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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Beckmeyer: Ausbau der Mittelweser für größere Schiffseinheiten darf nicht auf die lange Bank geschoben werden

30.06.1999

Neue Bremer Weserschleuse eingeweiht -"Leistungsfähige Anlage erfüllt alle Anforderungen von Binnenschiffsreedern und Kapitänen"

Bei der Einweihung der neuen 225 Meter langen Bremer Weserschleuse hat Hafensenator Uwe Beckmeyer am Mittwoch (30.6.99) die Bedeutung der Binnenschiffahrt für die Häfen an der Unterweser hervorgehoben. "Dies ist ein Tag zum Feiern für alle, die in der Binnenschiffahrt mit gutem Grund eine ökonomisch und ökologisch vernünftige Alternative zum Transport auf der Straße sehen", sagte Beckmeyer. Gleichzeitig richtete er die Forderung an den Bund, den Ausbau der Mittelweser für eine Befahrbarkeit durch größere Schiffseinheiten zügig zu beenden.


"Mit dem Schleusenneubau wird den Binnenschiffern eine leistungsfähige Anlage zur Verfügung gestellt', meinte der Senator. Das Bauwerk erfülle "alle Anforderungen seiner Nutzer - und das sollen in wenigen Jahren die Reeder und Kapitäne jener 110 Meter langen Großmotorgüterschiffe sein, die das 85 Meter lange Europaschiff als Regelschiff auf der Mittelweser ablösen werden".


Originäres bremisches Interesse sei es, in Zukunft wesentlich mehr als jene 6.600 Binnenschiffe abzufertigen, die 1998 die Häfen in Bremen und Bremerhaven anliefen und dabei 5,4 Millionen Tonnen Fracht luden oder löschten. Es gehe darum, auf der Mittelweser neben der reinen Massengutfracht bald auch wachsende Stückgutmengen zu transportieren. Beckmeyer: "Von der Deutschen Binnenreederei weiß ich, daß sie ihre Mittelweserverkehre ausbauen und Container auf Schubverbänden von Bremerhaven/Bremen nach Hannover und Braunschweig schaffen will."


Die Verlagerung von Güterverkehren auf das Wasser gehöre zu den größten verkehrspolitischen Herausforderungen dieser Tage. Schon deshalb, so Beckmeyer, erwarte Bremen vom Bund, "daß die Anpassung der Mittelweser für Großmotorgüterschiffe mit Abladetiefgängen von 2,50 Meter zügig beendet wird". Nach der Fertigstellung der Bremer Weserschleuse müsse das Gesamtprojekt weiter vorangetrieben werden: "Der Fluß oberhalb der Schleuse darf nicht zu einem Nadelöhr werden, das einen wirtschaftlich tragfähigen Binnenschiffsverkehr unmöglich macht."


Beckmeyer: "Die bekannten Haushaltsprobleme des Bundes dürfen nicht dazu führen, daß das Projekt Mittelweser auf die lange Bank geschoben wird." Bremen sei bereit, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an den Kosten einer Vorfinanzierung der Erweiterung der Schleuse Dörverden zu beteiligen. Außerdem müsse der zwingend notwendige Neubau der Schleuse Minden in die Wege geleitet werden.


Wenn demnächst die Ersatzinvestition für die Schleuse Dörverden in Angriff genommen werde, dürfe dort kein Engpaß entstehen, der den Schiffsverkehr auf Jahrzehnte behindern könnte, warnte Beckmeyer. Wörtlich sagte er: "Eine Schleusenlänge von lediglich 115 Metern ist für Dörverden nicht zu akzeptieren - das hören wir aus der Binnenschiffahrt, die ihre Möglichkeiten nur dann optimal nutzen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Branche im Wettbewerb der Verkehrsträger eine faire Chance bekommt."


Der Senat der Freien Hansestadt Bremen akzeptiere in der neuen Koalitionsvereinbarung die Planung für einen Ausbau der Mittelweser mit Engstellen, sagte der Senator. Dafür erwarte man aber vom Bund, "daß er seine Zusage, die Verbindung nach Berlin bis zum Jahre 2006 fertigzustellen, ohne jeden Abstrich auch für die Mittelweser und damit für die Unterweserhäfen einhält".