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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Deutsche Cricket-Meister 2016 stammen aus Bremen

Senatorin Stahmann ehrt Spieler mit Senatsempfang und Eintrag ins Goldene Buch

30.11.2016

Der Deutsche Cricket-Meister stammt aus Bremen, genauer: von der SG Findorff. Dabei ist die Cricket-Abteilung dort erst vor drei Jahren offiziell gegründet worden. In dieser Zeit hat der Sport in ganz Deutschland einen erheblichen Aufschwung erlebt, auch weil er unter den Geflüchteten und Zuwanderern weit verbreitet ist. Sportsenatorin Anja Stahmann hat das Meister-Team der SG Findorff heute (Mittwoch, 30. November 2016) mit einem Senatsempfang im Rathaus und einem Eintrag ins Goldene Buch der Freien Hansestadt Bremen geehrt – darunter auch Nationalspieler Hamid Wardak. Der in Afghanistan geborene Bremerhavener ist überdies Spieler des Jahres 2016, die Auszeichnung ist ihm ebenfalls heute übergeben worden. In einem siebenstündigen Finale gegen Türk FC Hattersheim aus dem Raum Frankfurt am Main hatte die SG Findorff Ende Oktober die Meisterschaft mit einem sehr knappen Ergebnis gewonnen.

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Der Deutsche Cricket-Meister beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

"Im Jahr 2012 hat der Deutsche Cricket-Bund in Deutschland 1.500 organisierte Cricket-Spieler in 70 Teams gezählt, inzwischen sind es über 4.000 Spieler in mehr als 200 Teams", beschrieb Sportsenatorin Anja Stahmann den Aufschwung des Sports in der Bundesrepublik. Dabei ist das aus England stammende Spiel, aus dem sich später in den USA der Baseball entwickelt hat, überaus international aufgestellt. In der Mannschaft der SG Findorff spielen durchweg Sportler mit Wurzeln in Indien, Pakistan und Afghanistan, die ihren Wohnsitz inzwischen in Bremen, Oldenburg, Vechta und Bremerhaven genommen haben. Darunter sind auch Flüchtlinge sowie Studenten der Bremer Hochschulen.

"Hier bin ich nicht der Flüchtling aus Afghanistan, hier bin ich der Sportler und Mitspieler – das hat einer der Spieler jüngst erklärt", sagte Senatorin Stahmann. "Das macht deutlich, wie der Sport den Menschen eine neue Heimat geben kann." Und gleichzeitig verändere sich auch der Vereinssport in Bremen, indem er neue Sportarten aufgreife: "Integration ist ein Prozess, und beide Seiten profitieren davon."

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Das werden die Spieler wohl so schnell nicht mehr vergessen: Mit ihrem Eintrag verewigten sie sich in Bremens Goldene Buch

Dabei dankte Anja Stahmann besonders dem vor vielen Jahren aus Pakistan zugewanderten Trainer-Paar Muhammad und Nisar Tahir. "Nicht nur, dass die Erfolge des Teams ganz wesentlich auf Ihren Einsatz zurückgehen", wandte sie sich zur Feierstunde im Kaminsaal des Rathauses an die beiden: "Sie gehen auch aktiv auf Neubremer zu und gewinnen sie für den Sport." So habe Frau Nisar Tahir mehrere Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgesucht und dort 25 bis 30 Cricket-Spieler für den Vereinsnachwuchs gewonnen. "Neben den sportlichen Erfolgen ist das eine ganz tolle Sache und wichtig für unser Zusammenleben."

Für den Deutschen Cricket Bund sagte dessen Geschäftsführer Brian Mantle: "Die SG Findorff ist heute einer der bestorganisierten Cricket-Vereine in ganz Deutschland." Vor vier Jahren erst habe das Ehepaar Tahir ihn bei einem Besuch in Bremen angesprochen, sagte der aus England stammende Mantle: "Damals gab es in Bremen nichts als eine locker zusammengewürfelte Mannschaft." Der Wunsch, den Sport auf solide Beine zu stellen, werde öfters an ihn herangetragen: "Aber in 95 Prozent der Fälle, schaffen es die Leute nicht, ihren Traum zu verwirklichen." Heute habe die SG Findorff einen Deutschen Meister, eine Frauenmannschaft und eine funktionierende Jugendförderung. "Da steckt eine unglaubliche Leidenschaft dahinter, die ich umso erstaunlicher finde, als die beiden selber ja gar nicht Cricket spielen."

Fotos: Senatspressestelle