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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Pressemitteilung mit FotoAusschreibung für Regio-S-Bahn startet

26.06.2007

Bremen und Niedersachsen erwarten hohe Qualität zum günstigen Preis

Gemeinsame Pressemitteilung des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr & der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH:

Die Länder Bremen und Niedersachsen haben heute (26.06.2007) das Ausschreibungsverfahren um die künftige Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen durch Bekanntmachung im EU-Amtsblatt eingeleitet. Die beiden Länder erwarten einen intensiven Wettbewerb zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen und hoffen, dadurch einen attraktiven Nahverkehr zum günstigen Preis zu erhalten.

Für den niedersächsischen Teil der Nahverkehrsleistungen auf der Schiene ist die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) zuständiger Auftraggeber. Dort müssen Eisenbahnverkehrsunternehmen, die sich am Vergabeverfahren beteiligen wollen, ihr Angebot bis spätestens 3. Dezember 2007 abgeben. Im Frühjahr des nächsten Jahres soll der Gewinner der Ausschreibung feststehen.

Mit dem Wettbewerbsverfahren sollen Fahrzeugqualität, Komfort und Service, aber auch der Fahrplan deutlich verbessert werden. Der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr hofft, dass viele Menschen dies zum Anlass nehmen werden, auf die umweltfreundliche Bahn umzusteigen.

Im Netz der zukünftigen Regio-S-Bahn sollen ab 2010/2011 rund 4,4 Mio. Zug-Kilometer pro Jahr gefahren werden, und zwar zu 38 % in Bremen und zu 62 % in Niedersachsen.

Das Netz besteht aus folgenden Teillinien:

  • Bremerhaven-Lehe – Bremen Hauptbahnhof – Twistringen
  • Bremen Hauptbahnhof – Oldenburg (optional: – Bad Zwischenahn)
  • Bremen Hauptbahnhof – Nordenham
  • Bremen-Farge – Bremen Hauptbahnhof – Verden

Die ersten drei Linien übernimmt der Gewinner der Ausschreibung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010. Ein Jahr später folgt die Linie Bremen-Farge – Bremen Hbf – Verden.

Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, freut sich über den Start der Ausschreibung: "Unsere Erfahrungen mit Ausschreibungen zeigen uns, dass der Staat durch den Wettbewerb zwischen den Eisenbahnunternehmen viel Geld sparen kann. Ich gehe davon aus, den Zuschuss für dieses Netz in Höhe von derzeit rund 40 Millionen Euro pro Jahr drastisch senken zu können."

Das Gesamtkonzept der Regio-S-Bahn sieht vor:

  • Einführung einer neuen, schnelleren Fahrzeugflotte mit modernen Elektrotriebwagen
  • Fortentwicklung zu einem integrierten Taktsystem mit Schließen von Fahrplanlücken nach Nordenham
  • Modernisierung von Strecken und Bahnhöfen
  • Barrierefreiheit in allen Zügen durch sanierte, auf 76 cm erhöhte Bahnsteige (sukzessive Modernisierung voraussichtlich in den ersten Betriebsjahren)
  • Möglichkeit zur Einführung eines 15-Minuten-Taktes auf der Linie Bremen – Vegesack – Bremen Hbf in den morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten
  • Möglichkeit zur Verlängerung der Teillinie Bremen-Hauptbahnhof – Oldenburg bis nach Bad Zwischenahn

Hintergrund und Ausblick auf den weiteren SPNV-Wettbewerb
Die Freie Hansestadt Bremen und die LNVG, eine 100%ige Tochter des Landes Niedersachsen, sind in ihrem jeweiligen Bereich zuständig für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Sie planen den SPNV, beauftragen die Eisenbahnunternehmen mit der Durchführung der Verkehre und vergeben Fördermittel für diverse Nahverkehrs-Projekte. Da die Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen die Betriebskosten der Eisenbahnunternehmen grundsätzlich nicht decken, zahlen sie Zuschüsse aus den ihnen vom Bund bereitgestellten Mitteln (so genannte Regionalisierungsmittel). Um diese Zuschüsse so weit wie möglich zu reduzieren, haben sich Niedersachsen und Bremen zum Ziel gesetzt, den Wettbewerb unter den Eisenbahnunternehmen zu stärken und die Verkehrsleistungen jeweils an den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu vergeben. Angesichts der im letzten Jahr vom Bund vorgenommenen Kürzung der Mittel für den Nahverkehr sind Einsparungen durch Wettbewerb wichtig, um zukünftige Streckenstilllegungen oder Einschränkungen des Fahrplanumfangs so weit wie möglich zu vermeiden.

Mit der Ausschreibung der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen steigt der Anteil der im Wettbewerb vergebenen Leistungen im Bereich der LNVG auf über 50 % und in Bremen auf ca. 80 %. In den Folgejahren sollen die SPNV-Ausschreibungen in Niedersachsen kontinuierlich fortgesetzt werden; die nächsten großen Wettbewerbsnetze werden dann schon 2009/2010 ausgeschrieben.