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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Senator Ralf Nagel vollzieht ersten Rammschlag für den Bau der neuen Kaiserschleuse

09.11.2007

Autohafen Bremerhaven schafft auf Jahrzehnte Planungssicherheit für seine Kunden aus der Schifffahrt

Mit dem ersten Rammschlag durch Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Ralf Nagel haben am Freitag (9. November 2007) offiziell die Arbeiten für den Bau der neuen Bremerhavener Kaiserschleuse begonnen. Die Anlage, die im Sommer 2010 den Betrieb aufnehmen soll, ist nach Container-Terminal 4 das größte Investitionsprojekt, das in diesem Jahrzehnt in den bremischen Häfen verwirklicht wird. Planung und Bau sind mit Kosten von rund 233 Millionen Euro verbunden. „Dies ist ein Kraftakt, der das klare Bekenntnis des Senats zur Stärkung des Welthafens Bremerhaven unterstreicht“, so Senator Ralf Nagel.

Bisher sind Bremerhavens Schleusenkapazitäten nicht optimal auf die Anforderungen des Marktes vorbereitet. Für einen Großteil der Autoschiffe, die es inzwischen auf bis zu 240 Meter Länge bringen, steht mit der Nordschleuse nur eine leistungsfähige Hafenzufahrt zur Verfügung. Jeder längere technische Ausfall der Nordschleuse müsse zwangsläufig zu einer für den Hafen gefährlichen Situation führen, wenn die immer größeren Autoschiffe nicht mehr ein- und auslaufen könnten.

Mit einer Kammerlänge von 305 Metern und einer Durchfahrtsbreite von 55 Metern gehört das neue Bauwerk zu den größten Schleusenprojekten, die derzeit in Europa entstehen oder geplant werden. Die alte Schleuse ließ mit einer Kammerlänge von 223 Metern und einer Breite von 28 Metern (zwischen den Häuptern) nur das Schleusen von Schiffen mit bis zu 185 Meter Länge zu und wurde von der Handelsschifffahrt im Laufe der Jahre deshalb immer seltener genutzt.

Mit den Abmessungen der neuen Schleuse schafft Bremerhaven – der weltweit größte Autohafen im Verkehr von und nach Übersee – jetzt auf Jahrzehnte Planungssicherheit für Reeder und Automobilhersteller. Nagel: „Wir sagen unseren Kunden aus der Schifffahrt: Schickt uns weiterhin eure Schiffe – denn der Hafen ist vorbereitet, wenn diese Schiffe in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch deutlich größer, länger und breiter werden. Und wir sagen unseren Kunden aus der internationalen Automobilwirtschaft: Bremerhaven bleibt ein verlässlicher Partner, der alles daran setzt, seine Drehscheiben-Funktion in der Fahrzeuglogistik zu stärken und auszubauen.“

Auch der Werftenstandort Bremerhaven werde von der Investition profitieren, ergänzte der Senator. Er erinnerte an die Absicht der Lloyd Werft, im Kaiserhafen III ein rund 400 Meter langes neues Trockendock bauen zu lassen. „Die neue Kaiserschleuse ist Garant dafür, dass dieses Dock im kommenden Jahrzehnt von den größten Schiffen der Welt angesteuert werden kann.“

Der Senat der Freien Hansestadt Bremen hatte den Bau der neuen Kaiserschleuse im Jahre 2005 beschlossen, nachdem die Hafengesellschaft bremenports in einem Masterplan zu den Zukunftschancen des Autohafens Bremerhaven 2003 die Notwendigkeit des Projekts nachgewiesen hatte. „Im Vorfeld der Entscheidung des Senats wurden diverse Analysen erarbeitet. In meinen Unterlagen bin ich auf eine externe Prognose aus dem Jahr 2002 gestoßen, in der für 2020 ein Umschlag von 1,6 Millionen Automobilen vorhergesagt wurde. Tatsächlich konnte dieses Volumen schon 2005 erreicht werden, also 15 Jahre früher. 2007 stieg der Umschlag dann bereits auf rund 1,9 Millionen Automobile.“

Nagel zeigte sich davon überzeugt, dass sich die positive Entwicklung des Autohafens Bremerhaven fortsetzen werde: „In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umschlag im Marktsegment Fahrzeuge erneut kräftig, und zwar um 13,5 Prozent. Vermutlich werden wir 2007 die Marke von zwei Millionen Automobilen erreichen. Mit dem Bau der neuen Kaiserschleuse rüstet sich der Hafen für weitere Zuwächse.“

Bis zur Fertigstellung werden die Arbeiter und Ingenieure unter anderem 39.500 Tonnen Spundwandstahl und Stahlpfähle und 45.000 Kubikmeter Beton verarbeiten. Der Bodenaushub erreicht eine Größenordnung von über 450.000 Kubikmetern. Während der Arbeiten muss der Baustellenbereich für Schifffahrt und Straßenverkehr – voraussichtlich ab Januar 2008 – für maximal 28 Monate gesperrt werden.