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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Küstenschifffahrt intensiviert ihre Werbeanstrengungen

02.07.2001

Neues Informationsbüro in Bonn nimmt die Arbeit auf – Senator Hattig:
Europa-Verkehr macht in der Häfengruppe Bremen/Bremerhaven mehr als 50 Prozent des Umschlags aus

Bei der Eröffnung des neuen „Short Sea Shipping Promotion Center Deutschland“ (SPC) in Bonn hat Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Josef Hattig am Montag (2.7.2001) eine Stärkung des europäischen Kurzstreckenseeverkehrs gefordert. Die Küstenschifffahrt stelle eine sinnvolle Alternative zu Landtransporten quer durch den Kontinent dar. Bisher schöpfe der Kurzstreckenseeverkehr seine Möglichkeiten unzureichend aus. Dennoch stehe er im Vergleich der Verkehrsträger gar nicht schlecht da. In den vergangenen zehn Jahren habe Short Sea Shipping ähnliche Steigerungsraten aufgewiesen wie der Straßenverkehr, vor allem als Folge von seegebundenen Containertransporten.

Bei SPC Deutschland handelt es sich um ein Informationsbüro, das Verladern und Spediteuren qualitativ und kostenmäßig attraktive Alternativen zum Transport auf der Straße anbieten soll. Die personellen und organisatorischen Vorbereitungen zur Gründung des Büros wurden vom Vorstand des Vereins zur Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs getroffen, der im Mai 2001 von den Spitzenverbänden der deutschen Schifffahrts- und Hafenwirtschaft, der Handelskammer Hamburg und den Reedereien Team Lines und OPDR gegründet worden war. Die fünf Küstenländer und der Bund sind Mitglieder des Vereins, Nordrhein-Westfalen will ebenfalls eintreten. Zur Zeit gibt es 14 weitere Mitglieder. Auch die BLG Logistics Group hat starkes Interesse signalisiert.

In der Anlaufphase bis 2004 garantieren Bund und Küstenländer eine Anschubfinanzierung. Bremen allein bringt dafür jährlich etwa 15.000 Euro auf. Anschließend sollen sich Verein und SPC aus Eigenmitteln finanzieren (Mitgliedsbeiträge, Entgelte für Dienstleistungen).

Trotz wachsender Stauprobleme durch volle Straßen zögert die Wirtschaft, Verkehre stärker als bisher auf die Küstenschifffahrt zu verlagern. Laut Hattig hängt der dauerhafte Erfolg dieses Verkehrsträgers zunächst davon ab, dass die Wettbewerbsbedingungen in Europa verbessert werden, zum Beispiel durch eine gerechtere Anlastung von Wegekosten. Gleichzeitig beklagte der Senator Defizite bei Öffentlichkeitsarbeit und Werbung. Die Gründung des SPC Deutschland sei – nicht zuletzt durch die Beteiligung der Wirtschaft - eine wichtige Initiative, die dazu beitragen werde, die Möglichkeiten der Küstenschifffahrt künftig besser zu nutzen.

Für die Häfengruppe Bremen/Bremerhaven gewinne die europäische Küstenfahrt an Bedeutung, ergänzte Hattig. „Im Jahr 2000, dem bisher erfolgreichsten Hafenjahr, betrug der Europa-Verkehr der Häfengruppe 23,6 Millionen Tonnen, machte also mehr als die Hälfte des Gesamtumschlags an den Kajen des Zwei-Städte-Staates aus.“

In den vergangen fünf Jahren nahm der Kurzstreckenseeverkehr via Bremische Häfen jährlich um über 10 Prozent zu. Im Jahre 2000 stieg er nicht nur bei den Containern (Feederverkehre), sondern auch bei konventionellem Stückgut und Massengut deutlich.