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Der Senator für Inneres

Notfall-Seelsorge für vom Seebeben in Südostasien betroffene Personen

30.12.2004

Innenressort richtet Kriseninterventionsteams im Land Bremen ein – Senator Röwekamp bittet die Bevölkerung, Hinweise auf vermisste Bremer und Bremerhavener den örtlichen Polizeidienststellen zu melden

Nach dem schweren Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra und den dadurch verursachten schweren Sachschäden und einer Vielzahl von Toten und Verletzten in Sri Lanka, Thailand, Südindien sowie auf den Malediven, haben das Auswärtige Amt und diverse Reiseveranstalter damit begonnen, Touristen nach Deutschland auszufliegen. Bislang ist nicht bekannt, wieviele Betroffene aus Bremen und dem niedersächsischen Umland stammen.

Die Personen, die über das Auswärtige Amt nach Deutschland zurückgeholt werden, werden bei ihrer Ankunft von Kriseninterventionsteams betreut. Um eine eventuell auftretende Lücke im Bereich Seelsorge oder persönliche Hilfe bereits im Vorfeld für den Bereich Bremen/Bremerhaven zu schließen, hat der Senator für Inneres und Sport sog. Kriseninterventionsteams in Bereitschaft gesetzt.

Betroffene Bremer, sei es als Überlebende oder Angehörige, können sich bei der Polizei oder der Feuerwehr melden und werden weitervermittelt. Anfragen von Bürgern über seelsorgerliche Hilfe werden an die Notfallseelsorge, die für die nächsten Tage personell verstärkt einsatzbereit ist, weitergeleitet.


Keine verlässlichen Zahlen über Bremer Opfer und Überlebende
Nach wie vor können keine verlässlichen Zahlen über Bremer/Bremerhavener Opfer und Überlebende der Flutkatastrophe in Südostasien gegeben werden. Nach den Passagierlisten der in Frage kommenden Fluggesellschaften sind bislang sieben Personen mit bremischem Wohnortbezug – sowie zwei britsiche Staatsangehörige mit Wohnsitz Bremerhaven – heimgekehrt.


„Auswärtiges Amt, Bundeskriminalamt und die Polizei im Land Bremen tauschen ihre Informationen über zurückgekehrte oder vermisste Personen laufend untereinander aus und gleichen sie ab,“ erklärte Innensenator Thomas Röwekamp, „die bremischen und die bundesdeutschen Behörden gehen seit Beginn der schrecklichen Naturkatastrophe im Indischen Ozean jedem eingegangenen Hinweis auf vermisste Deutsche in den betroffenen Gebieten nach und unternehmen unter schwierigen Bedingungen alles, um das Schicksal jedes Einzelnen aufzuklären.“


Polizeireviere in Bremen und Bremerhaven nehmen ab sofort Vermisstenanzeigen auf
Alle Polizeireviere in Bremen und Bremerhaven nehmen ab sofort Vermisstenanzeigen zu Personen entgegen, die sich mutmaßlich in dem Katastrophengebiet in Asien aufgehalten haben. Die Polizeibehörden im Land Bremen gewährleisten auch an Wochenenden und Feiertagen eine unverzügliche Bearbeitung der Vermisstenanzeigen.


Innensenator Röwekamp erklärte dazu: „Für die eingeleiteten Such- und Identifikationsmaßnahmen ist es von großer Wichtigkeit, möglichst umfassende Informationen über die in den Katastrophengebieten vermissten Personen zu erhalten. Alle Bürgerinnen und Bürger, die Angehörige, Verwandte, Freunde und Bekannte in den von der Seebebenkatastrophe betroffenen Gebieten vermissen, sollen sich an ihre Polizeidienststelle wenden und dort Vermisstenanzeigen aufgeben, damit die Dienststellen alle für die polizeiliche Identifizierung von vermissten Personen notwendigen Daten erheben können.“ Diese Informationen werden an das Bundeskriminalamt weitergeleitet, das die Daten sammelt und mit den bereits beim Krisenstab des Auswärtigen Amtes vorliegenden Informationen abgleicht.


Zwar steigt weiterhin die Zahl der Vermissten, was nach Erkenntnissen der Polizei darauf zurückzuführen ist, dass nicht alle zurückgekehrten Reisenden erfasst werden konnten. Deshalb wird darum gebeten, dass alle aus den Katastrophengebieten heimgekehrten Pauschal- und insbesondere Individualtouristen sich bei ihren örtlichen Polizeidienststellen melden. Gleiches wird von jenen erbeten, die nach Aufgabe einer Vermisstenanzeige zuverlässige Kenntnis über den Verbleib der von ihnen vermisst gemeldeten Personen erhalten. Auch dies sollte der örtlichen Polizeidienststelle mitgeteilt werden.


Als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien wurde heute Vormittag auch vor dem Dienstsitz des Senators für Inneres und Sport an der Contrescarpe Trauerbeflaggung aufgezogen.