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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Senator Kastendiek fordert mehr Kurzstrecken-Seeverkehr in Europa

27.09.2005

Bremische Häfen wichtige Short-Sea-Zentren - Kurzstrecken-Seeverkehr entlastet Straßen

„Der Kurzstrecken-Seeverkehr in Europa hat gute Zukunftsaussichten, nutzt sein Potenzial bisher aber nicht genügend.“ Mit diesen Worten hat Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Jörg Kastendiek am Dienstag (27. September 2005) für eine Ausweitung so genannter Short-Sea-Verbindungen plädiert: „Um die stark wachsenden Gütermengen der Zukunft ohne Dauerstau auf Deutschlands Straßen und Autobahnen bewältigen zu können, brauchen wir alle Verkehrsträger“, sagte der Senator und fordert: „Der Kurzstrecken-Seeverkehr bietet ungenutzte Möglichkeiten, die nicht länger brach liegen dürfen.“


Schon heute gehörten Bremen und Bremerhaven zu den wichtigsten Short-Sea-Zentren in Europa, sagte Kastendiek. Er erinnerte an die Vielzahl von Zubringerdiensten, die Autos, Container und andere Ladung aus den bremischen Häfen zu skandinavischen, baltischen, russischen und polnischen Zielen bringen, und fügte hinzu: „Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe - zum Beispiel in den Bau von Container-Terminal IV und in die Schaffung neuer Liegeplätze für Autoschiffe in der Übersee- und Europafahrt am Bremerhavener Osthafen - fördert der Zwei-Städte-Staat die Entwicklung des europäischen Kurzstrecken-Seeverkehrs in großem Stil.“


Der Senator begrüßte die Bemühungen der EU-Kommission, Gütertransporte stärker als bisher auf das Wasser zu verlagern. Die Einführung einer europaweit standardisierten Ladeeinheit (European Intermodal Loading Unit = EILU) soll die Vorteile von Containern und Wechselbehältern miteinander kombinieren. „Wenn es gelingt, die Vielzahl heute verfügbarer Ladeeinheiten zu verringern, könnten der Kurzstrecken-Seeverkehr seinen Anteil am Gesamttransportmarkt erheblich ausbauen", sagte Kastendiek.


Als Problem für den Aufbau neuer, dauerhafter Verkehrsverbindungen im Short-Sea-Bereich bezeichnete der Senator die nach der EU-Osterweiterung stark gesunkenen Preise für Lkw-Transporte: „Osteuropäische Unternehmen fahren zu sehr aggressiven

Preisen", sagte Kastendiek. Der Wegfall der nationalen Mengenbegrenzung auf 200 Liter bei der abgabefreien Einfuhr von Diesel in Lkw-Tanks aus Drittländern treibe diese für die Küsten- und Binnenschifffahrt ungünstige Entwicklung voran.


Um in Zukunft stärker vom Wachstum des Verkehrsmarktes zu profitieren, muss die Short-Sea-Schifffahrt nach den Worten Kastendieks erhebliche Anstrengungen unternehmen - von einer Optimierung der Fahrpläne durch mehr Abfahrten über eine verstärke Kooperation bis hin zu kürzeren Transportzeiten und niedrigeren Preisen. Auch die Politik sei gefragt. Administrative Richtlinien und Bestimmungen, die das Geschäft behindern, müssten vereinfacht werden.