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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Neue Kaiserschleuse wird 55 Meter breit

05.07.2005

Bremer Senat stimmt Projekt zu – Senator Kastendiek: „Autohafen Bremerhaven positioniert sich optimal für den Wettbewerb“

Der Senat der Freien Hansestadt Bremen hat heute (05.07.2005) beschlossen, die neue Kaiserschleuse mit einer Kammerlänge von 305 Metern und einer Durchfahrtsbreite von 55 Metern zu bauen. „Damit stellen wir sicher, dass sich der größte interkontinentale Auto-Terminal der Welt perfekt für den Wettbewerb positionieren kann“, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Jörg Kastendiek nach der Sitzung der Landesregierung.

Kastendiek: „Auch größte Auto-Transportschiffe erhalten beim Ein- und Auslaufen optimale nautische Bedingungen – das schafft Planungssicherheit für viele Jahrzehnte.“ Der Im- und Export via Bremerhaven werde unabhängig von strukturellen Veränderungen in der Produktion und in der Nachfrage nach Automobilen weiter wachsen. Mittelfristig erwartet der Senator einen weiteren deutlichen Anstieg der Umschlagszahlen auf mindestens 1,8 Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Zum Vergleich: 2004 waren in der Seestadt etwa 1,4 Millionen Einheiten umschlagen worden. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2005 stieg der Fahrzeugumschlag gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 Prozent.

Am 21. Juni 2005 hatte der Senat dem Schleusenneubau bereits zugestimmt, aber noch keine Entscheidung über die Breite der Anlage getroffen. Im Rahmen eines Informationsaustausches mit Automobilreedereien war im Mai 2005 deutlich geworden, dass die Branche bei den so genannten Deep Sea Carriern – den im Überseeverkehr eingesetzten Autoschiffen – mit bis zu 270 Meter langen und bis zu 40 Meter breiten Einheiten rechnet.

„Darüber hinaus“, so Kastendiek, „arbeitet Wallenius-Wilhelmsen, die größte Autoreederei der Welt, an Projektstudien für eine neue Generation von Autoschiffen. Dabei gehen die Experten sogar von bis zu 50 Meter breiten Schiffen aus. Solche Schiffe könnten bei der ursprünglich vorgesehenen Durchfahrtsbreite von 45 Metern nicht geschleust werden. Mit der Entscheidung für eine Breite von 55 Metern ist der Standort deshalb auf der sicheren Seite.“

„Mit dem heutigen Beschluss ist ein klares Signal an Reeder, Automobil- und Hafenwirtschaft verbunden“, sagte Kastendiek. „Der Standort reagiert auf veränderte Anforderungen der Schifffahrt, optimiert seine Infrastruktur und schafft damit verlässliche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer.“



Das Investitionsprojekt ist mit Planungs- und Baukosten von maximal 232,7 Millionen Euro verbunden. Der Senat beschloss eine Kapitaldienstfinanzierung über das Sondervermögen Hafen. Tilgung und Zinsen sollen sich auf einen Zeitraum von 25 Jahren erstrecken.

Kastendiek legt großen Wert auf eine zügige Realisierung des Großprojekts: „Bremerhaven verfügt mit der Nordschleuse nur über eine Hafenzufahrt für große Autoschiffe. Fällt die Nordschleuse durch eine Havarie für längere Zeit aus, hat der Standort ein erhebliches Problem – die großen Carrier könnten ihn dann weder erreichen noch verlassen.“

Der Senat bat den Senator für Wirtschaft und Häfen, die Hafengesellschaft bremenports GmbH & Co. KG sofort mit den erforderlichen Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsarbeiten für den Neubau der Kaiserschleuse zu beauftragen. Der Geschäftsführer von bremenports, Jürgen Holtermann, geht von einem Baubeginn in der ersten Hälfte des Jahres 2007 aus. „Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um Planung, Genehmigung und Bau zügig zu beenden“, sagte Holtermann. 2010 soll die neue Schleuse den Betrieb aufnehmen.