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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wird verlegt

Senatorin Stahmann übergibt die neue Einrichtung an den Träger

27.04.2015
Senatorin Stahmann sowie Vertreterinnen und Vertreter von Beirat und Ortsamt begleiteten die Übergabe der neuen Erstaufnahmeeinrichtung an den Träger AWO, JPG, 47.1 KB
Senatorin Stahmann sowie Vertreterinnen und Vertreter von Beirat und Ortsamt begleiteten die Übergabe der neuen Erstaufnahmeeinrichtung an den Träger AWO

Nach rund zehn Monaten Umbauzeit kann jetzt die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge mit der Zentralen Aufnahmestelle (ZASt) in die Alfred-Faust-Straße umziehen. Das seit Jahren leerstehende Gebäude mit einer Gesamtfläche von knapp 4.800 Quadratmetern in Obervieland ist für 15 Jahre angemietet und bietet Platz für zunächst rund 170 Flüchtlinge auf drei Etagen. Der rot geklinkerte Gebäudekomplex war zuletzt Standort der Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution. Die ersten Flüchtlinge werden noch im Lauf der Woche aufgenommen.

"Mit dem neuen Standort bieten wir Flüchtlingen jetzt eine spürbar bessere Atmosphäre für die ersten Tage und Wochen in dem Land, das für viele eine neue Heimat werden wird", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen heute (Montag, 27. April 2015) anlässlich der Übergabe der Einrichtung an den Träger AWO. "Besonders der deutlich größere und hellere Speisesaal ist eine erhebliche Verbesserung."

Ausgebaut wurden in dem neuen Gebäude auch die räumlichen Voraussetzungen für die medizinische Versorgung: "In der Steinsetzerstraße war es viel enger als in der Alfred-Faust-Straße", sagte die Senatorin, "es gab nicht einmal ein Vorzimmer. Das ist heute besser. Außerdem haben wir jetzt zwei Behandlungszimmer. Das sind günstigere Voraussetzungen für Diagnose und Behandlung der Patientinnen und Patienten." Außerdem sei ein Raum für Kinderbetreuung eingerichtet sowie ein Gemeinschaftsraum, in dem unter anderem Sprachkurse stattfinden können.

Angesichts der hohen Zahl an Flüchtlingen, die derzeit in Deutschland und in Bremen Schutz suchen, könne der jetzige Standort an der Steinsetzerstraße, der ebenfalls im Stadtteil Obervieland liegt, aber nicht aufgegeben werden, sagte Senatorin Stahmann weiter. Er werde vorerst weitergeführt. Für den weiteren Betrieb werde insbesondere die pädagogische Unterstützung der minderjährigen Flüchtlinge ausgebaut, die bei ihrer Ankunft in Bremen weiterhin in der Steinsetzerstraße aufgenommen werden.

Bis Ende vergangener Woche hat Bremen knapp 1.200 Flüchtlingen Zuflucht gewährt, im selben Zeitraum des Jahres 2014 waren es weniger als 400. Allein für den April dieses Jahres werden wieder 300 Flüchtlinge erwartet. "Im Durschschnitt kommen jeden Tag zehn Menschen", so die Senatorin. Das Land Bremen nimmt nach dem Königsteiner Schlüssel derzeit 0,96 Prozent aller Flüchtlinge auf, die in die Bundesrepublik einreisen, aufgeteilt im Verhältnis 80 zu 20 zwischen den Städten Bremen und Bremerhaven.

Wegen des anhaltend hohen Zugangs ist heute zudem die Eissporthalle in Walle als Notmaßnahme von Feuerwehr und Bauordnung abgenommen worden und wird jetzt bezogen. Mit der neuen Notunterkunft ist sichergestellt, dass rund 150 Flüchtlinge zum verabredeten Zeitpunkt aus der Messehalle 4.1 ausziehen. Mit Trennwänden sind in der Eissporthalle Kabinen für je vier bis sechs Personen abgeteilt worden. Jede der nach oben offenen Kabinen verfügt über einen eigenen Stromanschluss und abschließbare Spinde. Die Mahlzeiten werden zentral zubereitet. Die Eissporthalle steht bis zu einer Rollsportveranstaltung kurz vor Pfingsten zur Verfügung, ab Mitte Mai kann die Messehalle 6 an der Bürgerweide genutzt werden. "Wir müssen nach wie vor dreimal so viele Flüchtlinge aufnehmen wie in den ersten Monaten des Jahres 2014", sagte Senatorin Stahmann. "Ich bin deshalb froh, dass überall in der Stadt Menschen großen Einsatz zeigen, um auch vorübergehende Unterkünfte zur Verfügung zu stellen."

Foto: Pressereferat Sozialsenatorin