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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Neue Wendestelle auf der Weser in Bremerhaven in Rekordzeit geplant und genehmigt

22.08.2006

Europas viertgrößter Containerhafen bereitet sich konsequent auf die neue Generation von Superschiffen vor: Nachdem die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nordwest in Aurich gestern den Planfeststellungsbeschluss für den Bau einer neuen Wendestelle vor dem Bremerhavener Container-Terminal erteilt hat, haben heute (22. August 2006) die vorbereitenden Arbeiten auf dem Strom begonnen. Wie der Geschäftsführer der Hafengesellschaft bremenports, Jürgen Holtermann, mitteilte, wird der Hopperbagger „Geopotes 14“ die neue Wendestelle in den kommenden Wochen so verbreitern, dass die knapp 400 Meter lange „Emma Maersk“ beim ersten Anlaufen im September 2006 ohne Probleme gedreht werden kann.


„Die überaus zügige Planung und Fertigstellung der Wendestelle stellt ein wichtiges Sig-nal für unsere Hafenkunden dar“, sagte Holtermann. „Das Projekt macht deutlich, dass bremenports alles Erforderliche unternimmt, um den größten Containerschiffen der Welt ein problemloses Anlaufen des Bremerhavener Terminals zu garantieren.“


Holtermann verwies auf die extrem kurze Planungs- und Genehmigungszeit. Vom Einreichen des Planfeststellungsantrags durch bremenports im Oktober 2005 bis zur Erteilung des Beschlusses sind nur zehn Monate vergangen. Im Vorfeld hatte die Hafengesellschaft nach dem Senatsbeschluss vom Februar 2005 nur acht Monate gebraucht, um die Planunterlagen zu erarbeiten. „Ich habe niemals daran gezweifelt, dass es meinen Mitarbeitern gelingen wird, die Planung für dieses komplexe Wasserbauprojekt in Rekordzeit abzuschließen“, freute sich Holtermann.


Auch Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Jörg Kastendiek zeigte sich sehr zufrieden: „Ich kenne kein maritimes Projekt vergleichbarer Dimension, das in Deutschland bisher mit derart hohem Tempo geplant und genehmigt worden ist“, sagte der Senator. „Die enge und professionelle Zusammenarbeit zwischen bremenports und der WSD Nordwest sowie mit den Umweltbehörden aus Niedersachsen und Bremen hat dazu entscheidend beigetragen.“


Senator Kastendiek: „Mit der vergrößerten und vertieften Weser-Wendestelle rüstet sich Bremerhaven konsequent für die neuen Ultra Large Container Ships (ULCS), die mit deutlich über 12.000 TEU Ladekapazität Maßstäbe in der Weltschifffahrt setzen. In Verbindung mit unserem Großprojekt Container-Terminal 4 stellen wir in der Seestadt damit die Weichen für ein anhaltend starkes und überdurchschnittlich hohes Umschlagwachstum im zentralen Bereich unserer Hafenaktivitäten.“


Im ersten Bauabschnitt, der rechtzeitig zum Eintreffen der „Emma Maersk“ beendet werden soll, wird der Hopperbagger die Wendestelle querab vom Nordbereich des Container-Terminals bis September 2006 für einen Drehkreis von etwa 600 Metern Durchmesser einrichten. In diesem Zusammenhang müssen zwei Buhnen zurückgebaut werden.


Bis Anfang Dezember wird dann der zweite Bauabschnitt realisiert. Dann bringt der Bagger die Wendestelle auf eine Tiefe von 13,6 Metern unter Seekartennull (LAT= Lo-west Astronomical Tide). Dies entspricht exakt der Wassertiefe, die der Schifffahrt heute bereits im Fahrwasser der Außenweser garantiert wird.


Zusätzlich geht es beim zweiten Bauabschnitt darum, die weiter südlich gelegene heutige Notwendestelle so zu erweitern, dass der gesamte Wendestellenbereich auf insgesamt rund 2600 Meter Länge ausgedehnt wird. Anschließend können ein rund 400 Meter langes und ein weiteres rund 350 Meter langes Containerschiff dann gleichzeitig vor der Bremerhavener Stromkaje gedreht werden – optimale Voraussetzungen für die Containerschifffahrt beim Anlaufen und Verlassen der Stromkaje.