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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Übergangswohnheim für Flüchtlinge am Ellener Hof kann bezogen werden

Staatsrat Fries: Wir brauchen weiter geeignete Übergangswohnheime

13.07.2016
Die Wohnanlage am Ellener Hof. Der erste Bauabschnitt ist fertig, die ersten Flüchtlinge können in der kommenden Woche einziehen. Im September wird dann der zweite Bauabschnitt eröffnet., JPG, 73.6 KB
Die Wohnanlage am Ellener Hof. Der erste Bauabschnitt ist fertig, die ersten Flüchtlinge können in der kommenden Woche einziehen. Im September wird dann der zweite Bauabschnitt eröffnet.

Im Osterholzer Ortsteil Blockdiek hat die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport heute, Mittwoch, 13. Juli 2016, den ersten Bauabschnitt eines neuen Übergangswohnheims für zunächst 128 Geflüchtete in die Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übergeben. Die Einrichtung wird den Betrieb in diesen Tagen aufnehmen. Im September soll der zweite Bauabschnitt für weitere 128 Personen bezugsfertig sein. Insgesamt werden dann acht doppelstöckige Wohngebäude sowie ein Verwaltungsgebäude auf dem zehn Hektar großen Gelände des Stiftungsdorfes Ellener Hof stehen, das sich im Eigentum der Bremer Heimstiftung befindet.

Jedes der acht Wohngebäude besteht aus 16 einzelnen Wohncontainern und bietet Platz für insgesamt 32 Personen. Zu jedem Gebäude gehören ein Gemeinschaftsraum, mehrere Gemeinschaftsküchen sowie gemeinschaftlich genutzte Sanitärbereiche. Es werden Familien und Alleinstehende einziehen und sich selbst versorgen. Für die Betreuung stehen dem DRK sechs Vollzeitstellen zur Verfügung, außerdem ist ein Sicherheitsdienst abends und am Wochenende vor Ort.

"Auch wenn das Thema Flucht in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr die gleiche Rolle spielt wie noch vor einem Jahr, müssen wir nach wie vor dringend Übergangswohnheime für Flüchtlinge schaffen", sagte Sozialstaatsrat Jan Fries. "Das Leben in Notunterkünften wie Gewerbe- oder Leichtbauhallen mag für eine Weile zumutbar sein, aber nicht als Dauerzustand. Wir müssen die Notunterkünfte dringend ablösen." Den Vorrang habe zwar weiterhin der Umzug in eine eigene Wohnung. "Aber so lange der Wohnungsmarkt so eng ist wie zurzeit, brauchen wir weiter geeignete Übergangswohnheime." Seit Anfang 2014 haben rund 3.500 Geflüchtete eine selbst angemietete Wohnung in Bremen bezogen.

Gute Perspektive in Bremen-Osterholz
"Das Stiftungsdorf ,Ellener Hof‘ soll sich langfristig zum ,Dorf in der Stadt‘ entwickeln und Lebensraum schaffen für ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen", sagte André Vater, Vorstand der Bremer Heimstiftung zur Eröffnung der Einrichtung. "Neben Geflüchteten können das auch Alleinerziehende mit Kindern sein, Wohnungssuchende, die Sozialwohnungen benötigen und junge Leute, die in Bremen heimisch werden wollen." Derzeit ist das Stiftungsdorf Ellener Hof eine idyllisch gelegene und gut an den Verkehr angebundene Wohnanlage für Senioren.

Hintergrund: Plätze und Einrichtungen für Geflüchtete in Bremen
Insgesamt verfügt die Stadtgemeinde Bremen derzeit über 26 Übergangswohnheime mit zusammen rund 3.200 Plätzen, die neue Einrichtung im Ellener Hof eingerechnet. Darüber hinaus stehen rund 3.000 weitere Plätze in 22 Notunterkünften zur Verfügung. Das Land Bremen stellt darüber hinaus fast 1.400 Plätze in Einrichtungen der Erstaufnahme zur Verfügung.

"Parallel zum Aufbau dieser Kapazitäten gab es in den vergangenen Monaten auch einem massiven Abbau von kurzzeitigen Notplätzen", sagte Staatsrat Jan Fries. Freigegeben wurden nicht nur 1.000 Plätze in Turnhallen und 1.500 in Zelten, sondern auch mehrere hundert Plätze in den Messe- und Eissporthallen, in Jugendherbergen sowie in einer Schule. Insgesamt waren 22 Gebäude vorübergehend und behelfsmäßig genutzt worden.

Bis zum Jahresende werden voraussichtlich weitere 1.600 Plätze in Übergangswohnheimen zur Verfügung stehen, bis August 2017 können weitere 2.400 hinzukommen. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres 2013 gab es in Bremen drei Übergangswohnheime mit zusammen 755 Plätzen sowie die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung mit circa 250 Plätzen.

In der ersten Jahreshälfte 2016 hat das Bundesland Bremen bislang 2.255 Geflüchtete aufgenommen. Das sind genau so viele wie in der ersten Jahreshälfte 2015 (2.213). Dennoch sinkt die Zahl der Neuankommenden Monat für Monat. Im Juni kamen 175 Menschen, so wenige waren es zuletzt im Juli 2014 (188).

Ansprechpartner für die Medien: Bernd Schneider, Pressesprecher der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152 oder 0152 01612988, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de

Foto: Pressereferat der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport