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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Senator Hattig: Attraktive Gewerbeflächen sind wichtiger Standortfaktor

02.07.2002

Aus der heutigen Senatssitzung (2.7.2002): Neues Flächenprogramm beschlossen

Der Senat hat heute (02.7.2002) ein neues Gewerbeflächenprogramm für die Stadt Bremen beschlossen. Das „Integrierte Flächenprogramm für Gewerbe und Dienstleistungen für die Stadt Bremen (IFP 2010)“ ist die Grundlage für die bremische Gewerbeflächenpolitik bis 2010. Das Programm umfasst insgesamt 21 Projekte. Davon sind elf so genannte „Schwerpunktprojekte“, die durch zehn „sonstige Erschließungsprojekte“ ergänzt werden. In diesen Gebieten können etwa 900 Hektar neu erschlossen werden können.

Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Josef Hattig: „Die Stadt weist eine erfreuliche Entwicklung bei der Flächenvermarktung auf. Das Güterverkehrszentrum, der Technologiepark an der Universität oder der Gewerbepark Hansalinie sind bremische Erfolgsmodelle. Die Nachfrage nach hochwertigen Flächen in attraktiver Lage hält weiter an. Bremen nimmt mit seiner vorausschauenden Gewerbeflächenpolitik den Standortwettbewerb an.“ Hochwertige Flächen würden häufig unmittelbar nach Fertigstellung der Erschließung oder sogar schon vorher verkauft. Bremen werde daher auch in Zukunft seine Standortvorteile nutzen, erfolgreiche Gewerbestandorte stärken und neue Gebiete entwickeln. „Das IFP 2010 ist eine gute Grundlage für die weitere Flächenpolitik in Bremen“, so Hattig.

Die elf Schwerpunktprojekte haben aufgrund ihrer Größe und ihres Standortprofils eine besondere strukturpolitische Bedeutung für die Stärkung der Wirtschafts- und Finanzkraft Bremens. Zu ihnen gehören beispielsweise die Airport-Stadt, das Güterverkehrszentrum (GVZ), der Gewerbepark Hansalinie oder der Technologiepark an der Universität. „Sonstige Erschließungsprojekte“ sind dagegen unter anderen das ehemalige Gelände des Bremer Vulkan, das TÜV-Gelände in Bremen-Hastedt oder der Neustadtsgüterbahnhof. Abgerundet wird das „IFP 2010“ durch das Pilotprojekt „Entwicklung von Flächen im privaten Bestand“. Durch dieses Projekt sollen bereits bestehende Gewerbeflächen aufgewertet werden, damit sie wieder erfolgreich am Gewerbeflächenmarkt platziert werden können.

In den Jahren 1993 bis 2001 wurden in Bremen insgesamt 428 Hektar Gewerbeflächen neu erschlossen. 360 Hektar wurden in diesem Zeitraum an Unternehmen vergeben (Jahresdurchschnitt: 40 Hektar). Dabei reichte die Spannbreite der Vergaben von 8,3 Hektar im Jahr 1993 bis 63,9 Hektar im Jahr 2001. Zwischen 1997 und 2001 wurden durchschnittlich 51,4 Hektar Flächen im Jahr vergeben.

Das Programm verfolgt einen qualitativen und einen quantitativen Ansatz. Hattig: „Der Wirtschaft müssen auch in Zukunft Flächen in ausreichender Größe mit einem differenzierten Angebot in verkehrsgünstiger Lage zur Verfügung gestellt werden.“

Flächenengpässe führen leicht zu Abwanderungen ins Umland. Ziel ist es daher, jährlich rund 50 Hektar Gewerbeflächen zu vermarkten. Dies entspricht etwa der durchschnittlichen Vergabe der letzten fünf Jahre. Um jederzeit auf die Nachfrage der Unternehmen reagieren zu können, soll außerdem eine so genannte Dispositionsreserve von 100 Hektar vorgehalten werden.

In qualitativer Hinsicht unterscheiden sich die Anforderungen der Wirtschaft an ihren Standort je nach Branche und Unternehmenstyp. Folgende Qualitätsanforderungen werden bei der Entwicklung der Gewerbestandorte berücksichtigt:

· Profilierung der Gewerbegebiete. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere spezialisierte Gewerbegebiete eine hohe Marktakzeptanz erreichen. Dies verdeutlichen etwa die Vermarktungserfolge im GVZ (Logistik), dem Technologiepark oder im Gewerbepark Hansalinie (Automobilzulieferung).

· Optimale Verkehrsanbindung. Für Investitionsentscheidungen ist die verkehrliche Erreichbarkeit des Standortes ein wichtiges Kriterium. Dies gilt für die leistungsgerechte Anbindung an den überregionalen Verkehr genauso wie für den Nahverkehr.

· Städtebauliche Qualität. Das Image des Standortes ist für Investitionen genauso entscheidend. Hier bietet die Stadt bereits heute einiges: Eine zentrale Lage in Nordwestdeutschland, Flughafen, Fernverkehrsbahnhof, attraktive Architektur, Nähe zur historischen Innenstadt und vieles mehr.

· Hohe Nutzungsintensität. Im Stadtstaat Bremen sind die Flächen knapp. Ziel ist es daher, eine möglichst hohe Verdichtung in den vorhandenen Gewerbegebieten zu erreichen. Dazu gehört auch, die bestehenden Gewerbegebiete konsequent zu pflegen und Altflächen zu reaktivieren

In einem Anhang sind dem IFP 2010 alle 21 Projekte beigefügt und werden einzeln beschrieben. In knapper Form werden die inhaltliche Ausrichtung, der aktuelle Sachstand bei der Erschließung sowie die weiteren Planungsschritte dargelegt. Dadurch erhalten Interessierte einen schnellen Überblick über die bremischen Gewerbestandorte.

Das IFP 2010 ist nach dem Innovationsprogramm „Innovision 2010“ und dem Außenwirtschaftsprogramm „Bremen Global 2010“ das dritte Programm, das im Wirtschaftsressort erarbeitet wurde. Wie die anderen Programme ist es zunächst auf eine Laufzeit von acht Jahren angelegt.