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Der Senator für Inneres

Menschenschmuggel von Afrika nach Europa - Berührende und spannende Schicksale bringen ein aktuelles Thema nahe

30.06.2003

In einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Institut Francais stellt der marokkanische Autor Mahi Binebine am Donnerstag, 3. Juli, um 20 Uhr seinen Roman "Kannibalen" in der Zentralbibliothek Schüsselkorb 15/16 vor. Die Lesung in französischer Sprache wird übersetzt. - Die Alten wussten noch viel Träumerisches vom Meer zwischen Afrika und Europa zu erzählen. Für die Handvoll illegaler Einwanderer, von denen in diesem Roman die Rede ist und die das Mittelmeer auf der berüchtigten Route von Marokko nach Spanien überqueren wollen, wird es zum Alptraum. Sie gehören zu jenen Nordafrikanern, die um jeden Preis in die gelobte Alte Welt möchten, um dort ein neues Leben zu beginnen. Mahi Binebine hat ihrem Schicksal bei aller Düsternis viel Farbigkeit abgewonnen. Seine Schilderung eines nächtelangen Wartens auf den geeigneten Moment zur Überfahrt von Tanger nach Algeciras durchziehen die Lebenssplitter der Ausreißer. Der 1959 in Marrakesch geborene Mahi Binebine verleiht seinen Figuren unver-gessliche Konturen und bringt seinen Lesern das ferne Nordafrika näher – so nah, dass es berührt und ein wenig von dem zu spüren ist, was man jenseits des Meeres fühlt. - Der Autor ist ein Multitalent. Er studierte Mathematik in Paris und unterrichtete dort acht Jahre lang. Gleichzeitig begann seine intensive Auseinandersetzung mit Malerei und Literatur. Seine Bilder werden heute in der ganzen Welt ausgestellt und gesammelt. Und seine Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt. Mit Tahar Ben Jelloun und Abdellatif Laâbi zählt er mittlerweile zu den bekanntesten Autoren Marokkos. Seit 1994 lebt, malt und schreibt er in New York und Paris.