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Der Senator für Inneres

Ein polnisches Zwangsarbeiterschicksal:Buchpremiere im Staatsarchiv

16.04.2003

Zur nächsten Bremer BuchPremiere laden die Stadtbibliothek, die Deutsch-Polnische Gesellschaft und die Landeszentrale für politische Bildung am Mittwoch, 23. April, um 20 Uhr in das Bremer Staatsarchiv ein. Vorgestellt wird das soeben im Donat-Verlag erschienene Buch „Der Tod eines Zwangsarbeiters“ des Hamburger Historikers Andreas Seeger. Im nationalsozialistischen Deutschland stellte die Liebesbeziehung zwischen einer deutschen Frau und einem polnischen Mann einen Straftatbestand dar. Rassische Merkmale bestimmten den Wert eines Menschen. Das Buch beschreibt das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Andrzej Szablewski, der von der Gestapo wegen der „Beziehung” zu einer deutschen Frau auf dem Gelände des Gutes Hohenbuchen in Hamburg-Poppenbüttel am 13. März 1942 hingerichtet wurde. Die Gestapo sorgte dafür, dass die heute noch lebende Hildegard Lüdemann drei Jahre im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verbringen musste. Die britische Besatzungsmacht verurteilte 1946 drei an der Hinrichtung Beteiligte zum Tode. – Der Autor Andreas Seeger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Er schloss sein Magisterexamen mit einer Arbeit über „Euthanasie im Dritten Reich” ab und promovierte über „Gestapo-Müller – Die Karriere eines Schreibtischtäters”.