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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Innovationsprogramm "InnoVision 2010 Bremer Innovationsoffensive" beschlossen

16.04.2002

Aus der heutigen Sitzung des Senats:

Der Senat hat heute (16.4.2002) die Vorlage des neuen Bremer Innovationsprogramms „InnoVision 2010 – Bremer Innovationsoffensive“ beschlossen. Das Programm ist die langfristige Orientierung für die bremische Innovationspolitik. „InnoVision 2010“ wurde unter Federführung des Senators für Wirtschaft und Häfen gemeinsam mit dem Senator für Bildung und Wissenschaft erarbeitet. Es verfolgt die Vision, Bremen bis zum Jahr 2010 unter den zehn führenden Technologiestandorten Deutschlands zu etablieren. Damit aktuelle Marktentwicklungen aufgenommen werden können, wird das Programm nach vier Jahren evaluiert.

Josef Hattig, Senator für Wirtschaft und Häfen: „Innovationsförderung ist ein wichtiger Akzent der erfolgreichen Wirtschaftspolitik und des Strukturwandels im Land Bremen. Innovationen beleben die Wirtschaft und machen den Standort resistenter gegen konjunkturelle Schwankungen. Bremen und Bremerhaven verbessern daher gezielt ihre Standortbedingungen.“

Unter dem Stichwort “High-Tech-Region Bremen/Bremerhaven” wird das kleinste Bundesland sein innovatives Profil schärfen. Dazu wird die Innovationspolitik konsequent auf Wachstumsmärkte, insbesondere der wissensbasierten Dienstleistungen, ausgerichtet. Dies macht den Standort auch für Ansiedlungen aus dem europäischen Ausland attraktiv.

Das Innovationsprogramm stützt sich auf drei Säulen. Vorhandene Innovationsstrukturen werden gestärkt und ausgebaut. Dabei verfügt das Bundesland bereits über Kompetenzen in der Biotechnologie mit dem Schwerpunkt Blaue Biotechnologie, in der Informations- und Telekommunikationstechnologie (T.I.M.E.-Sektor), in der Gesundheits- und Umweltwirtschaft, der Logistik, der Luft- und Raumfahrt und beim Design (vgl. Anlage).

Die zweite Säule sieht den Ausbau des bremischen Forschungs- und Entwicklungspotentials vor. Dies erfolgt vor allem durch qualitätssteigernde Maßnahmen in der Lehre (Erhöhung der Absolventenquote, Evaluation etc. ), durch den Ausbau wissenschaftspolitisch relevanter Felder zu Wissenschaftsschwerpunkten und zu „Centers of Excellence“ sowie durch eine umfassende Internationalisierung des bremischen Wissenschaftssystems. „Dabei können wir auf hervorragende Forschungs- und Transferleistungen aufbauen. Unsere Wissenschaftler können durch ihre hohe Innovationsfähigkeit entscheidende Impulse für die Entwicklung des Wirtschafts- und Technologiestandortes Bremen geben“, sagte Wissenschaftssenator Willi Lemke

Schließlich sieht die dritte Säule vor, die Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen und FuE-Einrichtungen zu verbessern. Dazu gehört, die BIA Bremer Innovationsagentur (BIA) zu einer Bremischen Innovationszentrale auszubauen und innovative, neue Wissenschaftsfelder mit einem Anwendungspotential im Bereich neuer Dienstleistungen zu erschließen. Zu der bisherigen Aufgabe –Abwicklung der innovativen Förderprogramme des Landes– kommt dann die aktive Marktbearbeitung für ausgewählte Projekte hinzu. Zur Strukturverbesserung gehört auch das Angebot attraktiver Gewerbeflächen. Hier verfügt Bremen mit dem Technologiepark Universität und der Airport-Stadt (Gründerzentrum der Hochschule) bereits über sehr gute Adressen, die durch den Science-Park an der Internationalen Universität Bremen (IUB) ergänzt werden. Schließlich sollen ein koordiniertes, auch international orientiertes Marketing und die Teilnahme an internationalen Messen überregional für den Wissenschafts- und Technologiestandort Bremen / Bremerhaven werben und das Image Bremens als Innovationsstandort unterstreichen.

Bremen und Bremerhaven nutzen eine gute Ausgangslage für Innovationsförderung. Zwei Universitäten, zwei Fachhochschulen, eine Hochschule für Künste und 19 außeruniversitäre Forschungsinstitute mit internationaler Ausrichtung sind im Land vertreten. Über 1.700 Wissenschaftler sind an den wissenschaftlichen Einrichtungen tätig. Die rund 28.000 Studierenden können unter über 100 Studiengängen wählen.

