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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Bremer Partner beteiligen sich am EU-Projekt REALISE

06.12.2001

Europäische Union will Güterverkehr auf die Wasserwege verlagern –
Know-how aus der Hansestadt für Lösungen gegen den Verkehrsinfarkt

Ladung von den überlasteten Straßen auf gering genutzte Wasserwege verlagern, die Küsten- und Kurzstreckenschifffahrt stärken, der Binnenschifffahrt bessere Chancen im Wettbewerb der Verkehrsträger geben – das sind Ziele eines neuen Projekts der Europäischen Union. REALISE (Regionale Strategien für die logistische Integration von Schifffahrt in Europa) soll in den Jahren 2002 bis 2004 insgesamt 25 Partner und weitere 53 assoziierte Mitglieder aus ganz Europa einbinden.


„Bremen“, sagte Staatsrat Dr. Uwe Färber vom Senator für Wirtschaft und Häfen am Donnerstag (6.12.2001), „hat als Hafenstandort großes Interesse an einer solchen Verkehrsverlagerung.“ Natürlich bleibe ein funktionierender Güterverkehr auf der Straße unverzichtbar. Aber, so Färber: „Gerade weil der Straßengüterverkehr nicht im Dauerstau ersticken soll, muss mehr Ladung als bisher auf das Wasser gebracht werden.“


Der Verkehrsmarkt in Europa werde weiter wachsen, ergänzte der Staatsrat. Er benannte Probleme, die eine stärkere Nutzung der Wasserstraßen verhindern, darunter:

  • Kostennachteile des Wasserwegs gegenüber dem Landweg, zum Beispiel durch mehrfaches Umladen,

  • fehlende Ladungsmengen an vielen „nassen Schnittstellen“,

  • zu geringe Zahl von Schiffsabfahrten in bestimmten Fahrtgebieten,

  • weiterhin fehlende EU-weit integrierte IT-Zollsysteme.

Außerdem, so Färber, seien die Verlader und Spediteure häufig nicht über die Möglichkeiten informiert, die ihnen speziell der Kurzstreckenseeverkehr bietet. Man brauche neue Initiativen zur Bündelung von Ladung. Außerdem müsse das Image von Küsten- und Binnenschifffahrt durch verstärkte Werbung und Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.


REALISE, dessen Kosten zu 100 Prozent von Brüssel bezahlt werden, soll einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung von Güterverkehren von der Straße auf das Wasser leisten. Die am Projekt Beteiligten repräsentieren öffentliche und private Organisationen sowie die Wirtschaft und bündeln damit Kompetenz in Schifffahrtsfragen.


Die Leitung des Projekts liegt bei einem Konsortium aus sechs Partnern, die aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Deutschland stammen. Koordiniert wird das Projekt von der AMRIE (Alliance of Maritime Regional Interests in Europe) mit Sitz in Brüssel. Der Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen ist einer von sechs Vertragspartnern gegenüber der Europäischen Kommission. Die Arbeit Bremens wird in Kooperation mit den in der Hansestadt ansässigen Instituten ISL, ENC und BIBA-PLT erfolgen.


REALISE soll unter anderem zukunftsorientierte Ansätze für neue multimodale Logistiksysteme im wassergebundenen Transportmarkt entwickeln. Außerdem wird nach einem europaweiten Ansatz gesucht, der zu neuen (Transport-)Technologien und sinnvollen wirtschaftlichen Lösungen im Bereich der Kurzstreckenseeverkehre führt.