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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Norddeutsche Bildungsministerinnen und -minister fordern Unterstützung des Bundes

Treffen der vier Bildungsministerinnen und -minister Britta Ernst, Frauke Heiligenstadt, Claudia Bogedan und Ties Rabe in Hannover

05.02.2016
Trafen sich heute im Niedersächsischen Kultusministerium in Hannover: Ties Rabe, Britta Ernst, Claudia Bogedan und Frauke Heiligenstadt (v.l.)
Trafen sich heute im Niedersächsischen Kultusministerium in Hannover: Ties Rabe, Britta Ernst, Claudia Bogedan und Frauke Heiligenstadt (v.l.)

Die vier Bildungsministerinnen und -minister der norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen haben heute (Freitag, 5. Februar 2016) in Hannover die Schulpolitik in ihren Bundesländern erörtert. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Britta Ernst (Schleswig-Holstein), Frauke Heiligenstadt (Niedersachsen), Claudia Bogedan (Bremen) und Ties Rabe (Hamburg) standen die Themen Bildung für Flüchtlinge, Ausbau der Ganztagsschulen und digitales Lernen in der Schule. Gastgeberin Frauke Heiligenstadt: "Wir sind uns darüber einig, dass diese drei Themen für die künftige Schulpolitik eine große Bedeutung haben. Für den Erfolg ist es entscheidend, dass die Bundesregierung die großen Anstrengungen der Bundesländer in diesen Bereichen besser unterstützt."

Die vier Ministerinnen und Minister gehen davon aus, dass im Rahmen der bisherigen Fluchtbewegungen bis Ende 2015 bereits über 30.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche in den vier norddeutschen Bundesländern aufgenommen wurden. Für den nötigen Unterricht haben die Länder bereits zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung gestellt und werden das auch weiterhin tun. Claudia Bogedan, Bildungssenatorin in Bremen und zugleich amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz: "Gute Schulbildung ist der entscheidende Schlüssel zur Integration. Wir wollen deshalb, dass die zu uns geflüchteten Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich zur Schule gehen und unterrichtet werden. Wichtig ist zunächst das Erlernen der deutschen Sprache. Von Bedeutung sind aber natürlich auch eine gute Allgemein- und Fachbildung sowie die Vermittlung von Grundlagen und Werten unseres Zusammenlebens."

Die vier Ministerinnen und Minister sind sich einig, dass diese großen Herausforderungen insbesondere auch beim Übergang von der Schule in den Beruf nur mit der Unterstützung des Bundes bewältigt werden können. Sie vereinbarten in diesem Zusammenhang auch den Austausch von Best-Practice-Beispielen, Unterrichtskonzepten sowie Lehr- und Unterrichtswerken.

Durch den Ausbau der Ganztagsschulen wollen die Ministerinnen und Minister die Integration weiter verbessern, zugleich aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und den Bildungserfolg für alle Schülerinnen und Schüler erhöhen. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe: "Der Ausbau der Ganztagsschulen ist die richtige Antwort auf die großen Herausforderungen der Bildungs- und Familienpolitik. Mehr Zeit in der Schule ermöglicht zusätzliche Lernangebote und neue Chancen, sowohl für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler als auch für weniger starke. Darüber hinaus fördern gemeinsame Freizeit- und Bildungsangebote das soziale Miteinander und die Integration. In Hamburg sind mittlerweile alle allgemeinbildenden Schulen Ganztagsschulen, rund 80 Prozent aller Grundschüler bleiben nachmittags gern in der Schule, um gemeinsam zu spielen und zu lernen. Entscheidend für den Erfolg der Ganztagsschule ist ein gutes Angebot, aber auch die Möglichkeit zur freiwilligen Teilnahme. "

Die Ministerinnen und Minister setzen sich darüber hinaus für einen stärkeren Einsatz von Computern und digitalen Lernprogrammen im Schulunterricht ein. Ministerin Britta Ernst: "Digitale Medien eröffnen neue Möglichkeiten für ein besseres Lernen und bereiten die Schülerinnen und Schüler zugleich angemessener auf Ausbildung, Studium und Beruf vor. Digitale Medien bestimmen heute sämtliche Berufsfelder, hier muss die Schule neue Anstrengungen unternehmen, um die Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft vorzubereiten. Studien weisen nach, dass Kinder und Jugendliche die neuen Techniken nicht von allein lernen. Umgekehrt zeigen einzelne Lehrerinnen und Lehrer, aber auch andere Länder, wie sehr digitales Lernen im Schulunterricht den Lernerfolg verbessern kann. Diese Möglichkeiten wollen wir nutzen."

Nach Überzeugung der vier norddeutschen Ministerinnen und Minister brauchen die Bundesländer für die notwendigen Anstrengungen in den drei Bereichen Flüchtlingsbeschulung, Ausbau der Ganztagsangebote und Verbesserung der digitalen Lernangebote mehr Unterstützung von der Bundesregierung. Frauke Heiligenstadt: "Mit dem raschen Ausbau der Schulangebote für Flüchtlinge, dem quantitativen und qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen und neuen Impulsen für digitales Lernen übernehmen die Bundesländer viele neue Aufgaben, die nur gelingen können, wenn auch die Bundesregierung ihren Beitrag leistet. Selbst im Rahmen des so genannten Kooperationsverbots sind erhebliche Unterstützungen möglich, beispielsweise bei der Verbesserung der digitalen Infrastruktur, der Schulsozialarbeit oder der Sprachkurse für Flüchtlinge."

Foto: Niedersächsisches Kultusministerium