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Bremer Antrag: Umweltminister beschließen Maßnahmen zum Schutz der Bienen

17.06.2016

Die Umweltminister der Länder haben heute (Freitag, 17. Juni 2016) auf der Umweltministerkonferenz in Berlin auf Antrag Bremens Maßnahmen zum Schutz der Bienen beschlossen. Hintergrund des Bremer Antrages ist das Bienensterben in den letzten Jahren, dessen Ursache – neben der Varroamilbe und Krankheiten - auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der industrialisierten Landwirtschaft ist. In den letzten sind Jahren sind Tausende Bienenvölker gestorben.

"Der Schutz der Bienen ist angesichts ihrer Bedeutung für die Biodiversität und auch die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung enorm wichtig", so Bremens Umwelt- und Landwirtschaftssenator Joachim Lohse zur Motivation des Bremer Antrags. Bienen bestäuben zahlreiche Pflanzen in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel Obstbäume und Gemüsesorten. Die Welternährungsorganisation schätzt, dass weltweit rund ein Drittel der Nahrungsmittelproduktion von Bestäubern wie Bienen abhängt. Der Verlust von Bienen gefährde daher die Nahrungsmittelsicherheit und die Vielfalt der Lebensmittel.

Die Umweltministerinnen der Länder haben in ihrem Antrag festgestellt, dass der Schutz von Honig- und Wildbienen und anderen Bestäubern vor dem schädlichen Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf Basis von sogenannten Neonicotinoiden derzeit in Deutschland zu verbessern ist. Aufgrund des hohen unmittelbaren Risikos für die Artenvielfalt und damit auch für die landwirtschaftliche Ertragssicherheit und die Umwelt bitten die Umweltminister der Länder die Bundesregierung daher, sich national und EU-weit für eine deutlich restriktivere Handhabung von Pflanzenschutzmitteln mit neonicotinoiden Wirkstoffen einzusetzen.

"Wir freuen uns, dass die Umweltministerkonferenz das Problem erkannt hat und wir begrüßen den Beschluss", so Lohse. "Dies kann aber nur ein erster Schritt sein. Bremen und weitere Bundesländer halten zum Schutz der Bienen ein vollständiges nationales Verbotes des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf Basis der Neonicotinoide für erforderlich!"

Neonicotinoide gehören zu der Gruppe der Insektiziden. Sie werden synthetisch hergestellt und können in der Landwirtschaft zur Blattbehandlung, als Behandlung von Saatgut und zur Bodenbehandlung eingesetzt werden. Seit Anfang der 2000er Jahre stehen sie im Verdacht, für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein. Zahlreiche Untersuchungen belegen diesen Zusammenhang.