Sie sind hier:

Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

"Spracherwerb bedeutet Ermächtigung": Bremer Landesfrauenbeauftragte zum Weltflüchtlingstag

19.06.2016

Anlässlich des morgigen Weltflüchtlingstags (20. Juni) rückt Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe die Bedarfe geflüchteter Frauen und Mädchen im Land Bremen in den Fokus. "Integration beginnt mit dem Erwerb der Sprache. Wir wissen, dass Frauen Sprachkurse versäumen, weil niemand auf ihre Kinder aufpasst. Hier muss klar sein: Sprachkurs muss auch Kinderbetreuung umfassen. Spracherwerb bedeutet Ermächtigung: Nur wenn sie die Sprache etwas beherrschen, können Frauen sich den Herausforderungen im Aufnahmeland eigenständig stellen", so die Landesfrauenbeauftragte. Im Anschluss brauche es zielgruppenorientierte und kultursensible Konzepte und Angebote zur Arbeitsmarktintegration. Damit Frauen die Möglichkeit und Motivation haben, an Kursen und Qualifizierungsangeboten teilzunehmen, müsse auch hier Kinderbetreuung gegeben sein.

Viele Frauen und Mädchen haben im Heimatland oder auf der Flucht Gewalt erfahren, manche auch in hiesigen Einrichtungen. Hier braucht es ein Gewaltschutzkonzept, das sowohl für die räumliche Unterbringung als auch für die personelle Qualifikation Maßstäbe setzt und der Schutzbedürftigkeit gewaltbetroffener Flüchtlinge gerecht wird. "Zu allererst müssen Dolmetschdienste in ausreichender Zahl und flexibel zur Verfügung stehen. Gerade im Gewaltschutz- oder Gesundheitsbereich ist oft rasche Hilfe nötig, hier darf fehlende Verständigung keine Hürde sein; aber das ist sie derzeit des Öfteren, das hören wir von Frauenberatungsstellen und -gesundheitseinrichtungen", so Ulrike Hauffe weiter.

"Auch wenn Frauen und Mädchen unter den Geflüchteten in der Minderheit sind, so brauchen sie doch unsere besondere Aufmerksamkeit", so die Landesfrauenbeauftragte abschließend. "Die Rollenverständnisse in ihren Herkunftsländern sind zum Teil deutlich andere als bei uns – Frauen zu ermutigen und zu ermächtigen, in diesen Widersprüchen nicht zu verharren, sondern das Leben in Deutschland eigenständig und aktiv angehen zu können, ist eine große Aufgabe von Integration."

Der Weltflüchtlingstag
Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Dieser Tag wird in vielen Ländern von Aktivitäten und Aktionen begleitet, um auf die besondere Situation und die Not von Millionen Menschen auf der Flucht aufmerksam zu machen.