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Sonstige

Haben die Roboter von morgen ihren eigenen Kopf?

04.02.2005

„robotics in progress” – Konferenz in Bremen

Er putzt, mäht den Rasen, führt durchs Museum, pflückt Orangen oder pflegt alte Menschen. Der Partner- oder auch Service-Roboter – unser Freund und Helfer: Technikbegeisterte Japaner würden ihn lieber heute als morgen in ihren Alltag integrieren, während in Mitteleuropa kulturelle Vorbehalte die Überführung solcher Technologien in marktreife Produkte verzögern. Das Design Zentrum Bremen wird mit der Konferenz „robotics in progress“, die am 17. und 18. Februar im DaimlerChrysler Werk Bremen stattfindet, den Diskurs zum Thema autonome Robotik im erweiterten Spannungsfeld von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur aufgreifen und durch kreative Impulse ausweiten.


Die Konferenz wird in Vorträgen und Workshops mit mehr als fünfzehn hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur das Verhältnis Mensch – Maschine ebenso thematisieren, wie kurzfristige Anwendungsfelder für die Robotik: ob als Retter im Straßenverkehr und in Katastrophengebieten, oder als Geländeroboter, die Landminen auffinden und Abwasserkanäle inspizieren. Aber auch der Blick in die Zukunft steht auf der Tagesordnung: Ziel ist es, Szenarien und Perspektiven für die künftigen Einsatzbereiche Künstlicher Intelligenz aufzuzeigen. Erkennbare Entwicklungsansätze werden im Rahmen des Bremer Design Zyklus in einem interdisziplinären Projekt am DesignLabor Bremerhaven weiterentwickelt und zum Ende des Jahres 2005 in einer Abschlusspräsentation wiederum in Bremen vorgestellt.



Längst ist es Status quo, dass Industrieroboter, also programmierte Maschinen, in der Produktion monotone oder für Menschen gefährliche Arbeiten übernehmen. Aber die Möglichkeiten sind längst nicht ausgeschöpft. Schon gar nicht in der autonomen Robotik. Zwar konnte die Robotikforschung in den letzten Jahren große Erfolge feiern, aber gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz steckt die Robotik noch immer in den Kinderschuhen. „Ich würde gern zu meiner Lebenszeit ein künstlich intelligentes System sehen.“ sagt Prof. Dr. Thomas Christaller.


Der renommierte Robotikforscher vom Fraunhofer AIS wird in Bremen unter dem Titel „Neue Anwendungsoptionen der autonomen Robotik“ über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Robotern referieren: Deutschland sei ein High-Tech-Standort mit langer Tradition, der es sich aber nicht erlauben könne, auf einmal erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Dem schließt sich Heinz-Jürgen Gerdes, Geschäftsführer der Bremer Design GmbH an. Für ihn kommt den kreativen Disziplinen eine wichtige Rolle zu: „Neben neuen Technologien und deren wirtschaftlicher Produktion sind für eine Akzeptanz am Markt auch kulturelle, soziologische oder psychologische Aspekte von entscheidender Bedeutung. An dieser Stelle können kreative Dienstleister viel zu einer sinnvollen, d.h. markt- und menschengerechten Entwicklung von autonomen Robotern beitragen.“

Wenn Designer interdisziplinär arbeitende Entwicklungsteams zukünftig intensiver und frühzeitiger mit ihrem Fachwissen befruchten, geht es jedoch nicht darum, einem fertigen Roboter eine nette äußere Erscheinung zu geben. Vielmehr sollte schon zu Beginn des Entwicklungsprozesses kreatives Potenzial genutzt werden, um Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen hervorzubringen, die am Markt erfolgreich sein können.


Neben dem wirtschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Background werden etliche Referenten auf die kulturelle Interpretation und Umsetzung von Technologie eingehen: Kann ein autonomer Roboter selbständig musikalische Kreativität entwickeln? Ist er anpassungsfähig und dem Menschen ein pfiffiger Spielgefährte? Wie autonom kann eine Maschine sein?


Während Industrieroboter vorprogrammiert nach einem konstanten Bewegungsmuster arbeiten, ermöglichen verschiedene Sensoren dieser höchsten Roboterklasse, sich in einer natürlichen Umgebung autonom zu bewegen. Sie verfügen über so genannte intelligente Funktionen wie Urteilsvermögen oder Wahrnehmungs- und Lernfähigkeit. Und sie sollen zusammen mit anderen Robotern oder Menschen handeln und flexibel reagieren.


robotics in progress findet in Kooperation mit dem inhaltlich auf Industrierobotik fokussierten forum robotic, alljährlich vom VDI Bremen, DaimlerChrysler, Mitsubishi Electric und der Firma KUKA veranstaltet, statt. Die Konferenz im Werk Bremen der DaimlerChrysler AG, Mercedesstraße 1, läuft am 17. und 18. Februar von 10-17.30 Uhr statt. Abendveranstaltung ab 19 Uhr.


Anmeldung Konferenzteilnehmer / Inhaltliche Fragen: Dr. Sascha Peters, Bremer Design GmbH Tel. 0421 3 38 81 12, Fax 0421 3 38 81 10, email: peters@designzentrumbremen.de oder www.designzentrumbremen.de