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Der Senator für Inneres

Aus der heutigen Sitzung der Sportdeputation:

28.08.2003

Stand der Planungen für das Freibad Horn und das Schlossparkbad vorgestellt

Der Senator für Inneres und Sport informierte in der heutigen (28. August 2003) konstituierenden Sitzung der Sportdeputation über den Sachstand der Planungen zum Erhalt des Horner Bades und des Schlossparkbades.

„Das Freibad in Horn erscheint mir aufgrund seiner besonderen Lage und der guten Besucherresonanz besonders erhaltenswert. Meine Verwaltung und die Bremer Bäder GmbH sind dabei, Alternativen zu der im Koalitionsvertrag vereinbarten Schließung dieses Standortes zu erarbeiten. Der Betrieb des Schlossparkbades ist bis zum Jahr 2005 gesichert. Für die Zeit danach prüfen wir die Möglichkeit zum Umbau in ein Kombibad unter Einbeziehung des Hallenbades Sebaldsbrück. Bei allen Überlegungen zum Erhalt der Bäder genießt das Erreichen der Einsparverpflichtungen entsprechend der Koalitionsvereinbarung oberste Priorität,“ so Sportsenator Röwekamp nach der Deputationssitzung.

Ausgehend vom Bäderkonzept aus dem Jahre 2001, das durch die Koalitonsvereinbarung für die 16. Wahlperiode teilweise modifiziert wurde stellt sich für die beiden Bäder folgender Sachstand dar.

Freibad Horn:


Im Bäderkonzept war die Modernisierung mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Mio € im Jahr 2005/2006 vorgesehen. Insbesondere durch eine Reduzierung der Wasserfläche von 2.595 qm auf 1.700 qm sollte eine Reduzierung der Betriebskosten bewirkt werden.

Entsprechend der Koalitionsvereinbarung besteht nun aber für den Senator für Inneres und Sport eine Einsparverpflichtung. Um den für das Sportressort vorgesehenen Finanzrahmen einzuhalten, kann daher die gemäß Bäderkonzept vorgesehene Modernisierung des Horner Bades nicht mehr durchgeführt werden. In der Koalitionsvereinbarung ist somit die Schließung des Bades vorgesehen. Aus der Schließung würde sich letztlich eine konsumtive Haushaltseinsparung in Höhe von insgesamt 149 T Euro (Haushaltsjahre 2004/2005) ergeben. Neben diesen Einsparungen würden sich durch einen möglichen Grundstücksverkauf auch erhebliche Effekte für die auch vom Sportressort zu erbringende Flächenoptimierung – soweit es sich nicht um gemäß Sportförderungsgesetz schutzwürdige Sportbedarfsflächen handelt – ergeben.

Das Horner Bad weist, im Vergleich mit den übrigen Bremer Freibädern die zweithöchsten Besucherzahlen auf und wird in der Region gut angenommen. Das Bad wird, einzigartig in Bremen, aus einem eigenen Brunnen mit Solewasser gespeist. Vor diesem Hintergrund haben der Senator für Inneres und Sport und der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr die Problematik des Horner Bades neu erörtert und nach Möglichkeiten gesucht, die einen Erhalt des Bades, unter Berücksichtigung der Einsparverpflichtung entsprechend der Koalitionsvereinbarung erlauben.

Eine erneute Überprüfung der Investitions- und Betriebskosten hat aufgezeigt, dass mit einer neuen Variante der Badsanierung der Betriebskostenzuschuss entbehrlich werden kann. Um dies zu ermöglichen ist eine zusätzliche Verkleinerung der Wasserflächen notwendig. Verbunden mit der Verkleinerung der Wasserflächen ist eine grundlegende technische Erneuerung der veralteten und abgängigen Wasseraufbereitung.

Der neue Planungsentwurf sieht ein Schwimmerbecken von 550 qm, ein Nicht-schwimmerbecken von 350 qm und ein Kinderplanschbecken von 75 qm vor. Der Eingangsbereich, die Umkleide- und Sanitärräume werden im Rahmen der Gesamtmaßnahme an die heutigen Bedürfnisse angepasst und neu gebaut. Die Bädergesellschaft geht in einer ersten Kostenschätzung von einem Investitionsvolumen in Höhe von 2.094.500 € (netto/ohne MwSt.) aus.

