit einer Urkunde. Er besuchte den Klimaschutzbetrieb 2009 und überzeugte sich vor Ort von den sichtbaren Ergebnissen einer umweltfreundlichen Firmenausrichtung.


Umweltsenator Dr. Reinhard Loske zeichnete heute die Bock Bio Science GmbH als ersten

Umweltsenator Dr. Reinhard Loske zeichnete heute die Bock Bio Science GmbH als ersten "Klimaschutzbetrieb CO2-20" 2009 in Bremen aus. Zusammen mit Martin Schulze von der Koordinierungsstelle 'initiative umwelt unternehmen' gratulierte er Geschäftsführer Stephan von Rundstedt im Labor des Biotechnologie-Unternehmens.


Bei seinem Besuch erwartete den Senator grüne Biotechnologie „made in Bremen“. Bei Bock Bio Science werden Zierpflanzen, Stauden und Gehölze gezüchtet und vermehrt. Spezialisiert hat sich das Unternehmen, das mittlerweile auch eine Niederlassung in China betreibt, unter anderem auf die Produktion von in der Natur gefährdeten oder unter Naturschutz stehenden Pflanzenarten. Auch Sorten für den ökologischen Anbau werden hier im Labor produziert. „Dabei verfolgen wir das Ziel, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch umweltfreundlich zu kultivieren“, sagt Stephan von Rundstedt, Mitglied der Geschäftsführung im Traditionsbetrieb. Seit 2001 hat die Firma ihre Gewächshäuser und Laborräume sukzessiv nach ökologischen Gesichtspunkten umgerüstet – mit modernster Technik und einem cleveren Energieversorgungskonzept. Reinhard Loske fand die Konsequenz, mit der Klimaschutz bei Bock betrieben wird, beeindruckend: „Bock Bio Science zeigt vorbildlich, dass sich mit Engagement und Einsatz innovativer Umwelttechnik vorhandene Energieeinsparpotenziale optimal nutzen lassen. Dieser Weg steht jedem Unternehmen, unabhängig von Größe und Tätigkeitsfeld, offen. Klimaschutz ist eines unserer wichtigsten Anliegen im 21. Jahrhundert. Betrieben, die dies erkannt haben, gehört die Zukunft.“


Bock Bio Science profitiert längst von den Investitionen in Energieeffizienz: „In unserer Branche kommen energie-intensive Anlagen zum Einsatz, die allein schon aus ökonomischen Gründen zum Umdenken verpflichten“, so von Rundstedt. In seinem Betrieb sieht das konkret so aus: Kulturräume und Labore sind durch hoch dämmende Thermo-Isopanelen weitgehend unabhängig von äußeren Wettereinflüssen, so dass im Inneren ein stabiles Klima vorherrscht und Elektrizität effizient genutzt werden kann. In den Räumlichkeiten wurden konventionelle Leuchtstoffröhren gegen umweltfreundliche Lampen mit elektronischen, dimmbaren Vorschaltgeräten ausgetauscht. „Über eine automatische Regelung verbrauchen wir heute nur noch exakt die Energie, die notwendig ist, um unsere Pflanzen zu kultivieren“, erklärt Stephan von Rundstedt. Die neuen Beleuchtungskörper bieten aber noch mehr Vorteile: „Sie erzeugen fünf Prozent mehr Licht und geben weniger Wärme ab, so dass wir unsere Kühlleistung erheblich herunterfahren konnten.“ Eine weitere Maßnahme, die auf den ersten Blick nur wenig Strom einspart, in der Summe aber viel ausmacht: Die sterilen Werkbänke im Labor, die so genannten „Clean Benches“, wurden mit regelbaren Motoren ausgestattet. Auch die Hauptpumpen zur Heißwasserversorgung für die Beheizung der Gewächshäuser wurden ausgetauscht. Heute sind Niedrigenergiepumpen im Einsatz, die sich dem Bedarf anpassen und somit den jährlichen Stromverbrauch an dieser Stelle um rund 50 Prozent reduziert haben. Mit Heizwärme versorgt wird der Gartenbaubetrieb über eine Holzhackschnitzelheizungsanlage. Von Rundstedt: „Über sie werden knapp drei Millionen Kilowattstunden Heizenergie oder 300.000 Liter Heizöl CO2-neutral substituiert.“


Damit erfüllt das Unternehmen ein wichtiges Kriterium für die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20“. Bewerben kann sich nämlich, wer seine CO2-Emissionen am Firmenstandort im Land Bremen nachweislich um 20 Prozent in den letzten fünf Jahren gesenkt hat. Hier wird neben Energiesparmaßnahmen auch die Nutzung selbst erzeugter regenerativer Energie anerkannt. Ein Expertenteam bewertet die Klimaschutz-Leistungen getrennt nach den Energieträgern Strom, Gas, Öl und Fernwärme. Der Titel Klimaschutzbetrieb wird mit einer Jahreszahl versehen, um den Aktionszeitraum zu bezeichnen und gleichzeitig die Träger anzuregen, auch weiterhin nach Energieeinsparmöglichkeiten zu suchen. Jedes Unternehmen kann sich jährlich neu um die Auszeichnung bemühen. Mit der Vergabe des Titels hat sich das Unternehmen automatisch auch für eine Mitgliedschaft in der ’partnerschaft umwelt unternehmen’ qualifiziert.





Weitere Informationen:
Koordinierungsstelle ’initiative umwelt unternehmen’ c/o RKW Bremen GmbH
ecolo, Regan Mundhenke, Telefon 0421/23 00 11 16, presse@ecolo-bremen.de


[Foto: ecolo]