Sie sind hier:

Der Senator für Kultur

Schweinefamilie ist wieder komplett - Vermisstes Ferkel zurück in der Sögestraße

15.04.2015
Thomas Schmalz von
Thomas Schmalz von "Die Gießerei Statuarius" und Björn Niehues von "Der Steinmetz Lippert" bringen das vermisste Ferkel zurück (v.l.)

Das vermisste Ferkel ist heute (15. April 2015) zu seiner Familie in die Bremer Sögestraße zurückgekehrt. Zur Erinnerung: Ein LKW hatte beim Zurücksetzen ein Mitglied der Figurengruppe beschädigt. Die Polizei nahm das Tier vorsorglich mit, um weiteren Schaden zu verhindern. Weil ein Beobachter das Nummernschild des Unfallwagens gemeldet hatte, konnte der Fahrer identifiziert werden. Er versicherte, von dem Aufprall nichts bemerkt zu haben. Die Bremer Bronzegießerei Statuarius wurde vom Senator für Kultur beauftragt, den Schaden zu beseitigen. Am 15. April 2015 wurde das Ferkel an seinem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. "Ich freue mich, dass die bei den Bremern und Bremerinnen und ihren Gästen so beliebte Figurengruppe wieder komplett ist", sagte der Kultursenator, Bürgermeister Jens Böhrnsen.

Die Bronzefigur war durch den Aufprall stark verbeult worden und hatte Spannungs- und Haarrisse. Außerdem waren alle Bolzen für die Verankerung im Boden herausgerissen. Thomas Schmalz von der Werkstatt Statuarius war sich anfangs nicht sicher, ob der Schaden so zu beheben ist, dass er nicht mehr sichtbar ist. Aber Recherchen hatten ergeben, dass keine Modelle oder Negativformen für einen Bronzeguss mehr vorhanden sind. Statuarius ist es gelungen, die Beule zu beseitigen. Die Bronze wurde nachpatiniert und neu gewachst, so dass der Betrachter oder die Betrachterin jetzt keinen Schaden mehr sehen können. Für die Kosten kommt die Versicherung des Unfallfahrers auf, sie belaufen sich voraussichtlich im niedrigen vierstelligen Bereich.

Die Gruppe „Hirt mit Schweinen“ schuf der Künstler Peter Lehmann (1921-1995). Sie wurde 1974 in der Sögestraße aufgestellt. Bezahlt hatten sie die Anrainer. Ihre Volkstümlichkeit verdankt die Plastik nicht nur dem historischen Thema (im Mittelalter wurden die Schweine durch die „Saustraße“, die heutige Sögestraße, vom Herdentor zum Markt getrieben) und ihrer ansprechenden Gestaltung, sondern auch ihrer "Benutzerfreundlichkeit": Nicht nur die Kinder reiten mit Vorliebe auf den rundlichen Tieren, sondern auch Jugendliche und Erwachsene betrachten die Skulpturen als willkommene „Sitzgruppe“, von der aus man das lebhafte Straßengeschehen beobachten kann. Die Gewohnheit, sich „bei den Schweinen“ zu verabreden, ist nicht mehr aus dem Bremer Sprachgebrauch weg zu denken. Die Montage des Ferkels wurde von vielen Vorbeieilenden interessiert verfolgt.