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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Zusammenhang zwischen sozialem Status und Krebserkrankung

12.02.2009

Siebter Jahresbericht des Bremer Krebsregisters

Die Deputation für Arbeit und Gesundheit hat heute (12. Februar 2009) den siebten Jahresbericht des Bremer Krebsregisters debattiert. Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter: „Es ist bedrückend, in welchem Ausmaß ein enger Zusammenhang zwischen sozialem Status und Häufigkeit von bestimmten Krebserkrankungen gegeben ist. Aus gesundheitspolitischer Sicht kann daraus nur folgen, dass über die Folgen von Rauchen, Alkohol und falscher Ernährung noch besser und zielgerichteter informiert wird. Die Ergebnisse des Jahresberichtes zeigen aber auch, dass wir mit unserem Nichtraucherschutzgesetz auf dem richtigen Weg sind.“


Wesentliche Ergebnisse des Berichts sind: Sozial benachteiligte Menschen erkranken häufiger an Krebs im Mund-Rachen-Raum, des Magens, der Lunge, des Gebärmutterhalses und der Harnblase als Angehörige der höchsten Sozialstatusgruppe. Besonders deutlich wird das bei an Lungenkrebs erkrankten Männern. Angehörige der niedrigsten Sozialstatusgruppe weisen eine um 80 % erhöhte Erkrankungsrate im Vergleich zur höchsten Statusgruppe auf.


Eine zusätzliche Auswertung der tabak-assoziierten Krebserkrankungen, dazu gehören Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Kehlkopfes, der Lunge und der Harnblase, zeigte für Männer aus der niedrigsten Sozialstatusgruppe der Stadt Bremen sowie aus Bremerhaven eine um 70% erhöhte Sterblichkeit. Dieser Unterschied zeigt sich auch bei den Frauen, wenn auch hier mit einer geringeren statistischen Sicherheit.


Beim weiblichen Brustkrebs oder für Männer beim Schwarzen Hautkrebs (Malignom) konnte dagegen eine umgekehrte Beziehung nachgewiesen werden. Hier ist die Neuerkrankungsrate in der untersten sozialen Schicht um 20 % geringer als in der höchsten sozialen Schicht.
Für den Einzelnen bedeutet dabei die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht dabei nicht automatisch ein höheres Erkrankungsrisiko. Es ist jedoch bekannt, dass in unterschiedlichen Schichten Risikofaktoren und Lebensumstände häufig anders ausgeprägt sind. Vor allem die bekannten wesentlichen Risikofaktoren für die Krebsentstehung, wie das Tabakrauchen, Alkoholkonsum, Ernährungsgewohnheiten oder auch Hormonbehandlung spielen hier eine Rolle. Von diesen Risikofaktoren ist Tabakkonsum der bedeutendste beeinflussbare Risikofaktor zur Erklärung der Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit zwischen den sozialen Schichten.
Im Jahresbericht des Bremer Krebsregisters werden turnusgemäß aktuelle Zahlen zur Verbreitung der häufigsten Krebserkrankungen im Land Bremen veröffentlicht und vor dem Hintergrund der bundesweiten Daten analysiert.


Der Bericht ist im Internet abrufbar unter www.krebsregister.bremen.de



Nachfragen beantwortet:
Dr. med. Sabine Luttmann, Telefondurchwahl 0421 59 59 6-71
Universität Bremen, Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Abteilung Biometrie & EDV, Linzer Straße 10, D-28359 Bremen.