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Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz

Ausstellung "Kaiserschnitt – goldener Schnitt" noch bis zum 31. Oktober 2015

26.10.2015

Noch bis Ende dieser Woche (31. Oktober 2015) ist in der Bremischen Bürgerschaft eine Ausstellung zu sehen, in der Künstlerinnen anhand von Bildern, Fotografien, Zeichnungen und Collagen ihren Blick auf Geburt präsentieren. Der Titel: "Kaiserschnitt- goldener Schnitt?". Für Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt stellt die Ausstellung eine Chance dar, sich mit einem wichtigen Thema auseinanderzusetzen: "Wer die Ausstellung besucht, erkennt, dass die Geburt eines Kindes Abenteuer und Herausforderung zugleich ist: Durch die Bilder werden unterschiedliche Emotionen und Assoziationen ausgelöst."
Die Ausstellung, die von der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) nach Bremen geholt wurde, ist Teil einer bundesweiten Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate. In Deutschland liegt diese Rate bei rund 30 Prozent.

Um diese Rate zu senken, hatte das Gesundheitsressort gemeinsam mit der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) das "Bremer Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt" initiiert, das im April seine Empfehlungen vorstellte. Denn auch in Bremen soll damit ein Umdenken eingeleitet werden. Dieses Umdenken betrifft sowohl die gesellschaftliche Bewertung von Schwangerschaft und Geburt als auch konkrete fachliche Veränderungen bei der Betreuung von Frauen. Senatorin Quante-Brandt: "Wir wollen erreichen, dass Schwangere primär darin gestärkt und unterstützt werden sollen, ihr Kind natürlich zu gebären. Auch Ausstellungen wie diese tragen dazu bei, die Gesellschaft für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit, das sind wichtige Lebensphasen für Eltern." Die Senatorin dankte der ZGF sowie dem Arbeitskreis Frauengesundheit dafür, dass sie die Wanderausstellung nach Bremen geholt und damit dieses wichtige Thema in die Öffentlichkeit gebracht haben. Auch die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe zieht eine positive Bilanz: "Dass Frauen, aber auch ihre Partner, ihre Mütter, die ihnen Nahestehenden intensiver als bisher über die Chancen einer natürlichen Geburt und die Risiken eines Kaiserschnitts informiert werden müssen, ist inzwischen bei allen Verantwortlichen im Gesundheitswesen, auch auf Bundesebene, angekommen. Das Bremer Bündnis zur Förderung der natürlichen Geburt hat als erstes seiner Art diese Erkenntnis in handfeste Empfehlungen umgesetzt. Die nun zu Ende gehende Ausstellung, die sich dem komplexen Thema Schwangerschaft, Geburt und Kaiserschnitt künstlerisch widmet, flankiert unseren Bremer Verständigungsprozess und setzt einen wunderbaren Schlusspunkt."

Zum "Bremer Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt"
Das "Bremer Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt" ist ein Netzwerk aus Ärztinnen und Ärzten, Hebammen, Krankenkassen sowie gesundheits- und frauenpolitischen Akteuren, das dafür plädiert, Schwangerschaft und Geburt als natürliche Lebensprozesse zu sehen und Frauen in ihrer Fähigkeit natürlich zu gebären zu unterstützen. Hierzu bedarf es nach Meinung der Expertinnen und Experten einer gezielteren Information der Schwangeren und einer veränderten Betreuung der Gebärenden. Über eine gute Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Frauenärztinnen und Frauenärzten sowie eine enge Vernetzung zwischen Klinik, Praxis und außerklinischer Betreuung kann die natürliche Geburt zusätzlich gestärkt werden. Weiterhin fordert das Bündnis, die bisherige Risikobetonung in Schwangerschaft und Geburt zu überdenken. (Die Empfehlungen im Einzelnen unter www.natuerlichegeburt.net)

Senatorin Quante-Brandt: "Die Bremer Empfehlungen haben damit ein sehr wichtiges Thema aufgegriffen. Wir tun alles, um Frauen die natürliche Geburt als eine Option näherzubringen. Eine verbesserte Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen führt außerdem dazu, dass die Qualität der medizinischen Versorgung erhöht wird. Die beispielhafte Arbeit des Bündnisses kann damit zur stetigen Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung in Bremen beitragen."