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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Wirtschaftssenator legt Vorschlag zum Neubau der Kaiserschleuse vor

30.06.2005

Wirtschafts- und Häfensenator Jörg Kastendiek schlägt dem Senat auf Basis der Grundsatzentscheidung vom 21. Juni 2005 vor, den Neubau der Bremerhavener Kaiserschleuse mit einer Breite von 55 m zu realisieren. Laut Kastendiek wird mit einer Schleusenbreite von 55 m den aktuellen Einschätzungen von Reedern und Umschlagsunternehmen hinsichtlich der zukünftigen Schiffsgrößenentwicklung und der Nachhaltigkeit der Investitionsmaßnahme Rechnung getragen.


Mittelfristig würde zwar eine Durchfahrtsbreite von 45 m ausreichen: Von den Automobilreedereien wird für die nächsten 10 bis 15 Jahre eine Entwicklung der Schiffsabmessungen bei Automobil-Carriern von 270 m Länge und 40 m Breite dargestellt - vor allem für die so genannten point to point-Verkehre. Der Trend geht jedoch weiter zu breiteren Schiffen. Die derzeit in der Studienphase befindliche Generation von Automobiltransportern ist mit einer Breite von 50 m konzipiert. Kastendiek: „Bestätigt sich dieser Entwicklungstrend, würde eine 45 m breite Kaiserschleuse in etwa 20 Jahren nicht mehr den dann vorliegenden Anforderungen entsprechen und damit Bremerhavens Rolle als Automobildrehscheibe in Frage gestellt.“ Bei einer durchschnittlichen Schleusenlebensdauer von rund 80 bis 100 Jahren müsse man auch die langfristigen Entwicklungen bei Schiffsgrößen berücksichtigen.


Seit den 70er Jahren gehört Bremerhaven zu den größten Überseeautomobildrehscheiben der Welt. Mit 1,4 Millionen umgeschlagen Fahrzeugen (2004) belegt Bremerhaven eine Spitzenposition in Deutschland und Europa. Kastendiek: „Diese erfolgreiche Positionierung kann im europäischen Seehafenwettbewerb nur dadurch gehalten und ausgebaut werden, dass die historisch gewachsene Infra- und Suprastruktur der Hafenanlagen kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen und Erfordernissen der Hafenkunden angepasst wird.“ Hier stelle die Kaiserschleuse einen Engpass dar.


Kastendiek weiter: „Die Freie Hansestadt Bremen und die privaten Unternehmen der Hafenwirtschaft haben in den vergangenen Jahren erhebliche Finanzmittel in die Infra- bzw. Suprastruktur investiert, um die Wachstumspotentiale im Automobilumschlag auszuschöpfen. Angesicht der technischen Notwendigkeiten und der erwarteten Schiffsgrößenentwicklung ist jetzt ein zügiger Beschluss zum Neubau der Kaiserschleuse erforderlich.“