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Der Senator für Inneres

Verkehrsunfälle im 1. Halbjahr 2008: Zahlen leicht rückläufig

20.08.2008

Senator Mäurer: Straßenverkehr fordert immer noch zu viele Opfer

Im ersten Halbjahr 2008 sind die Zahl der Verkehrsunfälle und vor allem die Zahl der Verunglückten im Land Bremen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht rückläufig.


Es wurden 187 Verkehrsunfälle weniger gezählt (- 2 Prozent) als im Vergleichzeitraum 2007. Die Verkehrsunfälle mit Personenschäden sind um 111 gesunken (- 7 Prozent). Dabei sind insgesamt 218 Menschen weniger verunglückt (- 12 Prozent). Die Zahl der Schwerletzten ist um 18 gestiegen (+ 10 Prozent), während die Zahl der Leichtverletzten um 247 gesunken ist (- 15 Prozent). Die Verkehrsunfälle mit Sachschäden sind um 76 gesunken (- 1 Prozent).


Geschwindigkeit ist nach wie vor die Unfallursache Nr. 1 und wirkt sich direkt und indirekt auch auf andere Zielbereiche der Verkehrssicherheitsarbeit aus. Nicht angemessene Geschwindigkeiten reduzieren Reaktionsmöglichkeiten insbesondere gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Kindern und Radfahrern und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von schweren Verkehrsunfallfolgen. Die Anzahl der verunglückten Radfahrer macht ca. ein Drittel aller im Straßenverkehr verunglückten Verkehrsteilnehmer aus. Zwei Drittel der an Verkehrsunfällen beteiligten Radfahrer erleiden körperliche Schäden.



Die steigende Entwicklung der Unfallzahlen in den Vorjahren hatte der Senator für Inneres und Sport Ende 2007 zum Anlass genommen, neben den geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfällen vor allem die Unfälle mit Radfahrerbeteiligung zum Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit zu erklären. Die intensiven Kontrollmaßnahmen konnten den bisherigen Trend nur abschwächen, aber noch nicht zu einer Senkung der Unfallzahlen in der Zielgruppe Radfahrer führen. Die im ersten Halbjahr durchgeführten Schwerpunktmaßnahmen im Bereich Geschwindigkeit haben in der Stadt Bremen zwar nicht die Zahl der Unfälle, aber die der Verunglückten deutlich reduziert.


„Trotz der gesunkenen Werte ist die Zahl der Opfer des Straßenverkehrs immer noch viel zu hoch“, erklärte der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. „189 Schwerverletzte ist nur eine Zahl, aber dahinter stehen Schicksale von Menschen,. bei Bei nicht wenigen Opfern beeinträchtigt ein solcher Unfalll das ganze weitere Leben.“ Der Senator appellierte an die Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht insbesondere gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern zu üben. Zugleich kündigte er an, dass die eingeleiteten Schwerpunktmaßnahmen in der Verkehrsüberwachung konsequent weitergeführt werden.


Zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres im Einzelnen:


Verkehrsunfallentwicklung im Lande Bremen vom 01.01.-30.06.08


Verkehrsunfallentwicklung


In der Stadt Bremen wurden 123 Verkehrsunfälle weniger erfasst (- 2 Prozent). Die Verkehrsunfälle mit Personenschäden verzeichneten einen Rückgang um 117 (- 9 Prozent). Dabei sank die Zahl der Verunglückten um 279 (- 19 Prozent). Der Rückgang ist auf die sinkende Zahl der Leichtverletzten zurückzuführen. Die Unfälle mit schweren Personenschäden stiegen um 13 an (+ 10 Prozent). Die Verkehrsunfälle mit Sachschäden sind annähernd konstant.


In Bremerhaven sind die Gesamtunfallzahlen ebenfalls rückläufig. Die Zahl der Verunglückten ist allerdings um 61 angestiegen (+ 19 Prozent). Diese Steigerung ist auf den Bereich der Leichtverletzten zurückzuführen und vor allem auf einen Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Linienbusses (siehe auch Kinderunfälle).


Die Verkehrsunfallentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2008 im Land Bremen ist im Vergleich zum Vorjahr trotzdem positiv. Insbesondere der deutliche Rückgang der Verunglückten entspricht der gesetzten Zielsetzung.


Hauptunfallursache ist mit ca. 25 Prozent wie bisher „Geschwindigkeit/Abstand“. Deshalb müssen sich die Maßnahmen auch weiterhin auf eine konsequente und flächendeckende Geschwindigkeitsüberwachung konzentrieren.


Unfallursache


Die Unfallzahlen in diesem Segment sind im 1. Halbjahr 2008 im Land Bremen weiter angestiegen. Zugleich aber ging die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden um 40 (- 11 Prozent) und die Anzahl der Verunglückten um 62 (- 12 Prozent) deutlich zurück.


Als Hauptursache für steigende Verkehrsunfallzahlen nennt die Polizei Bremen die geringe Normeneinhaltung der Verkehrsteilnehmer. Durchgeführte Kontrollmaßnahmen an Unfallbrennpunkten haben belegt, dass die Erhöhung der Kontrollintensität ein wichtiges Instrument der Verkehrssicherheitsarbeit ist. Die Polizei wird daher weiterhin den Kontrolldruck beibehalten.


Weitere Einzelheiten zu bestimmten Zielgruppen in Bremen und Bremerhaven:


Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern, Senioren und Radfahrern:


Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern, Senioren und Radfahrern


Im Land Bremen waren in der ersten Hälfte dieses Jahres 22 Kinder weniger an einem Unfall beteiligt (- 10 Prozent). Trotzdem verunglückten 3 Kinder mehr (+ 2 Prozent).
Die Senioren sind mit 15 Beteiligten weniger betroffen (- 1 Prozent), verunglückten aber dennoch stärker. Die Anzahl der Beteiligung an Radfahrerunfällen und die Zahl der Verunglückten in dieser Zielgruppe nimmt weiter leicht zu.


Die kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit in der Zielgruppe Kinder zeigt in der Stadt Bremen einen positiven Trend. Die Anzahl der beteiligten Kinder sank um 39 (-22 Prozent). Weiterhin sind jedoch alle Verkehrsteilnehmer sowie die Eltern gefordert, besondere Rücksicht zu nehmen bzw. die Kinder auf die Gefahren des Straßenverkehrs vorzubereiten.


Die Steigerung in Bremerhaven in der Zielgruppe Kinder ist auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen, bei dem 24 Kinder und vier weitere Mitfahrer leicht verletzt wurden. Sie waren bei einem Klassenausflug Insassen eines Linienbusses, dessen Fahrer die Vorfahrt genommen wurde. Beim Zusammenstoß mit einem PKW stürzten die Fahrgäste im Bus, darunter eben auch die Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren.
Zum Schulanfang werden die Polizeien des Landes ihre Verkehrssicherheitsaktivitäten noch verstärken und wieder verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen und Kindertagesstätten sowie Überprüfungen der Kindersicherungspflicht in Kraftfahrzeugen durchführen.