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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Senatorin Stahmann: Kosten für Altenpflege-Ausbildung werden gerecht verteilt

21.04.2015

Die Kosten der Altenpflegeausbildung werden in Bremen künftig über ein Ausgleichsverfahren unter allen Einrichtungen der Altenpflege gerecht verteilt. Die entsprechende rechtliche Grundlage hat der Senat heute (21. April 2015) geschaffen. "Damit werden alle Träger von ambulanter und stationärer Altenpflege an den Ausbildungskosten beteiligt, auch wenn sie selber nicht ausbilden", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. Auf diese Weise werde nicht nur mehr Gerechtigkeit unter den Trägern hergestellt, "wir wollen gleichzeitig auch die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen, um den absehbaren Bedarf für die Zukunft zu decken". Das Ausgleichsverfahren ist auf Grundlage bestehender Gesetze möglich, erste Zahlungen sollen im Jahr 2016 fließen.

Die Einführung eines solchen Verfahrens ist an enge rechtliche Vorgaben gebunden. So muss nachgewiesen werden, dass ein Mangel an Ausbildungsplätzen und damit an Fachkräften besteht oder droht. Ein Gutachten des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen hat diesen Nachweis jetzt erbracht. Obwohl die Zahl der Erstausbildungsplätze in der Altenpflege seit 2010 von 50 auf 120 aufgestockt wurde, werde das nicht ausreichen, um eine bedarfsgerechte Versorgung auf mittlere Sicht zu sichern. Nach dem Gutachten müssten dazu mindestens 250 neue Erstausbildungsplätze pro Jahr zur Verfügung stehen. Sonst drohe im Jahr 2025 ein Mangel von mindestens 700 Fachkräften in der Altenpflege. "Das Ausgleichsverfahren wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Ausbildungsbereitschaft der Träger zu erhöhen", sagte Senatorin Stahmann.

Das neue Verfahren regelt die Umverteilung der Kosten für die Ausbildungsvergütung. Das sind, je nach Ausbildungsjahr, bei tariflicher Entlohnung zwischen 976 und 1.138 Euro im Monat. Insgesamt wird damit ein Finanzvolumen von derzeit knapp vier Millionen Euro umverteilt.

Zum Hintergrund: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Bremen wird in den kommenden Jahren stetig zunehmen, weil die Zahl der hochbetagten Menschen über 80 wächst. Das macht unter anderem der "Greying-Index" deutlich, der den Anteil der über 80-Jährigen unter allen Menschen über 65 Jahren angibt. Derzeit liegt er in Bremen noch unter 40 Prozent, bis zum Jahr 2020 wird er auf über 50 Prozent steigen.

Nach den Daten der Pflegestatistik 2013 arbeiteten in Pflegeeinrichtungen im Land Bremen rund 2.100 staatlich anerkannte Altenpflegefachkräfte, 1.150 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie etwa 1.000 staatlich anerkannte Altenpflegehilfskräfte.