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Sonstige

ParkhAUSSTELLUNG im Parkhaus Stephani

21.06.2007

Meisterschüler 2007 der Hochschule für Künste im BREPARK Parkhaus Stephani / Autokino und Performances zur Ausstellungseröffnung

Wer diese ungewöhnlich himmlische Verbindung schon immer einmal testen wollte, kann dies jetzt im Parkhaus Stephani der Bremer Parkraumbewirtschaftungs- und Management-GmbH (BREPARK) tun. Stefan Demming, einer der Meisterschüler 2007 der Hochschule für Künste, fordert die Parkkunden im Rahmen der ParkhAUSSTELLUNG vom 23. Juni bis 30. September 2007 dazu auf, Kontakt aufzunehmen. Mit einem Dosentelefon hat er das 5. Obergeschoss seines Ausstellungsortes mit der Kulturkirche St. Stephani verbunden und setzt darauf, dass hier wie dort die Betrachter „zum Hörer greifen“, natürlich kostenfrei.

Zusammen mit Stefan Demming stellen sechs weitere junge Meisterschülerinnen und Meisterschüler der Hochschule für Künste ihre Werke im Parkhaus Stephani der Öffentlichkeit vor. Sie alle schaffen die Möglichkeit der Begegnung mit zeitgenössischer Kunst – im Parkhaus. Gezeigt werden verschiedene Arbeiten, darunter Wandmalereien, Installationen, fotografierte Tuschezeichnungen und Videoarbeiten. Hea-Jung Kwon, Daniela Marschall, Marina Steinacker, Mendy Arp, Markus Keuler, Wantanee Siripattananuntakul und Stefan Demming versetzen Berge, bringen Autos zum klingen, portraitieren Häuser, setzen Punkte, interviewen sich selbst, lassen die Augen nicht zur Ruhe kommen und fordern die Gedanken des Betrachters ihrer Werke heraus.

Berg und Holzstapel am anderen Ort
Marina Steinacker schiebt einen Berg durch die Stadt und macht dabei einen Zischenstopp in einer der Parkbuchten des Parkhauses. Sie stellt eine fahrbare Kulisse aus. „Der Berg verliert durch die Platzierung in der Stadtlandschaft seinen majestätischen Charakter. Minimiert und auf Räder gesetzt, büßt er Eigenschaften wie seine Unverrückbarkeit ein“, erklärt die Künstlerin.

Ähnlich ungewöhnlich mutet ihr Werk „Schlichtung“ an. Es ist ein Holzstapel. Sauber geschichtet stand er bisher an Hauswänden verschiedener öffentlicher Gebäude in der Stadt und hat nun seinen Platz im Parkhaus gefunden. „Mein Interesse ist die Produktion eines fremden Bildes“, nennt Marina Steinacker das Ziel, das sie mit ihrem Werk verfolgt, „Es wird hervorgerufen durch den Holzstapel, der nicht in seiner gewohnten, meist ländlichen und privaten Umgebung, sondern in den öffentlichen Raum einer Stadt gesetzt wird“, sagt sie.

Punkte und Linien, die (sich) bewegen
Meisterschülerin Hae-Jung Kwon setzt, also malt Punkte – und schafft damit im achten Obergeschoss des Parkhauses Stephani eine großflächige Wandmalerei. Aus zahlreichen kreisrunden und farbigen Kontrasten entsteht im Auge des Betrachters eine ganz eigene Spannung.

Spannungsverhältnisse bilden auch den Mittelpunkt der Arbeit von Daniela Marschall. Sie präsentiert vier 40x40 cm große Fotografien von Originalarbeiten, die sie eigens für das Parkhaus Stephani geschaffen hat. In den feinen, schwarz-weißen Tuschezeichnungen des Ursprungswerkes begibt sich die Künstlerin auf die Suche nach Struktur, Komposition und Bewegung. Ihre Vorlagen sind Formen aus der Natur wie Bäume, Gräser oder Risse im Erdboden. Punkte und Linien sollen Bildräume erschaffen, durch die das Auge reisen kann. „Obwohl eine gewisse Ordnung entsteht, ist das Auge irritiert. Die Arbeiten wollen genau betrachtet werden“, sagt die Künstlerin. Dennoch sei der Bildinhalt auch bei näherem Hinsehen nicht zu fixieren. Schwer zu erfassen, ließen die Bilder das Auge nicht zur Ruhe kommen.

Fluoreszensia, Hausportrait und Interview mit sich selbst
In einer Holzkiste von zwei Metern Höhe, installiert in einer Parkbox, wartet das Werk „Fluoreszensia“ der Meisterschülerin Mendy Arp darauf, von den Parkkunden entdeckt zu werden. Sehschlitze an den Seiten der Holzkiste geben den Blick auf ihren künstlerischen Inhalt frei. Beleuchtet wird das Objekt im Inneren mit UV-Licht.

Auch Markus Keuler hat für die Ausstellung im Parkhaus die Kunstform der Installation gewählt. Sie trägt den Titel „Portrait des Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus Holz – eigene Tiefgarage inklusive“ und ist tatsächlich ein Solches. Der Künstler konzentriert sich in seinem Werk auf die möglichst naturgetreue Darstellung des „Gesichtes“, also der Frontfassade des Hauses, das der Betrachter des Werkes von seinem Standort aus direkt mit dem Original auf der anderen Straßenseite vergleichen kann. Die Fassade des Portraits ist bemalt, die nachgebildeten Fensterscheiben sind aus Kunstharz gegossen. „Relativ naturgetreu“, schätzt Markus Keuler seine Arbeit ein. Hinzu käme bei einem ernstgemeinten Portrait jedoch der Versuch, etwas über den Menschen, in diesem Falle also das Haus auszusagen, das nicht im tatsächlich Sichtbaren abzulesen sei. So hat Markus Keuler seinem Portrait eine eigene Tiefgarage hinzugefügt, von der er selbst nur die dort einfahrenden Wagen und ihre Fahrer wahrnehmen konnte.

Mit einem „Interview mit sich selbst“ schließlich konfrontiert Meisterschülerin Wantanee Siripattananuntakul die Betrachter ihrer Videopräsentation. Als Interviewer und interviewter Künstler in einer Person begegnet sie ihnen im Film und entwickelt dort ein facettenreiches Zwiegespräch.

Autokino und Performances zur Ausstellungseröffnung
Zur Eröffnung ihrer Ausstellung am Freitag, 22. Juni 2007 ab 20.00 Uhr, haben die Meisterschüler 2007 ein besonderes Programm organisiert. Mendy Arp präsentiert ihre Performance „Auflösung“, Stefan Demming lässt mit „Heavy Metal“ mehrere Autos erklingen und plant ein Autokonzert mit Hupen und Alarmanlagen. Akkordeonvirtuose Florian Oberlechner begleitet den Abend musikalisch und um 22.30 Uhr geben die Künstlerinnen und Künstler im Rahmen eines Films im Autokino exklusive Einblicke in ihre Arbeiten und deren Entstehung.

Eröffnungsbesucher können ab 19.30 Uhr im BREPARK-Parkhaus Stephani frei parken.

Weitere Informationen:
BREPARK, Brigitte Fühner, Andree Kursawe, Ansgaritorstr. 16, 28195 Bremen,Tel. 0421/ 1 74 71 59, E-Mail brigitte.fuehner@brepark.de