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Der Senator für Inneres

Fast 9.000 Entbindungen in den Krankenhäusern des Landes Bremen

12.05.2016

Das Statistische Landesamt Bremen teilt mit:

Nach vorläufigen Ergebnissen der Krankenhausstatistik wurden 2015 im Land Bremen in den fünf Krankenhäusern mit einer Geburtshilfe-Fachabteilung insgesamt 8.985 Frauen entbunden, 219 mehr als 2014. Damit wurde der deutliche Anstieg der Entbindungen im Jahr 2014 (+686 im Vergleich zu 2013) nicht mehr erreicht.

Von den insgesamt 9.188 geborenen Kindern kamen 9 125 lebend und 63 tot zur Welt (2014: 8.919 bzw. 45). Mehr als 9.000 Lebendgeborene in den Krankenhäusern des Landes Bremen gab es zuletzt in den Jahren 1996 bis 1998, das Maximum lag 1997 bei 9.341.

Bei fast jeder dritten Schwangeren erfolgte die Entbindung 2015 per Kaiserschnitt (2.742 bzw. 30,5 Prozent). Bis 1998 lag der Anteil der Kaiserschnittentbindungen im Land Bremen bei unter 20 Prozent und stieg seit 2007 auf über 30 Prozent. Nach dem Höchststand im Jahr 2012 mit 33,2 Prozent ist er aber rückläufig. Andere geburtshilfliche Operationen wurden nur selten angewandt: 519 Säuglinge wurden 2015 per Saugglocke und 5 mit einer Geburtszange geholt.

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Geburtsklinken in der Stadt Bremen
In den vier Geburtskliniken in der Stadt Bremen erhöhte sich die Zahl der Entbindungen gegenüber 2014 von 7.185 auf 7.279. Von den 2015 insgesamt 7.446 Neugeborenen waren 7.396 Lebendgeburten und 50 Totgeburten. In den stadtbremischen Krankenhäusern wurden zuletzt in den 1990er-Jahren über 7.000 Kinder lebend geboren.

  • Im öffentlichen Klinikum Links der Weser erhöhte sich die Zahl der Entbindungen von 2.677 (2014) auf 2.747. Von den 2.847 geborenen Kindern kamen 2.818 lebend und 29 tot zur Welt.
  • Das freigemeinnützige katholische Krankenhaus St.-Joseph-Stift in Bremen-Schwachhausen, wo nach 2011 die Krankenhausgeburten auf über 2.000 jährlich angestiegen sind, meldete als einzige Geburtsklinik 2015 einen Rückgang bei den Entbindungen von 2.190 (2014) auf 2.035. Dort gab es 2015 2.038 Lebend- und 6 Totgeburten.
  • Das öffentliche Klinikum Bremen-Nord verzeichnete 2015 von allen Geburtskliniken im Land Bremen den größten Anstieg bei den Entbindungen, und zwar von 1.654 (2014) auf 1.805 (+151). Von den 1.863 geborenen Kindern kamen 1.852 lebend und 11 tot auf die Welt.
  • In der kleinsten Geburtsklinik im Land Bremen, dem freigemeinnützigen Evangelischen Diakonie-Krankenhaus (DIAKO) in Bremen-Gröpelingen, gab es gegenüber dem Vorjahr ebenfalls einen leichten Anstieg bei den Entbindungen von 664 auf 692. Dort wurden 2015 insgesamt 692 Kinder geboren, darunter 4 Totgeburten.

Ende Februar 2012 wurde die Geburtshilfe im Klinikum Bremen-Mitte geschlossen. Dort hatten im Jahr 2011 noch mehr als 1.000 Frauen entbunden. In der Folge ist die Zahl der Entbindungen in den anderen Geburtskliniken gestiegen, hinzu kommen die höheren Geburtenzahlen der letzten Jahre.

In den vier Bremer Geburtskliniken arbeiteten am 31. Dezember 2015 insgesamt 99 festangestellte Hebammen (2014: 92), darunter 77 als Teilzeitbeschäftigte (73), sowie 6 Beleghebammen.

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Geburtsklinik in der Stadt Bremerhaven
Das öffentliche Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist seit Oktober 2012 das einzige Krankenhaus in Bremerhaven mit einer Fachabteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Dort wurden 2015 ebenfalls mehr Frauen entbunden als im Vorjahr (2015: 1.706 und 2014: 1.581 Entbindungen) mit 1.729 Lebend- und 13 Totgeborenen (2014: 1.603 bzw. 12). In Bremerhaven gibt es neben dem üblichen ärztlich geleiteten Kreißsaal auch seit Juni 2003 einen sogenannten Hebammenkreißsaal. Am 31. Dezember 2015 waren im Klinikum Reinkenheide 21 festangestellte Hebammen beschäftigt (2014: 20), darunter 11 in Teilzeit (11). Außerdem arbeiteten dort 16 freiberuflich tätige Hebammen mit einem Vertrag als Beleghebamme (14).