Um möglicherweise eine gegenüber der dargestellten Variante größere Wasserfläche zur Verfügung zu haben, prüft die Bädergesellschaft alternativ ein Konzept das die teilweise Weiternutzung der bestehenden Becken vorsieht. Allerdings ist dazu eine gutachterliche Untersuchung im Hinblick auf die Standfestigkeit der vorhandenen Becken notwendig. Sobald der Bremer Bäder GmbH dazu eine gutachterliche Stellungnahme vorliegt, kann bei evtl. Weiterverfolgung dieses Konzeptes auch eine detaillierte Kostenschätzung erfolgen.

Der Senator für Inneres und Sport wird eine Finanzierung der Umwandlung des Horner Bades im Rahmen des vom Senat beschlossenen Regelwerkes für die „Sanierung“ und für die „Flächenoptimierung“ sicherstellen. Das Sportressort wird in enger Zusammenarbeit mit der GBI und der Bremer Bäder GmbH prüfen lassen, welcher Kostenanteil der geplanten Baumaßnahmen unter den „Sanierungsbedarf“ und welcher Kostenanteil auf „Neubau / Umbau“ entfällt. Den Anteil „Sanierungsbedarf“ wird das Sportressort, vorbehaltlich der dann notwendigen Zustimmung der Deputation für Sport, für das Sanierungsprogramm 2004 bei der GBI anmelden. Der Kostenanteil „Neubau / Umbau“ soll, ebenfalls vorbehaltlich einer Zustimmung der Deputation für Sport, über das Anreizsystem im Rahmen der Flächenoptimierung durch den Verkauf einer Teilfläche des Horner Bades (3.365 qm des bisherigen Eingangsbereiches) sowie einer rd. 20.000 qm großen Fläche an der Curiestraße, die bislang als Sportbedarfsfläche vorgehalten wird, erbracht werden. Der Senator für Inneres und Sport geht außerdem davon aus, dass durch bürgerschaftliches Engagement weitere Mittel akquiriert werden können.

Der Landessportbund hat sich zu dem geplanten Verkauf der zitierten Sportbedarfsfläche dahingehend geäußert, dass ein Teil der Fläche weiterhin für eine sportliche Nutzung, vor allem mit Blick auf das ortsansässige Jugendzentrum, erhalten bleiben sollte und zudem die Verkaufserlöse nicht ausschließlich für die Sanierung des Horner Bades verwendet werden sollen.

Schlossparkbad:


Der Weiterbetrieb des Schlossparkbades in der bisherigen Konzeption ist bis einschließlich der Saison 2005 gesichert.

Entsprechend der Koalitionsvereinbarung soll das Hallenbad Sebaldsbrück unter Einbeziehung des Schlossparkbades zu einem Kombibad weiter entwickelt werden. Bereits im Jahre 2000 gab es Überlegungen zur Umgestaltung in ein Kombibad. Allerdings konnte die Konzeptidee nicht weiter verfolgt werden, da seinerzeit die Veräußerung nicht mehr benötigter Freiflächen zur Wohnbebauung aufgrund von Emissionsauflagen und dem bestehenden Bestandsschutz für DaimlerChrysler nicht realisierbar war und somit der erwartete Verkaufserlös als Finanzierungsbeitrag nicht zur Verfügung stand. Es wird nun eine neuerliche Prüfung der Realisierungsmöglichkeiten vorgenommen.

Die seinerzeitige Entwurfsplanung für ein Kombibad geht aus Kostengründen für den laufenden Betrieb und der Begrenzung des Investitionsbudgets von einer Reduzierung der Wasserfläche von heute ca. 3.100 qm auf ca. 1.400 qm aus. Die voraussichtliche Investitionssumme, hochgerechnet auf 2005/2006, beträgt rd. 3.460.283 € netto. Die Bädergesellschaft prüft alternative Möglichkeiten und wird diese baldmöglichst vorstellen. Parallel wird eine Prüfung der reinen Sanierungskosten für das Schlossparkbad und das Hallenbad Sebaldsbrück erfolgen, um zu einer vergleichenden Kosteneinschätzung zu kommen.