Das Wirtschaftsressort hatte 1984 erstmals ein Innovationsprogramm vorgelegt. Dieses wurde in den Folgejahren fortgeschrieben. Die schnelle Entwicklung im Technologiesektor hatte den Senator für Wirtschaft und Häfen und den Senator für Bildung und Wissenschaft veranlasst, die „InnoVision 2010“ zu entwickeln.


Anlage

Die nachstehenden Schwerpunkte und innovative Strukturen beschreiben das vorhandene Potential im Wirtschaftsbereich. Parallel dazu verfügt der Wissenschaftsbereich über Kapazitäten in den Bereichen Meereswissenschaft, darunter der marinen Biotechnologie; Informatik/Telekommunikation/Multimedia; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; Umweltwissenschaften; Logistik/Telematik; Luft- und Raumfahrt und Design. Gemeinsames Ziel des Wirtschafts- und des Wissenschaftsressorts ist es, diese Felder zu vernetzen und bisher ungenutzte Potentiale zu erschließen.


Maritime Wirtschaft: Blaue Biotechnologie

Gen- und Biotechnologie gehören zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Die sich daraus ergebenden Wachstumschancen nutzt das Land insbesondere in der so genannten blauen Biotechnologie. Diese definiert sich durch den Bezug zum Meer und den marinen Organismen. Naturstoffe aus diesen Organismen eröffnen neue Einsatzmöglichkeiten in der Lebensmittelverarbeitenden Industrie. Die blaue Biotechnologie kann daher auf den vorhandenen Kompetenzen der maritimen Wirtschaft und der Lebensmittelindustrie aufbauen.


Bremen in T.I.M.E.

Das Bundesland fördert bereits seit Jahren die Entwicklung der regionalen IuK- und Medienwirtschaft. Zur Zeit sind rund 600 Unternehmen mit etwa 7.500 Beschäftigten in den Bereichen Telekommunikation, Informationstechnik, Multimedia und Entertainment tätig. Mobile Kommunikationstechnologien, eBusiness, eLearning, eGovernment, Datenschutz und logistische Telematik sind Schwerpunkte, mit denen Bremen überregional Profil zeigt.


Gesundheitswirtschaft

Mit etwa 30.000 Beschäftigten stellen die gesundheitsbezogenen Dienstleistungen einen bedeutenden Wirtschaftssektor in Bremen und Bremerhaven dar. Der medizinische Fortschritt, die demographische Entwicklung und zunehmendes Interesse an Gesundheitsthemen eröffnen auch zukünftig Entwicklungsmöglichkeiten.


Umweltwirtschaft

Die Umweltbranche in Bremen setzt auf die Schwerpunkte Erneuerbare Energien/nachwachsende Rohstoffe, umweltfreundliche Antriebstechnologien/Mobilitätsdienstleistungen, Marine Biotechnologien sowie Umweltsensorik/Messtechnik. Bedeutung hat auch die Windenergie. Etwa 8.000 Beschäftigte arbeiten in rund 200 Unternehmen.


Logistik

Bei der Logistik verfügt Bremen über traditionelle Kompetenzen. Chancen ergeben sich hier vor allem durch den strukturellen Wandel bei den Logistikdienstleistungen. Zunehmend werden moderne, technologieunterstützte Dienstleistungen nachgefragt. Unter dem Begriff eLogistics werden Logistiksysteme und –prozesse entwickelt, die eine weitgehende elektronische Geschäftsentwicklung ermöglichen.


Luft- und Raumfahrt

In Bremen sind mit etwa 1.800 Beschäftigten rund 40 % aller Beschäftigten der Luft- und Raumfahrt im hochqualifizierten Bereich der Forschung und Entwicklung tätig. Das Bundesland will diese Kompetenzen auch weiterhin nutzen.


Design

Die Bedeutung von designorientierten Dienstleistungen nimmt stetig zu. In den letzten Jahren hat sich das Bundesland Bremen das Bundesland Bremen einen guten Namen gemacht. Design wird zunehmend zu einem strategischen Instrument der Unternehmen, sich am Markt zu positionieren. Bremen und Bremerhaven verfügen in diesem Bereich über Beratungs-, Forschungs- und Produktentwicklungskompetenz.