Ein Drittel der behandelten Frauen kommt aus Niedersachsen
Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel und der verpflichtenden Einführung der diagnosebezogenen Fallgruppen mit pauschalierten Vergütungssätzen (DRGs) im Januar 2004 werden im Bundesgebiet Geburtskliniken wegen zu geringer Geburtenzahlen und fehlendem Fachpersonal geschlossen. Auch im niedersächsischen Umland haben einzelne Krankenhäuser ihre Geburtsstationen geschlossen, sodass verstärkt auswärtige Frauen zur Entbindung nach Bremen und Bremerhaven kommen.

Die Krankenhausdiagnosestatistik (Tabelle 2) zeigt, dass knapp ein Drittel der Frauen, die wegen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in den Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Landes Bremen vollstationär behandelt wurden, aus Niedersachsen kommt (2014: 3 981 Fälle oder 32,4 Prozent von insgesamt 12 292 Fällen; Angaben für 2015 liegen noch nicht vor).

Bei den Frauenkliniken in der Stadt Bremen lag der Anteil 2014 bei 31,2 Prozent, die Schwankungen der letzten Jahre waren gering (2005: 33,3 Prozent, 2010: 30,6 Prozent). In der Stadt Bremerhaven, umgeben vom Landkreis Cuxhaven, war der Anteil 2014 mit 37,5 Prozent deutlich höher. Im Jahr 2013 wurden sogar 40,4 Prozent erreicht.

Von den insgesamt 6.746 gesunden Neugeborenen, die 2014 aus den Geburtskliniken entlassen wurden, hatten 2.238 bzw. ein Drittel niedersächsische Mütter. Trotz steigender absoluter Fallzahlen ist der prozentuale Anteil der Frauen und Babys aus Niedersachsen in den letzten zehn Jahren mit etwa 32 bis 33 Prozent stabil.

Bei einem Blick auf die einzelnen Krankenhäuser ergeben sich allerdings große Unterschiede:

  • Im Klinikum Links der Weser lag der Anteil zwischen 54,4 Prozent (2005) und 46,7 Prozent (2014), wobei die Mehrzahl der auswärtigen Patientinnen aus den Landkreisen Diepholz und Verden kommt.
  • Zwischen 39,1 Prozent (2005) und 30,8 Prozent (2014) der im Klinikum Bremen-Nord behandelten Schwangeren kommen aus Niedersachsen, vorrangig aus dem Landkreis Osterholz.
  • Bei den freigemeinnützigen Frauenkliniken war der Anteil der Schwangeren aus Niedersachsen unterschiedlich: beim DIAKO unter 10 Prozent, beim St-Joseph-Stift Bremen dagegen zwischen 23,8 Prozent (2005) und 18,8 Prozent (2012), 2014 bei 19,4 Prozent. Die Frauen kommen überwiegend aus den Landkreisen Verden, Diepholz und Osterholz.
  • Beim Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide stieg der Anteil der niedersächsischen Frauen in der Fachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe von 44,6 Prozent (2005) auf 51,1 Prozent (2008) und reduzierte sich danach bis auf 37,5 Prozent (2014). Bei den entlassenen gesunden Neugeborenen lag der Anteil zwischen 2007 (407 Babys) und 2011 (531) bei über 50 Prozent und nahm danach deutlich ab (2014: 650 bzw. 40,8 Prozent).

Ein Grund für den hohen Anteil auswärtiger Patientinnen ist das Angebot der Kliniken in Bezug auf Neugeborenenmedizin und –versorgung, das Einzugsgebiet der Kliniken mit hohen Standards reicht weit über das Land Bremen hinaus. Das Klinikum Links der Weser (Neonatologie Level 1 mit 12 Intensivplätzen) und das Klinikum Bremen-Nord (Neonatologie Level 2 mit 15 Intensivplätzen) sind Perinatalzentren für die Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1 500 Gramm und spezialisiert auf Risikoschwangerschaften und Mehrlingsgeburten. Das St.-Joseph-Stift Bremen verfügt über eine neonatologische Überwachungseinheit in Kooperation mit dem Klinikum Bremen-Mitte und das DIAKO hat einen Kooperationsvertrag mit der Kinderklinik des Klinikums Bremen-Nord. Im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide befindet sich eine Früh- und Neugeborenenstation (Neonatologie Level 2 mit 10 Intensivplätzen), Kooperationspartner und Betreiber ist das AMEOS Klinikum Am Bürgerpark Bremerhaven.

Weitere Auskünfte erteilt:
Sylvia Doyen
Telefon: (0421) 361 2138
E-Mail: sylvia.doyen@statistik.bremen.de

Im Download:
2 Tabellen zum PDF-Download (pdf, 31.8 KB)

  • Tabelle 1, Entbindungen und Geburten in den Krankenhäusern im Land Bremen 2005 und 2011 bis 2015 *)
  • Tabelle 2, Vollstationäre Entlassungen aus den Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Land Bremen 2005 und 2011 bis 2014