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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Senator Kastendiek: Tonnagesteuer hat mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen

23.08.2006

Kritik des Bundesrechnungshofs ist unbegründet und falsch

Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Jörg Kastendiek hat sich massiv für den Erhalt der Tonnagesteuer für deutsche Reedereien ausgesprochen und die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Steuer zurückgewiesen. „Die Einführung der Tonnagesteuer hat seit 2003 mehr als 1000 hoch qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze auf deutschen Schiffen geschaffen“, sagte Kastendiek. Die Vorschläge des Bundesrechnungshofs für eine Einschränkung der Tonnagebesteuerung würden den Schifffahrtstandort Deutschland und damit deutsche Arbeitsplätze gefährden.


Die Tonnagesteuer ist im Rahmen des maritimen Bündnisses für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt vereinbart worden. Durch die Tonnagesteuer können deutsche Reedereien seit 1999 ihre internationalen Handelsschiffe wesentlich niedriger versteuern. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass die Schiffsführung mit deutschem Personal besetzt ist und die Unternehmensgeschäftsleitung sowie die Bereederung von deutschem Hoheitsgebiet aus erfolgt. Dadurch ist es nach Angaben von Kastendiek gelungen, den jahrelangen Rückgang des deutschen nautischen Personals zu beenden und wieder neue Beschäftigungschancen zu schaffen. Insgesamt seien durch die Tonnagesteuer 200 Schiffe nach Deutschland zurückgeflaggt worden. Seit 2003 sei die Zahl des Schiffspersonals mit deutscher Staatsangehörigkeit von 5800 auf 6900 gestiegen.


Inzwischen gebe es einen regelrechten Engpass bei deutschem nautischem Personal. „Angesichts der großen Nachfrage, dem bisher geringen Personalangebot und den begrenzten Ausbildungskapazitäten für deutsches Führungspersonal muss die Schiffsbesetzungsverordnung novelliert werden, so dass die deutschen Schiffe in Zukunft leichter Personal finden“, so Kastendiek. Auf jeden Fall müsse die Ausbildung und die Werbung für die hoch qualifizierten und gut bezahlten Stellen auf den deutschen Schiffen intensiviert werden. „Die Chancen in diesem Bereich sind bisher noch zu wenig bekannt.“ Der Wirtschaftssenator appellierte gleichzeitig an die Reedereien, die berufspraktische und wissenschaftliche Ausbildung stärker zu fördern. „Wir brauchen dringend mehr Ausbildungsplätze auf den Schiffen, aber auch das außerordentliche Engagement der Bremer Beluga-Reederei für zahlreiche Stiftungsprofessuren ist absolut vorbildlich. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen würden“, so Kastendiek.


Die rund 390 deutschen Reedereien kontrollieren derzeit etwa 2800 Handelsschiffe. Deutschland belegt damit im internationalen Vergleich der gemanagten Schiffe den dritten Platz.