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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr | Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Startschuss für die Entwicklung zwischen Huckelrieder Park und Werdersee - Inklusives Wohnprojekt, Kindergarten und Quartierszentrum

07.04.2015
Gemeinsam wurde der Grundstein verlegt: v.l.n.r.: Bausenator Joachim Lohse, Sozialstaatsrat Horst Frehe und Gewoba-Vorstand Peter Stubbe. Quelle: Werk1, jpeg, 45.8 KB
Gemeinsam wurde der Grundstein verlegt: v.l.n.r.: Bausenator Joachim Lohse, Sozialstaatsrat Horst Frehe und Gewoba-Vorstand Peter Stubbe. Quelle: Werk1

Inklusives Wohnprojekt plus Quartierszentrum zwischen Huckelrieder Park und Werdersee – dieses städtebauliche Projekt nimmt Formen an. In dem Sanierungsgebiet, das früher die Bezeichnung "Cambrai-Dreieck" trug, errichtet die GEWOBA 51 Mietwohnungen in einem Komplex, der dazu beitragen soll, die soziale Infrastruktur im Quartier und damit die Lebensqualität im Ortsteil zu verbessern. Heute (7. April 2015) ist der Grundstein dafür gelegt worden. Mit dabei waren Sozialstaatsrat Horst Frehe, Bau- und Umweltsenator Dr. Joachim Lohse sowie der GEWOBA-Vorstandsvorsitzende Peter Stubbe.

In dem Gebäudekomplex wird der Martinsclub e. V. vier der 51 Wohnungen für ein inklusives Wohn- und Betreuungsprojekt für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung nutzen, ambulante Betreuung soll rund um die Uhr verfügbar sein. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen hier die Möglichkeit haben, mit Unterstützung in einer eigenen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft zu leben. "Wir lösen damit gleichzeitig ein Wohnheim auf", sagte Staatsrat Frehe. "So brechen wir das wohlmeinende Aussondern behinderter Menschen ein Stück weit auf und verschaffen ihnen größere Handlungs- und Entscheidungsspielräume, also mehr individuelle Freiheit. Das ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung in Bremen."

Zudem wird im Erdgeschoss mit einer Kindertagesstätte sowie einem inklusiven Küchenprojekt des Martinsclubs ein neuer Treffpunkt entstehen, der als Nachbarschaftshaus für alle Anwohnerinnen und Anwohner zur Verfügung steht. Ein Café im Foyer, gelegen im Bereich des Hauptzugangs zu Kita und Quartierszentrum, soll nachbarschaftliche Aktivitäten und Begegnungen im Quartier ermöglichen. "Es gibt hier in Huckelriede nichts Vergleichbares", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen. "Daher ist ein Quartierszentrum an diesem zentralen Standort eine ganz große Bereicherung."

Das Quartierszentrum soll darüber hinaus unterschiedliche Angebote versammeln: Soziale Beratungsdienstleistungen, Erwachsenen- und Familienbildung, selbstorganisierte nachbarschaftliche Aktivitäten von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie das Quartiersmanagement. So werden dort unter anderem die SOS-Kinder- und Jugendhilfen mit ihrer Frühberatungsstelle Süd einziehen, und das Amt für Soziale Dienste will zwei Beratungsbüros einrichten, die im täglichen Wechsel Beratungsbedarfe verschiedener Zielgruppen abdecken. Die Gruppenräume können zudem von Kita, Martinsclub und Quartierszentrum sowie von freien Trägern gemeinsam genutzt werden, zum Beispiel für Erwachsenen- und Familienbildung. Für Veranstaltungen können sie auch vermietet werden. Senator Dr. Lohse sagte anlässlich der Grundsteinlegung: "Dieses Bauprojekt reiht sich ein in die städtebaulichen Erneuerungen und soziale Stabilisierung des Ortsteils Huckelriede. So entsteht mit zeitgemäßem Wohnungsbau zu sozial verträglichen Konditionen und in attraktiver Lage zur Innenstadt ein Raum der Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger." Senatorin Stahmann ergänzte: "Ich bin froh, dass wir hier ein Zentrum für Menschen schaffen, das zugleich Förderort für Kinder und Lebensmittelpunkt für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ist. Hier entstehen die städtebaulichen Voraussetzungen für eine inklusive Stadtgesellschaft."

"Bezahlbares Wohnen, ein Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, hohe Energiestandards, ein vielfältiges Nutzungskonzept –dieses Bauvorhaben vereint für die GEWOBA und die Menschen in Huckelriede so viele wichtige Anliegen, dass es etwas ganz Besonderes ist", sagte GEWOBA-Vorstand Peter Stubbe.

Alle Wohnungen sind barrierefrei und entsprechen dem KfW-55-Standard für Niedrigenergiehäuser, davon werden 41 Wohnungen aus dem Wohnraumförderungsprogramm des Landes Bremen gefördert.

Fördergegenstand und Förderung
Fördergegenstand ist der für soziale Angebote im Quartier zu nutzende Flächenanteil des Erdgeschosses. Dieser umfasst die dem Quartierszentrum zugeordneten Flächen mit einer Größe von etwa 674 Quadratmetern - dies entspricht rund 42 Prozent der Gesamtfläche des Erdgeschosses. Gefördert werden die Planung und die Ausführung des Innenausbaus. Der Rohbau entsteht im Rahmen des Hauptbauvorhabens der GEWOBA.

Die Kosten des Innenausbaus in Höhe von rund 800 000 Euro werden aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms Stadtumbau-West bezuschusst. Hiervon übernimmt das Land Bremen einen Eigenanteil von 533 333 Euro. Damit trägt die Städtebauförderung zur Revitalisierung einer städtebaulichen Brachfläche bei und entwickelt den Standort für gemeinnützige Einrichtungen im Sinne der Sanierungsziele Huckelriedes.