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Senatskanzlei

Airbus Defence and Space beginnt in Bremen mit Bau des Orion-Servicemoduls

Weiterer Meilenstein für den Raumfahrtstandort Bremen durch neues Kapitel in der bemannten Raumfahrt – Ziele: Mond- und Marsmissionen

19.05.2016
Freuen sich über den heutigen Startschuss für das Projekt Orion (v.l.n.r.): Jim Free (NASA), Jan Wörner (ESA), Bürgermeister Carsten Sieling, Bart Reijnen (Airbus) und Michael Hawes (Lockheed Martin), jpg, 30.2 KB
Freuen sich über den heutigen Startschuss für das Projekt Orion (v.l.n.r.): Jim Free (NASA), Jan Wörner (ESA), Bürgermeister Carsten Sieling, Bart Reijnen (Airbus) und Michael Hawes (Lockheed Martin)

Airbus Defence and Space, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen weltweit, hat mit dem Bau des Europäischen Servicemoduls (ESM) begonnen. Das ESM ist ein Schlüsselelement für Orion, dem NASA-Raumfahrzeug der nächsten Generation, das erstmals seit dem Ende des Apollo-Programms Astronauten in die Tiefen des Alls befördern wird.
Der Rohbau des Servicemoduls wurde heute (Donnerstag, 19. Mai 2016) im Rahmen einer Pressekonferenz bei Airbus Bremen in Anwesenheit der Verantwortlichen aller beteiligten Unternehmen und Agenturen (NASA, ESA, DLR, Airbus Defence & Space, Lockheed Martin Space Systems, Thales Alenia Space Italien) der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Land Bremen wurde hierbei von Bürgermeister Carsten Sieling vertreten.

Bürgermeister Sieling: "Der Bremer Senat weiß um die besondere Bedeutung der Luft- und Raumfahrt als Zukunftsbranche. Deshalb hat Bremen wie kaum eine andere Region in Europa in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf Luft- und Raumfahrt als Standortfaktor gesetzt. Mittlerweile arbeiten in diesem Sektor in unserer Region über 12.000 Beschäftigte in 100 Unternehmen. Dabei werden jährlich rund 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Mehr als ein Drittel aller Beschäftigten in der deutschen Raumfahrtindustrie arbeitet in Bremen."

Diese Fakten würden auch beweisen, so Sieling, dass Bremen mit den verschiedenen Raumfahrtunternehmen sowie mit den wissenschaftlichen Institutionen und Kooperationen über eine herausragende raumfahrttechnische Expertise im Land verfügt. Diese wolle man, so Bremens Bürgermeister Sieling, auch weiterhin stärken. Er verwies auf der Pressekonferenz auch auf ein mit den Ländern Bayern und Baden-Württemberg abgestimmtes Papier, das im Dezember im Rahmen der ESA-Ministerratskonferenz in Berlin vorgelegt werde. Darin betonen die drei Bundesländer, dass die deutschen ESA-Mittel fortgeschrieben werden müssen, um die Kontinuität der Entscheidungen der letzten ESA-Ministerratstagungen mit Blick auf Wissenschaft, Infrastrukturen und Anwendungen zu gewährleisten.

Hintergrund
Airbus Defence and Space baut im Auftrag der ESA das europäische Antriebs- und Versorgungsmodul für das NASA-Raumfahrzeug Orion. Am Airbus-Standort Bremen haben nun die Arbeiten zur Integration des Flugmodells des Moduls für die erste Weltraummission von Orion begonnen. Aus diesem Anlass sind Vertreter der Medien am 19. Mai in Bremen zu einer Presseveranstaltung eingeladen.

Mit der Entwicklung dieses Moduls kommt der ESA und Airbus im Hinblick auf die nächste Etappe der bemannten Raumfahrt eine wichtige Rolle zu, da die NASA mit ihrem Raumfahrzeug Orion Astronauten auf Explorationsmissionen über die Mondumlaufbahn hinaus entsenden will.

Das unterhalb der Raumkapsel befindliche Service-Modul stellt den Antrieb, die Wärmekontrolle sowie die Strom-, Wasser- und Luftversorgung sicher.

Die "Exploration Mission-1", sozusagen die Generalprobe für dieses Raumfahrzeug der nächsten Generation, wird noch unbemannt sein und Orion 2018 in eine Mondumlaufbahn in mehr als 64.000 km Entfernung befördern, um vor einem echten bemannten Einsatz die Funktionsfähigkeit des Systems unter Beweis zu stellen.

Das europäische Industrieteam unter der Leitung von Airbus Defence and Space entwickelt und baut gemäß den vom ESA-Ministerrat von November 2012 gefassten Beschlüssen das europäische Service-Modul für die erste Explorationsmission und kann dabei auf die wertvollen Erfahrungen zurückgreifen, die beim Bau der fünf automatischen ATV-Versorgungstransporter für die ISS gewonnen wurden.

Foto: ©Airbus